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Sportmix Dahlmeier verrät ihr Erfolgsgeheimnis
Sportbuzzer Sportmix Dahlmeier verrät ihr Erfolgsgeheimnis
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18:50 14.02.2017
Laura Dahlmeier Quelle: dpa
Hochfilzen

Was für ein Satz von Laura Dahlmeier. „Alles, was jetzt noch kommt, ist Zugabe.“ Mit zweimal Gold und einmal Silber ist diese Biathlon-WM für den deutschen Superstar schon zur Halbzeit gelaufen. Zugabe eins steht mit dem Einzelrennen an. Mag sie nicht, gewinnt sie trotzdem regelmäßig. In den beiden Einzelrennen im Weltcup dieser Saison hieß die Siegerin jeweils Dahlmeier.

Die Herausforderung der heutigen Biathlon-Disziplin? Dahlmeier erklärt: „Einzelrennen sind nicht so einfach zu laufen. Es gibt keinen Athleten, der ins Ziel kommt und sagt: Ich habe mich supergut gefühlt. Jeder sagt: Das war hart, das war anstrengend. Es ist die längste Disziplin, und es sind die anspruchsvollsten Strecken. Da kommt’s darauf an, wer am besten regeneriert hat.“

Regeneration also ist der Schlüssel. Dahlmeier erzählt, wie sie es hier in Hochfilzen anging: „Ausschlafen, Physiotherapie, Handy ausschalten, weg vom Ski, mal ganz was anderes machen.“ Ganz so einfach war es dann aber nicht. Denn natürlich wollten alle was von Gold-Laura. Am Montag war eine Pressekonferenz ihrer Skimarke, Dienstag Nachmittag musste sie noch zum Skitesten. „So ruhig ist es gar nicht, wie man sich’s vornimmt“, sagte sie lächelnd. Doch, fügt sie an, „wenn ich Glück habe, schaff ich’s auf eine Erhebung.“ Übersetzt heißt das: eine kleine Bergtour.

Denn noch lieber als Biathlon mag die 23-Jährige die Welt der Berge. Seit jeher spielen die für sie eine zentrale Rolle. Ihr Vater Andreas, Bereitschaftsleiter bei der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen, nahm sie früh mit zu Touren. Und er schloss mit ihr eine Wette ab, erzählt Dahlmeier: „Wenn ich mal einen WM-Titel gewinne, besteigt er mit mir den Elbrus.“

Die Wette hat sie gewonnen, 2015 gewann Dahlmeier Staffel-Gold, 2016 das erste Einzelgold. Also ging es in den Kaukasus und rauf auf den Gipfel des 5642 Meter hohen Elbrus. Dahlmeiers Bergtourenbuch ist inzwischen ansehnlich. Sie stieg aufs Matterhorn (4478 Meter) und den Mont Blanc (4810 Meter), übernachtete bei der Besteigung des El Capitan (2307 Meter) im Yosemite-Nationalpark auf einem schmalen Felssims in 800 Metern Höhe. Im Frühjahr 2016 erfüllte sie sich einen weiteren Traum: Nepal, mit der Besteigung von zwei 6000ern.

Immer weiter nach oben, scheint das Motto der Bayerin zu lauten. „Ganz oben auf der Liste steht die Eigernordwand. Aber da muss ich noch ein bissel Bergsteigen trainieren. Von der Kondition würde es reichen, aber technisch muss ich mich noch verbessern. Und dann die Berge in Südamerika, speziell in Peru, reizen mich sehr“, sagt Dahlmeier.

Wenn sie übers Bergsteigen redet, merkt man, wie sehr sie dafür lebt. Genau wie für den Biathlon. Und so ist es nicht verwunderlich, dass sie eine Parallele zieht: „Wenn du in der Wand bist und runterschaust, merkst du, was für ein kleines Wesen du eigentlich bist. Im Vergleich zu diesen Naturgewalten ist ein Biathlonrennen auf einmal gar nichts so Großes mehr“, hat sie einem Bergsteiger-Magazin mal erzählt. Dieses Wissen helfe ihr. Und sie hat gelernt, sich durchzubeißen: „Anders als beim Joggen kann ich beim Klettern in den Bergen nicht einfach stehen bleiben. Ich muss einen kühlen Kopf bewahren und überlegen, wie ich weiterkomme.“ Weiter nach oben, auf den nächsten Gipfel – und zur nächsten Medaille?

Von Uwe Köster

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