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WK Leipzig I Robert Baier (FW): Für Respekt und Gerechtigkeit in der Gemeinschaft
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Illustration zur Bundestagswahl 2017 in Leipzig
10:38 18.09.2017
Robert Baier kandidiert für die Freien Wähler. Quelle: André Kempner
Leipzig

Seine politischen Grundwerte bekam er praktisch mit in die Wiege gelegt. „Dafür, dass ich schon sehr früh Erfahrungen mit Gerechtigkeit und Gleichberechtigung sammeln konnte, muss ich mich bei meinen Eltern bedanken“, sagt Robert Baier (48), der in Leipzig geboren wurde, im Süden der Messestadt aufwuchs und eine katholische Erziehung genoss. „Schon im Kindergarten habe ich mich auf die Seite der Schwächeren gestellt und dafür auch mal Haue bekommen.“ Nach der Schule blieb für ihn in der DDR trotz guter Noten nur noch die Produktionsgenossenschaft in der Landwirtschaft, wo er eine Lehre als Agrotechniker absolvierte.

Dass ihm andere Möglichkeiten verbaut wurden, sieht er vor allen Dingen seiner Position als bekennender Christ in der Jungen Gemeinde geschuldet. „Vor der Wende bin ich dann republikflüchtig geworden“, erklärt Baier. In seiner zwischenzeitlichen baden-württembergischen Heimat absolvierte er eine weitere Lehre zum Konstruktionsmechaniker und schließlich zum Versicherungsfachmann. 1996 kehrte er zurück nach Leipzig, ist heute als Makler für Versicherungen, Finanzen und Immobilien tätig. Als Mitglied der Freien Wähler (FW) möchte er nun in den Bundestag einziehen.

Knackpunkt Familienpolitik

„Wenn die Politik nur noch des Selbsterhalts wegen betrieben wird, ist es eine falsche“, meint der 48-Jährige. Die Gesellschaft müsse sich jedoch weiterentwickeln und diesen Prozess möchte er als Direktmandatsträger mit entsprechenden Anträgen aktiv mitgestalten.

Im Zentrum seiner Motivation steht die Forderung nach Respekt und Gemeinschaft. Knackpunkte sieht Baier dabei unter anderem in der Familienpolitik und den damit verwobenen Feldern. „Die Politik sagt, sie will die Familie stärken, macht ihr jedoch den Weg schwer, indem sie die Hebammen fast wie den Belzebub aus dem Dorf jagen.“ Auch den Ärztemangel in den ländlichen Regionen sieht der Makler als Problem.

Steuergerechtigkeit auf dem Zettel

Für städtische und ländliche Praxisinhaber müssten Regularien gefunden werden, um die unterschiedlichen Voraussetzungen auszugleichen. Insgesamt fehle es zahlreichen Berufsgruppen wie Pflegekräften, Müllentsorgern oder Straßenarbeitern an Anerkennung, angemessener Entlohnung sowie Absicherung im Alter. „Der derzeitige Mindestlohn wird dem nicht gerecht. Die, die eine private Altersvorsorge brauchen, können sie sich eigentlich nicht leisten“, unterstreicht Baier.

Auch umfassende Steuergerechtigkeit steht auf dem Zettel des FW-Mannes. Zum Ziel führt laut Baier jedoch kein Konstrukt aus zahlreichen Steuergesetzen mit Vergünstigungen für bestimmte Verdienstklassen. Vielmehr bedürfte eine Reformation der kompletten Handhabe – etwa mit klaren Steuersätzen ohne Privilegien, gestaffelt nach Einkommensklasse. Geld dürfe nicht einfach aus der Gesellschaft verschwinden. „Es muss wieder zurück in die Wertschöpfung fließen“, glaubt der 48-Jährige.

Mit dem Versprechen an die Leipziger, sein potenzielles Mandat und nur das zu erfüllen, hofft Baier nun auf Erfolg.

André Pitz

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