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Sportmix Nachts im Museum
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18:12 01.02.2017
Blick in das etwas zweckentfremdete Houston Museum of Natural Science. Quelle: Daniel Killy
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Houston

Heidi aus Houston! Es gibt viele Partys während der Super-Bowl-Woche. Bei den meisten öffnen sich gegen viel Geld die Türen, wie etwa bei der Festivität des Magazins „Maxim“, wo die normale Karte 750 Dollar kostet. Besser ist es wohl, man bucht gleich einen ganzen Tisch. Preisbeispiel für eine gesellige Achterrunde: 12.500 Dollar. Im Preis mit drin sind eine private Sitzgruppe mit Couches, Hors d’œuvres, Entertainment, und der beliebte Flaschenservice. Zwei Flaschen Champagner, zwei Flaschen Wodka, eine Flasche Tequila. Ein Schnäppchen. Dann gibt es Feste, die sind unerreichbar wie die Commissioner’s Party, der Empfang des mächtigsten Mannes in den USA (neben Donald Trump), NFL-Boss Roger Goodell – und dann gibt es die Media Party.

Feiern zwischen Sauriern

Sie ist das große Fest der gastgebenden Stadt, und entsprechend ist die dann dort auch beinahe komplett vertreten. Das Host Committee hatte in Houstons Museum of Natural Science geladen, und so feierte die gesamte Entourage aus akkreditierten Journalisten, Sponsoren, Spielerfrauen und wichtigen Menschen zwischen Sauriern und Foucaultschem Pendel. Dass es gut zu essen und zu trinken gab, ist nicht weiter erwähnenswert, die berühmte „Southern Hospitality“, die ganz besonders ausgeprägte Gastfreundschaft der US-Südstaaten, tat jedenfalls ihr übriges. Neben schöner Kulisse und schönen Menschen war allerdings ein Thema omnipräsent: die Angst vor Anti-Trump-Demos.

Matt Ryan. Quelle: Daniel Killy

Was planen die Demonstranten?

Denn der Widerstand gegen den US-Präsidenten und dessen Entscheidungen, der sich schon so medienwirksam vor dem Pressezentrum in Szene gesetzt hatte, möchte natürlich die ultimative Öffentlichkeit erzielen. Und was wäre spektakulärer als etwa eine Blockade von Spielerbussen oder irgendeine andere Aktion, die den Ablauf des Super Bowls, dieses heiligsten aller säkularen Festtage in den USA, zu verzögern oder zu behindern. Und so tolerant und widerständig Houston ist, die Party will man sich nicht verderben lassen. Ein Balanceakt für die vielen Gruppen, die die Demonstrationen hier organisieren. Die Unterstützung der Menschen gewinnen und gleichzeitig das größte Fest in der Stadt beeinträchtigen – das ist eine ziemlich widersprüchliche Angelegenheit.

Die Stars fokussieren sich auf den Sport

Die Spieler, die sich hier auf das große Duell vorbereiten, ficht das alles nicht an, ob Demos oder Opening Nights, nichts sie werden perfekt abgeschirmt in ihren Hotels. Atlantas Quarterback Matt Ryan sagte auf der Teampressekonferenz, angesprochen auf die Unruhe während der Super-Bowl-Week: „Natürlich haben wir Verpflichtungen, und ich denke, dass jeder in unserem Team das auch ernst nimmt. Aber sobald wir hier in unserem Hotel sind, ist es normal, auch nicht zu laut – im Grunde wie auf unserem Trainingsplatz.

Tom Brady. Quelle: Daniel Killy

Sobald wir hier drin sind, genießen wir die Zeit, die wir miteinander haben, gehen unseren Spielplan durch und entspannen uns. Wir sind da ziemlich gut ausgestattet mit unserem Game Room. Und einen Ping-Pong-Tisch haben wir auch. Jeder, der unser Trainingsgelände kennt, weiß, dass Ping-Pong für uns eine große Rolle spielt. Also, ja, wir haben Spaß.“ Diese Entspanntheit scheint das große Pfund der Falcons zu sein, die trotz ihrer überragenden Offensivleistungen die Favoritenrolle den New England Patriots überlassen müssen.

Sorgen bereitet die extrem effektive Offensive um Superstar Tom Brady den Falcons und Ryan offenbar auch nicht. „Ich fühle nicht mehr Druck als in jeder anderen Woche auch“, sagt der 31-Jährige. Ich denke, wir gehen mit unserer Offensive raus und machen so viele Punkte wie nötig. Wenn es eine Menge braucht, dann kriegen wir das auch hin, und wenn nur wenige nötig sind, schaffen wir das auch. Wir haben Woche für Woche die gleiche Einstellung: Was immer wir tun müssen, wir kriegen das hin.“

Brady hat bis vor einer Woche nie „Super Bowl“ gesagt

Da stehen aber unter anderen Tom Brady und Julian Edelman vor. Brady, der am 3. August 2017 seinen 40. Geburtstag feiert, will als erster Quarterback und zweiter Spieler nach Abwehrgigant Charles Haley seinen fünften Titel und damit auch den Championship-Ring holen. Und das funktioniert anscheinend auch nur über Understatement bei ihm. „Das erste Mal, dass ich das Wort Super Bowl in den Mund genommen habe, war nach dem AFC-Championship Game. Bis dahin habe ich das nie ausgesprochen. Lustig, darüber jetzt so zu plaudern, jetzt wo wir hier sind und kurz vor dem Spiel stehen. Ich freue mich auf das Training am Mittwoch und darauf, das Vertrauen in unseren Game Plan und in uns selbst zu stärken und dann auch umzusetzen.”

Houston feiert also, die Spieler arbeiten – alles wie immer vorm Super Bowl, wenn da nicht die Sorge vor den Demos wäre. Bis morgen …

Killys Kick-off: Die Kolumne zum Super Bowl

Houston feiert mit dem Super-Bowl ein Comeback. Schon 2004 wurde das Finale der American-Football-Profiliga NFL dort ausgetragen. Unser Reporter Daniel Killy ist vor Ort und stimmt uns mit seiner täglichen Kolumne „Killys Kick-off“ auf das Sportereignis ein. Hier finden Sie alle bisherigen Folgen.

Tag 1: Ein fröhliches „Heidi“ aus Houston – Die Stimmung in der Stadt nach Trumps ersten Dekreten.

Tag 2: Kaiserkostüm und Kunstnebel – Das seltsame Prozedere der Opening Night.

Von RND/Daniel Killy

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