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20:12 11.02.2018
Anna-Lena Grönefeld (r) und Tatjana Maria setzen sich im Doppel gegen Weißrussland durch. Quelle: Sergei Grits
Minsk

Auch ohne all ihre Stars haben die deutschen Tennis-Damen im Fed Cup für eine große Überraschung gesorgt und erstmals seit drei Jahren wieder das Halbfinale erreicht.

Die stark ersatzgeschwächte Mannschaft des neuen Teamchefs Jens Gerlach setzte sich beim Vorjahresfinalisten Weißrussland mit 3:2 durch und trifft nun in der Vorschlussrunde auf Tschechien. Dabei genießt die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes am 21. und 22. April Heimrecht.

Den entscheidenden dritten Punkt holten in Minsk am Sonntag Anna-Lena Grönefeld und Tatjana Maria in einem dramatischen Doppel. Das deutsche Duo setzte sich nach 2:29 Stunden mit dem fünften Matchball gegen Aryna Sabalenka und Lidziya Marozava 6:7 (4:7), 7:5, 6:4 durch.

"Das ist ein unglaubliches Gefühl", sagte Gerlach. "Es war so ein intensives Wochenende. Die Mädels haben es wahnsinnig gut gemacht." Doppelspezialistin Grönefeld war ebenfalls überwältigt. "Für solche Momente spielt man Tennis. Für sein Land zu spielen und dann so eine Partie zu gewinnen, das ist unbeschreiblich."

Zuvor hatte Maria das deutsche Team am Sonntag durch ein 6:4, 5:7, 6:0 gegen Vera Lapko mit 2:1 in Führung gebracht. Danach musste sich Debütantin Antonia Lottner aber Sabalenka trotz einer starken Leistung 3:6, 7:5, 2:6 geschlagen geben. Am Samstag hatte Maria gegen Sabalenka in drei Sätzen verloren, Lottner in ihrem ersten Spiel für Deutschland überhaupt völlig unerwartet gegen die weißrussische Nummer eins Alexandra Sasnowitsch in zwei Sätzen gewonnen.

Deutschland fehlten in der weißrussischen Hauptstadt neben Kerber und Görges auch Laura Siegemund, Carina Witthöft, Andrea Petkovic und Sabine Lisicki. Die DTB-Auswahl war deshalb als klarer Außenseiter angereist. Doch die Art und Weise, wie sich die Mannschaft vom ersten Tag an in Minsk präsentierte, war mehr als beeindruckend.

Gerlach, der die Langzeit-Teamchefin Barbara Rittner abgelöst hat und bis dato nur Insidern ein Begriff war, gelang es trotz aller Absagen eine verschworene Gemeinschaft zu bilden. Das erwies sich auch im entscheidenden Doppel als Schlüssel zum Erfolg. Im ersten Satz lag das deutsche Duo zwei Mal mit einem Break vorne, gab den Durchgang dann aber doch noch im Tiebreak ab.

Doch Gerlach sprach Grönefeld und Maria weiter Mut zu, aus der deutschen Box um Rittner gab es immer wieder Anfeuerungsrufe. So kämpften sich die Deutschen zurück in die Partie und schafften mit 7:5 den Satzausgleich. Im dritten Abschnitt gelang dem deutschen Duo dann ein schnelles Break, in der imposanten Tschyschouka-Arena wurde es nun erst einmal ruhiger. Zwar mussten Grönefeld und Maria danach so manchen kritischen Moment überstehen, doch sie behielten die Nerven und brachten das Spiel nach Hause. Der Rest war grenzenloser Jubel im deutschen Lager.

Gegen die starken Tschechinnen, die den Fed Cup in den vergangenen vier Jahren drei Mal gewinnen konnten, werden im April aller Voraussicht nach auch Kerber und Görges wieder zur Verfügung stehen. Beide hatten auf die Partie in Minsk verzichtet, weil sie von diesem Montag an beim topbesetzten WTA-Turnier in Doha antreten. Gerlach dürfte dann anders als bei seinem Debüt also die Qual der Wahl haben. Denn auch Maria, Lottner und Grönefeld empfahlen sich für weitere Einsätze. Vor allem das Debüt von Lottner war beeindruckend. "Das hat sie sensationell gemacht", lobte Gerlach die 21-Jährige.

dpa

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