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WK Leipzig I Christoph Neumann (AfD): „Es fehlt der Bundeswehr praktisch an allem“
Thema Specials Bundestagswahl in Leipzig WK Leipzig I Christoph Neumann (AfD): „Es fehlt der Bundeswehr praktisch an allem“
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Illustration zur Bundestagswahl 2017 in Leipzig
09:23 07.09.2017
Christoph Neumann (AfD) Quelle: André Kempner
Leipzig

Christoph Neumann ist ein „Denker“ der AfD. Der gebürtige Leipziger hat am Grundsatzprogramm und am Wahlprogramm der Bundes-AfD mitgeschrieben; sein Fokus liegt insbesondere auf der Innen- und Verteidigungspolitik. Er war Berufsoffizier und Polizist des Bundesgrenzschutzes, Wachpolizist im Berliner Schloss Bellevue und Verwaltungsbeamter im gehobenen Dienst der Landeshauptstadt München. Seit 2011 ist er Unternehmer in Leipzig.

Neumann kritisiert, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrer Flüchtlingspolitik „in Gutsherrenart“ agiert. Länder wie Ungarn oder Bulgarien hätten jahrhundertelang unter der islamischen Fremdherrschaft gelitten. „Dass sie sich gegen die Masseneinwanderung von Moslems wehren, ist doch einleuchtend“, meint der AfD-Stratege. „Sie wissen, was kommt.“ Zum Beispiel, dass Moslems nicht bereit seien, die Sitten und Gebräuche ihres Gastlandes zu respektieren oder sich in die Gesellschaft einzubringen. Und dass sie eine große Gefahr werden können, wenn sie sich organisieren. „Diese Migranten sind im wehrfähigen Alter und kampferfahren“, denkt Neumann laut nach. „Wenn die in einer Nacht alle Bundeswehrkasernen überfallen, sind wir Gefangene im eigenen Land.“

Doch nicht nur dieses Alptraum-Szenario beschäftigt ihn. „Wenn das was Silvester in Köln und beim G-20-Treffen in Hamburg passierte deutschlandweit geschieht, wird es zu einem völligen Umdenken in der Bevölkerung kommen“, prophezeit er. „Und zu gewalttätigen Auseinandersetzungen in einem riesigen Ausmaß.“

Begegnen will der AfD-Mann dieser brisanten Mischung nicht nur mit der sofortigen Ausweisung krimineller Ausländer. Er will vor allem die Wehrpflicht wieder einsetzen und so die Bundeswehr zu einem Stabilitätsanker machen – gegen Bedrohungen der Demokratie von außen und innen. Dafür müsse die abgebaute militärische Infrastruktur wieder neu geschaffen und der Verteidigungsetat auf „mindestens“ zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts angehoben werden. „Es fehlt der Bundeswehr praktisch an allem, was eine leistungsfähige deutsche Verteidigungsarmee benötigt“, argumentiert er. „Wir schicken Soldaten mit Waffen ins Gefecht, die nicht gefechtsbereit sind.“ EU-Ausländer will er aber auf keinen Fall in die deutschen Streitkräfte aufnehmen. „Fremde würden ohne Diskussion auf Deutsche schießen“, sagt er. „Denn die sind ja nicht ihr Volk.“
Für Neumann hat die Bundeswehr vor allem Deutschland zu verteidigen und bis auf UN-Mandate nichts in Afrika und Afghanistan zu suchen. „Was haben uns 15 Jahre Afghanistan gebracht, außer 56 tote deutsche Soldaten?“, fragt er. „Nichts.“

Auch die Bundesmarine will er aus dem Mittelmeer zurückholen. „Dort fahren die Schlepperboote zielgerichtet an den Schiffen anderer Nationen vorbei auf die deutsche Marine zu, lassen die Luft aus ihren Schlauchbooten und wechseln in die Kriegsschiffe, weil sie somit fast auf direktem Weg in das deutsche Asylverfahren gelangen“, schildert er. Das sei keine Aufgabe für die Bundesmarine.
In der Nato will er bleiben. Ein Austritt bedeute die Selbstisolation Deutschlands. „Dies hatten wir bereits in der Geschichte und endete zweimal fatal.“ So ein Austritt sei „unbedingt“ zu vermeiden, so Neumann.

Andreas Tappert

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