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Leichtathletik Speerwurf-Asse schwitzen für WM-Saison
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10:16 06.12.2018
Die Speerwerfer Johannes Vetter (l-r), Thomas Röhler und Andreas Hofmann stehen bei einem Medientag zusammen. Quelle: Gregor Fischer
Jena

Weltmeister Johannes Vetter und Vize-Europameister Andreas Hofmann schwitzen unter der Sonne Südafrikas, Olympiasieger Thomas Röhler bleibt in der Adventszeit lieber zuhause in Jena. "Unsere Halle ist warm genug", sagt der 27-Jährige.

Für die Speerwurf-Asse, die erfolgreichste Abteilung der deutschen Leichtathletik, ist die WM-Saison bereits angelaufen - unter ganz neuen Vorzeichen.

2019 wird ein Kaugummi-Jahr: Die Weltmeisterschaft in Doha findet wegen der großen Hitze am Golf erst vom 28. September bis 6. Oktober statt. Später sogar als Olympia 1988 in Seoul und 2000 in Sydney. "Das gab's noch nie", sagt Bundestrainerin Boris Obergföll und findet das "ein bisschen dämlich". Nach Doha geht es nämlich ganz schnell Richtung Sommerspiele 2020 in Tokio.

Der frühere Weltklasse-Werfer und Ehemann von Ex-Weltmeisterin Christina Obergföll sieht die WM wie viele in der Szene kritisch und versteht nicht, warum Doha nicht wenigstens für September angesetzt wurde: "Ob es da 43 oder 47 Grad hat, das würde keinen Unterschied machen. Das Stadion ist ja eh gekühlt."

Ihre Wurfgeräte nehmen Röhler und Co. deshalb noch gar nicht in die Hand. "Den Speer packe ich aber bis März nicht an – zumindest fliegt der nie. Wenn mich jetzt jemand im Training besucht, dann würde er nicht drauf kommen, dass ich Speerwerfer bin", sagt Europameister Röhler der Deutschen Presse-Agentur.

Maximalkrafttraining, Ausdauer - auch im südafrikanischen Stellenbosch lassen die Medaillenkandidaten für Doha die Muskeln spielen. In der "Wohlfühlatmosphäre" (Obergföll) lässt sich besser arbeiten. Neben dem deutschen Rekordhalter und WM-Titelverteidiger Vetter (LG Offenburg), dem im vergangenen Jahr bärenstarken Hofmann (MTG Mannheim) sind aus der zweiten Reihe der Vorzeige-Disziplin Julian Weber vom USC Mainz und Bernhard Seifert vom SC Potsdam in Stellenbosch dabei - und Christin Hussong. Die 25-Jährige vom LAZ Zweibrücken war im August in Berlin Überraschungs-Europameisterin.

"Zirkeltraining, Tempoläufe, Schwimmen, Radfahren" - so beschreibt Obergföll das derzeitige Programm. Im März und April geht's für die Speerwerfer erneut nach Südafrika, nach Potchefstroom. Dann ist auch Röhler dabei. "Das Training läuft besser als je zuvor. Der Körper muss immer neue Reize haben. Wir trainieren sehr individuell", sagt der Goldmedaillengewinner von Rio 2016. Im Mai fliegt die Weltklasse-Truppe wahrscheinlich noch nach Belek, bevor am 18. Mai beim Diamond-League-Meeting in Shanghai der Saisoneinstand ansteht.

Röhler fehlt eigentlich nur noch der WM-Titel in seiner stolzen Sammlung. "Das ist ein Wunsch, ja! Wir werden alles dafür geben, dass wir an diesem Tag topfit sind. Aber eine Glaskugel haben wir alle nicht zu Hause", erklärt er. "Und wer sagt vor dem WM-Finale schon: Ich will heute Dritter werden. Es wird sich da oben auf einem ähnlichen Niveau bewegen wie 2018", erzählt der Thüringer. "Und im Juni werden wir sehen, wer da noch dazukommt."

Dann weiß auch Hofmann längst, wie der Speer so fliegt. "Der Grobplan steht schon", sagt der Mannheimer, der sein grandioses Jahr 2018 mit EM-Silber und dem Gesamtsieg in der Diamond League gekrönt hat. Über seine WM-Chancen macht sich der 26-Jährige jetzt "noch keine Platte", die Saison beginnt ja erst in fünf Monaten. Aber Träumen ist erlaubt. "Wenn man nach den Sternen greifen kann", meint Hofmann, "dann gibt man sich nicht mit dem Himmel zufrieden."

Für Röhler, Vetter, Hofmann und Co. wird es - so oder so - ein heißes WM-Jahr. Der Olympiasieger hat bereits ein erstes WM-Plakat von Doha gesehen: "Da ist ein stilisierter Speerwerfer drauf. Das ist eine Wertschätzung für unsere Leistungen."

dpa

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