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Leichtathletik Hochsprung-Held Przybylko: Nach Bronze nun Rekord im Visier
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12:27 02.03.2018
Hochspringer Mateusz Przybylko war nach seiner Bronzemedaille bei der Hallen-WM überglücklich. Quelle: Sven Hoppe
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Birmingham

Noch mit der Bronzemedaille in der Hand schwebte Hochsprung-Held Mateusz Przybylko schon in höheren Sphären.

"Ja, den deutschen Rekord will ich mir jetzt holen. Wann, das ist egal. Ich bin ja noch jung", sagte der 25-Jährige, kurz nachdem er bei der Hallen-WM in Birmingham überraschend den Sprung aufs Podest geschafft hatte. "Wahnsinn! Hammer! Heute ist mein Tag." Der Leichtathlet von Bayer Leverkusen wird sein Glück wohl erst richtig fassen können, wenn er wieder zu Hause ist.

2,29 Meter hatte Przybylko in der Arena überquert. Seine Gedanken flogen aber schon acht Zentimeter höher: Den über 33 Jahre alten deutschen Freiluft-Rekord des Kölners Carlo Thränhardt, der am 2. September 1984 in Rieti 2,37 Meter meisterte, will er sich irgendwann mal schnappen. "Ja, so siehts's aus", sagte er nach seinem Bronze-Coup in der Arena Birmingham. Seine Körpergröße würde er dann gleich um 42 Zentimeter überspringen.

Sein Vorbild auf dem erhofften Weg zum Rekord ist nicht nur Thränhardt, sondern auch Disziplin-Kollege Eike Onnen, der frühere deutsche Serienmeister aus Hannover. "Eike wird ja bald 36 - naja, so lange will ich vielleicht nicht machen", sagte Przybylko grinsend. Im Stadion hat er immerhin schon 2,35 Meter geschafft.

Seine erst zwei Wochen alte Hallenbestleistung verpasste er im WM-Finale nur um einen Zentimeter. Doch 2,29 Meter reichten schließlich für eine Medaille, stolz und glücklich war er. Nach 29 Jahren hat ein deutscher Hochspringer wieder Edelmetall bei einer Hallen-WM erkämpft - zuletzt schaffte das Dietmar Mögenburg: 1989 in Budapest waren seine 2,35 Meter Silber wert.

Für Przybylko, den Schützling von Trainer Hans-Jörg Thomaskamp, ist die Hallensaison nun gelaufen. Aber er weiß: Erst bei den Freiluft- Europameisterschaften im Sommer wird abgerechnet. Auch für Przybylko zählt nur das Heimspiel Mitte August im Berliner Olympiastadion. "Bis dahin wollen wir noch an Details arbeiten und uns verbessern."

Przybylko hat polnische Eltern, seine Mutter war Leichtathletin, sein Vater Fußballer, sein jüngerer Bruder Kacper ist Fußballprofi beim 1. FC Kaiserslautern. "Ein bisschen Pole bin ich schon", sagt er lachend. "Aber ich bin in Deutschland geboren, und ich bin froh, dass ich für Deutschland eine Medaille geholt habe."

Die schmucke Bronze-Plakette wollte der gebürtige Bielefelder an jenem Abend gar nicht mehr hergeben, die hielt er fest. "Die wollten meinen Namen da eingravieren, aber da hätte ich sie ja abgeben müssen, und das hätte bis Samstag gedauert", erzählte Przybylko. "Da will ich doch schon nach Hause."

dpa

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