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Jens Lehmann (CDU): „Ich will die Bodenhaftung behalten“

Kandidatencheck Jens Lehmann (CDU): „Ich will die Bodenhaftung behalten“

Jens Lehmann hat sich ein großes Ziel gesetzt. Der 49-Jährige will in den Bundestag. Und mit Zielen kennt sich der Engelsdorfer bestens aus. Als er vor zwölf Jahren seine Profi-Radsportkarriere beendete, hatte er erreicht, wovon viele nur träumen. Er stieg als Olympiasieger, Welt- und Deutscher Meister im Bahnradsport vom Sattel.

Jens Lehmann (gelbes T-Shirt) und CDU-Generalsekretär Peter Tauber (rechts neben Lehmann) beim Joggen mit dem CDU-Wahlkampfteam in Leipzig-Engelsdorf.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig. Lehmann wurde in Stolberg im Harz geboren. Er stammt aus einem christlichen Elternhaus, der Vater war schon zu DDR-Zeiten CDU-Anhänger. Das hat den Jungen geprägt, aber CDU-Mitglied wurde er erst 2003. Mit seiner Einstellung hatte er es nicht immer leicht. Vor der Wende versuchten sie, ihn für die SED zu werben. Und auch danach tickte sein sportliches Umfeld anders. Als Gerhard Schröder (SPD) 2002 zum Kanzler wiedergewählt wurde, „knallten die Sektkorken“, erinnert sich Lehmann. Er war damals bei der WM in Kopenhagen.

Seit 2004 sitzt er für die CDU im Stadtrat. Lehmann ist kein Mann allzu großer Worte, für ihn zählen wie im Sport die Ergebnisse, vor allem die in Engelsdorf, wo er seit 1994 wohnt. Sei es ein Kreisverkehr, eine Erweiterung der Grundschule oder die Planungen für eine Turnhalle: „Das habe ich mit bewegt.“

Nach dem Sport begann der gelernte Schlosser eine Ausbildung zum Erzieher. „Das ist nicht nur ein Beruf, sondern meine Leidenschaft, denn ich arbeite gern mit Kindern“, sagt Lehmann, der mit seiner Frau zwei mittlerweile erwachsene Kinder hat. 2004 kandidierte er schon einmal für den Bundestag. Sollte es diesmal klappen, will er weiterhin einen Tag im Monat mit „seinen“ Kindern im Hort in Machern verbringen, wo er heute arbeitet. „Ich will die Bodenhaftung behalten“, erklärt er.

Familie und Bildung stehen ganz oben auf Lehmanns Agenda. Als Erzieher habe er täglich mit „den Nöten, Sorgen und Ängsten der Leute zu tun“. Lehmann will sich für eine steuerliche Entlastung von Familien stark machen. Sie sollten leichter Wohneigentum bilden können, indem beispielsweise die Grunderwerbssteuer für sie reduziert wird. Mehr Geld und Personal sei nötig, um die Qualität in der frühkindlichen Bildung zu verbessern. Er setzt sich auch für die Vergleichbarkeit von Bildungsabschlüssen ein, für einheitliche Prüfungen, damit Schüler bundesweit die gleichen Zugangschancen zu Hochschulen haben und nicht die im Vorteil sind, die leichter an gute Zeugnisse kommen. Wenig verwunderlich ist, dass Sportvereine ihre Wunschlisten bei ihm abgeben. Eines steht für Lehmann aber schon fest: „Die Leistungssport-Reform 2018 darf keine Nachteile für Leipzig haben.“ Er werde für Leipzigs Olympia- und Bundesstützpunkte kämpfen, versichert er.

Morgens halb sieben dreht er täglich seine Jogging-Runde in Engelsdorf. Die zehn Kilometer läuft er in einer dreiviertel Stunde. Diese Gewohnheit würde er auch in Berlin nicht aufgeben. Der Ex-Radprofi will fit bleiben. Muss er wohl auch. Lehmann: „Ich wäre dann ja der erste Olympiasieger im Bundestag.“

 

Von Klaus Staeubert

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