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Sportmix Phänomen Usain Bolt
Sportbuzzer Sportmix Phänomen Usain Bolt
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23:41 04.08.2017
Für ihn gilt es noch einmal: Bolt nach seinem Vorlauf (10,07 Sekunden). Quelle: AP
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London

„Ich bin immer noch der schnellste Mann der Welt. Das wisst ihr alle, daran gibt es einfach keinen Zweifel. Wenn ich da rausgehe, dann bin ich bereit.“ Am Sonnabend (22.45 Uhr, ZDF) geht Usain Bolt da raus und will der Welt bei der Leichtathletik-WM in London über die 100 Meter noch einmal zeigen, dass er der Schnellste ist. Oder wie er es selbst an gleicher Stelle vor fünf Jahren gesagt hat: „Eine Legende und außerdem der großartigste lebende Athlet.“ Was hat den jamaikanischen Sprinter zu dem gemacht, der er heute ist? Wir erklären das Phänomen Usain Bolt.

Schon immer schnell: „Man musste immer hinter ihm her sein“, erzählt Vater Wellesley in der Dokumentation „Usain Bolt – der schnellste Mensch der Welt“ (Sonnabend, 19 Uhr, ARD). Die Ärzte raten: Schickt ihn zum Sport! Er beginnt mit Cricket. Dann der Schritt in die Leichtathletik: 200 Meter, weil ihm die 400 zu anstrengend sind. Es ist der Beginn einer außergewöhnlichen Karriere.

Sein wichtigster Sieg: 15 ist er, da steht er in seiner Heimatstadt Kingston am Start. Er gewinnt in 20,61 Sekunden, das Publikum dreht durch, feiert den jüngsten Juniorenweltmeister mit „Lightning Bolt“-Rufen (Blitz Bolt). Jahre später erzählt er: „Das war mein wichtigster Sieg.“

Sein Retter: Ohne Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt wäre die Geschichte von Usain Bolt vielleicht schon früh zu Ende erzählt. Mit Rückenproblemen kommt der Sprinter mit 16 zum Sportmediziner, der auch die deutsche Fußball-Nationalmannschaft betreut. Und der macht den Jamaikaner, der an einer Skoliose leidet, mit Kraft- und Stabilisationstraining fit. „Er hat einen großen Anteil an meinen Erfolgen“, sagt Bolt später.

Seine Erkenntnis: „Ich muss mehr tun, wenn ich Champion sein will“, sagt sich Bolt 2007. Da ist er über 200 Meter zu WM-Silber gelaufen. Tyson Gay (USA) war schneller. „Da hat alles begonnen“, sagt Bolt. Ab da habe er sein Leben dem Sport untergeordnet.

Der Durchbruch: Bei den Olympischen Spielen in Peking gewinnt Bolt in Weltrekordzeit über 100 und 200 Meter. Das 100-Meter-Rennen läuft er mit offenem Schuh zu Ende. Im Ziel zeigt er erstmals seine berühmte Geste. „Die kam aus meinem Inneren, so als hätte Gott mir noch ein Talent gegeben.“ Von nun an ist er ein Weltstar.

Die Fabelzeiten: 9,58 Sekunden über 100 Meter bei der WM 2009 in Berlin. 44,72 Stundenkilometer ist er schnell. Unerreichte Fabelwerte. Über 200 Meter gewinnt er ebenfalls in Weltrekordzeit (19,19 Sekunden), ebenso mit der 4x100-Meterstaffel. Wie er das schafft? Sportwissenschaftler erklären, er brauche 41 Schritte für die 100 Meter, die Konkurrenz 42 bis 50. Große Schrittlänge gleich hohe Frequenz. „Mein Hauptziel ist es, eine Legende zu werden“, sagt Bolt.

Die bitterste Niederlage: „Sucht ihr nach Tränen? Das wird nicht passieren“, sagt der 1,95-Meter-Sprinter 2011 bei der WM in Südkorea. Nach einem Fehlstart war er über 100 Meter disqualifiziert worden. Zur Frustbewältigung gibt’s Gold mit der Staffel und über 200 Meter.

Legende: „Ich musste der Welt zeigen, dass ich der Größte bin“, sagt Bolt bei Olympia 2012 in London. Er gewinnt alles. 100 Meter, 200 Meter, Staffel. Erfolgsgeheimnis: „Arbeite hart, sei fokussiert und habe Spaß, egal was du tust.“ 2016 bei den Spielen in Rio wiederholt er das Triple. „Ich bin der Größte!“

Und am Sonnabend? Sechs Läufer waren in diesem Jahr schneller als Bolt, der die 100 Meter in 9,95 Sekunden lief. Im Vorlauf am Freitagabend schaffte er ebenso nur die siebtschnellste Zeit (10,07). Doch auch bei einer Niederlage: Er wird der Größte bleiben.

Von Manuel Becker

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