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Sportmix Ein Spielball als Edelschmuckstück
Sportbuzzer Sportmix Ein Spielball als Edelschmuckstück
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13:39 05.02.2017
Eine Box mit den interessantesten Manschettenknöpfen, die „Tokens & Icons“ gefertigt hat. Quelle: RND/Daniel Killy
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Houston

Heidi aus Houston! Das Geschäft mit Super-Bowl-Andenken ist ein Multimillionen-Dollar-Business. Allein der Verkauf am Spieltag im Levi’s Stadium in Santa Clara bei Super Bowl 50 brachte einen Umsatz von 4,6 Millionen Dollar. Und wir reden hier ausschließlich von Kleidung und anderen Gegenständen, die mit dem Super-Bowl- und dem offiziellen NFL-Logo gebrandet sind. Für Essen und Getränke gaben die 71088 Zuschauer noch mal 6,2 Millionen Dollar aus. Das ist ein stolzer Schnitt von 87,57 Dollar pro Kopf – und Ausdruck dafür, dass sich die Amerikaner während des Super Bowls nicht lumpen lassen. Rund 3500 Dollar geben die Menschen im Schnitt aus, um drei Tage und vier Nächte in der Super-Bowl-Stadt zu sein – Ticketpreise nicht inbegriffen.

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Ein kleiner Junge sucht sich im Super-Bowl-Store die Teile für seine individuell angefertigte Baseballcap heraus.

5000 Dollar für eine Super-Bowl-Grafik

Klar, dass da eine Menge für Souvenirs hängen bleibt. In der ganzen Stadt schießen Pop-up-Stores aus dem Boden, die in einer Woche den Umsatz des Jahres machen wollen. Und neben der NFL-Experience, dem Abenteuerspielplatz des Super Bowls mit vielen Mitmach-Stationen für Besucher (und vor allem Kinder) ist immer der größte „Super Bowl Store“ aufgebaut. Selbstverständlich exklusiv gebrandet von einer großen Kreditkarten-Firma. Dort gibt es alles, was man sich nur vorstellen kann. Neben den Klassikern Baseballcaps, T-Shirts und Hoodies gibt es mehr und mehr Accessoires für die weiblichen (und vermögenden Fans). Schon im regulären Laden kann man problemlos 5000 Dollar für eine Original-3D-Grafik von Charles Fazzino ausgeben. Oder 1500 Dollar für einen Super-Bowl-Spielball, der von einem Quarterback wie Tom Brady oder Peyton Manning unterschrieben ist.

VIP-Shop hinter der Schleuse

Doch an einer gesonderten Sicherheitsschleuse im Laden vorbei gelangt man in den VIP-Shop. Hier sitzt ein Mann, der solche Spielbälle erwirbt – um sie zu zerschneiden. Sein Name ist Ward Wallau. Es begann alles 1980, als Wallau sich um eine Lizenz für die legendären New Yorker U-Bahn-Chips bewarb, mit denen man die Kontrollschranken passierte. Sie hatten die Größe eines „Quarters“, des populären 25-Cent-Stückes und in der Mitte ein ausgestanztes Y. Wallaus Versuch, eine Lizenz zur Weiterverwertung der ausrangierten Metall-Chips erwerben, war ebenso erfolglos wie sein Plädoyer, die Y-Stanze doch zu erhalten. 1991 schließlich erhielt er die Lizenz und brachte die Manschetten-Knöpfe mit dem Y an den Markt. Und hatte ungeheuren Erfolg.

Die Bruderschaft der Manschetten-Träger

Der 60-Jährige, der ein Faible für alles Italienische hat, legt Wert darauf, dass er nicht alles, was er an Manschettenknöpfen produziert, zu Geld machen möchte. „Deshalb bin ich von New York nach Kalifornien gezogen – in New York geht es immer nur ums Geld.“ Wallau, dessen Familie aus dem gleichnamigen deutschen Ort stammt, geht es darum, Ästhetik zu vermitteln, die einen geheimen Hintergrund hat. „Menschen, die unsere Produkte tragen, sind im Grunde Mitglieder einer Bruderschaft. Man sieht ihre hübschen Manschetten, hat aber keine Ahnung, dass das ein Original-Spielball ist, mit dem Tom Brady einen Super Bowl gekommen hat.“ Daran haben die Männer dann ihre Freude – auch, wenn so ein Original-Super-Bowl-Paar mit 450 Dollar zu Buche schlägt. Dafür gibt es den Kugelschreiber aus dem Holz der Bestuhlung des Lambeau Field in Green Bay „schon“ für 150 Dollar. Übrigens schätzen auch Frauen die Understatement-Produkte aus dem Hause www.tokens-icons.com.

Bisher muss Wallau seine NFL-Bälle noch bei Auktionen oder Händlern erwerben. Mit der Baseball-Liga MLB hat er schon einen Vertrag geschlossen und kriegt die Spielbälle geliefert. Als nächstes hat Wallau den europäischen Markt und den Fußball im Blick. Einen Manschetten-Prototyp mit einem historischen Ball hat er schon erstellen lassen …

Bis morgen, dann ist endlich Game Day …

Killys Kick-off: Die Kolumne zum Super Bowl

Houston feiert mit dem Super-Bowl ein Comeback. Schon 2004 wurde das Finale der American-Football-Profiliga NFL dort ausgetragen. Unser Reporter Daniel Killy ist vor Ort und stimmt uns mit seiner täglichen Kolumne „Killys Kick-off“ auf das Sportereignis ein. Hier finden Sie alle bisherigen Folgen.

Tag 1: Ein fröhliches „Heidi“ aus Houston – Die Stimmung in der Stadt nach Trumps ersten Dekreten.

Tag 2: Kaiserkostüm und Kunstnebel – Das seltsame Prozedere der Opening Night.

Tag 3: Nachts im Museum – Die Angst vor den Trump-Gegnern.

Tag 4: Commissioner Goodells Märchenstunde – Der alljährliche Auftritt des Liga-Bosses.

Tag 5: Lady Gaga – die Audienz vor dem Kick-off – Der Superstar für den Super Bowl.

Von RND/Daniel Killy

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