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Sportmix Ein fröhliches „Heidi“ aus Houston
Sportbuzzer Sportmix Ein fröhliches „Heidi“ aus Houston
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16:51 30.01.2017
Protest vor dem Mediacenter in Houston: Die Demonstranten erinnerten daran, dass die USA ein Einwanderungsland seien. Quelle: Daniel Killy
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Houston

Heidi aus Houston – Heidi? Ja, das ist der typische Gruß hier, eine Mischung aus How-dee, Hi-dee-ho, aber im Gewand unserer braven Alpen-Mamsell. Heidi, also – es ist wieder Super Bowl in Houston. 2004 war der größte Wanderzirkus der Welt schon mal in der texanischen Metropole, aber seitdem hat sich viel verändert. Zuvörderst die politische Landschaft. Houston war schon immer schrill, international, bunt, widerständig und von jeher die amerikanische Stadt, die den meisten Nationalitäten ein Zuhause gibt. Nur noch 40 Prozent sind sogenannte Angloamerikaner, also Nachkommen der vormaligen englischen Kolonialherren. Und Sylvester Turner, Ende 2015 ins Amt gewählter (schwarzer und demokratischer) Bürgermeister der Millionenstadt, ließ gleich stolz Plakate mit dem Slogan drucken, die herkunftsreichste Stadt der USA zu sein.

In der Hoffnung, dass die Welt sie sieht...

Dass das nicht so ganz mit der Trump’schen Weltsicht konform geht, wurde dem Super-Bowl-erfahrenen Reporter geradezu vorgeführt. Direkt vor dem Mediacenter, normalerweise ein Ort, an dem martialisch gewandete Special Forces sowie normale Cops die Journalisten vor der normalen Welt schützen bzw. Autogrammjäger in Schach halten, fand gleich zur Eröffnung am Sonntag (Ortszeit) eine Demo statt.

Hunderte hatten sich direkt vor dem Eingang postiert und protestierten lautstark gegen die neuen Einreise-Erlasse. Viele Plakate erinnerten daran, dass die USA ein Einwanderungsland seien und genau daraus ihre Stärke bezögen. All das geschah unter den wohlwollenden Blicken der Polizisten, die hier sowieso eher Morales und Sanchez heißen als Miller oder Sherman. Jeden Tag wollen sich jetzt die Menschen vor dem Pressezentrum versammeln, so ein bisschen wie seinerzeit die „Mütter der Plaza del Mayo“ in Buenos Aires – in der Hoffnung, dass die Welt sie sieht …

„Ich schäme mich für meine Regierung“

Das hofft auch John Eurey, Geschichts- und Sportlehrer aus Houston, der sich am Presseparkplatz dank eines Freundes als Aufpasser das Urlaubsgeld aufbessert. Er kommt, nach dem üblich-oberflächlichen „Where you’re from?“ gleich aufs Wesentliche: „Ich bewundere eure Kanzlerin für den Umgang mit den Flüchtlingen. Ich schäme mich für meine Regierung.“

Doch dann verscheucht der freundliche Riese, der in seiner Freizeit Jugendteams im Basketball schult und eine professionelle Trainerlizenz hat, schnell wieder die trüben Gedanken und schlägt flugs einen Schüleraustausch für seine begabten Basketballer vor. Da könnten die Deutschen auch noch etwas lernen, denn das Schul- und Bildungssystem in Houston sei fantastisch.

Vielfalt als bestes Mittel gegen Einfalt

Ja, Houston ist wirklich fantastisch in seiner Vielfalt – was wohl das beste aller Mittel gegen die Einfalt ist. Und vielfältig und bunt wurde auch der erste Feier-Tag in Richtung Super Bowl am 5. Februar gefeiert. Mit unterschiedlichen Konzerten in der eigens zur Partymeile umfunktionierten Downtown.

Da machte es dann auch nichts, dass die Hauptfiguren der Vorfreude noch gar nicht in der Stadt waren: Die Atlanta Falcons landeten erst um 15 Uhr am Sonntagnachmittag Ortszeit (22 Uhr am Abend in Deutschland). Und die New England Patriots gehen das Ganze mit der Gelassenheit des mehrfachen Champions an. Sie kommen erst kurz vor der Opening Night am Montag. Dazu morgen mehr – Heidi!

Von RND/Daniel Killy

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