Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Illustration zur Bundestagswahl 2017 in Leipzig
Google+ Instagram YouTube
Nach der Wahl: Leipziger Parteihochburgen im Überblick

Mehr als schwarz, blau und rot Nach der Wahl: Leipziger Parteihochburgen im Überblick

Roter Süden, schwarzer Norden, blaue Randgebiete – zwischendrin grüne Inseln und ein liberales Zentrum. Zur Bundestagswahl haben sich einige Parteienhochburgen im Leipziger Stadtgebiet herauskristallisiert.

Wahlplakate zur Bundestagswahl 2017 in Leipzig.
 

Quelle: André Kempner

Leipzig.  Norden schwarz, Süden rot – so sieht die Leipziger Wahlkreiskarte nach dem Urnengang am Sonntagabend aus. Im Detail zeigen sich die Stimmenanteile in den einzelnen Stadtteilen aber natürlich etwas differenzierter. So gibt es beispielsweise auch im nördlichen Wahlkreis starke Quartiere der Linken, im Westen und Südosten prägnante AfD-Bezirke, im Süden Hochburgen der Grünen und im Zentrum viele FDP-Wähler. LVZ.de hat sich die Ergebnisse der Wahlbezirke im Detail angeschaut.

Die CDU hat am Sonntag trotz starker Verluste auf das gesamte Stadtgebiet gerechnet die meisten Zweitstimmen bekommen, im Norden auch unangefochten das Direktmandat geholt. Die drei stärksten Wahlbezirke der Christdemokraten mit jeweils mehr als 30 Prozent waren dabei Baalsdorf, Mölkau und Althen-Kleinpösna – allesamt im nördlichen Wahlkreis. Am anderen Ende der Skala rangiert aus Sicht der Leipziger CDU Volkmarsdorf, hier wählten am Sonntag lediglich 13,4 Prozent schwarz.

Die Linke konnte im südlichen Wahlkreis triumphieren, vor allem auch dank der 35,1 Prozent Zweitstimmen im Stadtteil Connewitz. Ähnlich gut lief es für die Roten in Neustadt-Neuschönefeld und in Volkmarsdorf, wo ebenfalls mehr als 30 Prozent der Wähler ihre Zweitstimme der Linkspartei gaben. Diese beiden Stadtteile gehören allerdings zum nördlichen Wahlkreis – in dem trotzdem letztlich die CDU die Oberhand behielt.

AfD-Hochburgen im südlichen Wahlkreis

Sachsens Wahlgewinner AfD war in der Messestadt nicht so stark wie anderenorts im Freistaat. Dennoch kamen die Rechtspopulisten in beiden Leipziger Wahlkreisen zusammengerechnet auf 18,5 Prozent. Absolute AfD-Hochburgen in Leipzig sind vor allem die Stadtteile Lausen-Grünau, Grünau-Nord und Liebertwolkwitz mit jeweils etwa 30 Prozent Zustimmung für die Blauen. Alle drei Areale gehören übrigens zum südlichen Wahlkreis, in dem die Linken am Ende gewannen. Die wenigsten Stimmanteile konnte die AfD in der Südvorstadt erringen – 7,7 Prozent.

Die SPD lag am Sonntag an ihrem Gründungsort in allen Stadtteilen, egal ob Nord oder Süd, auf ähnlichem Niveau zwischen zehn und sechzehn Prozent Zustimmung. Bestwerte für die Sozialdemokraten gab es dabei aus Lößnig, Schönefeld-Ost und Grünau-Ost mit jeweils mehr als 15 Prozentpunkten, am schlechtesten lief es für die Schulz-Partei am östlichen Rand in Althen-Kleinpösna: lediglich 9,7 Prozent.

Grünes Schleußig, FDP-Wähler in der City

Für die Grünen ist Leipzig innerhalb des Freistaates absolute Hochburg – vor allem aufgrund der Wähler im Südwesten und Süden. In Schleußig votierten am Sonntag fast 20 Prozent ökologisch, gefolgt von Südvorstadt und Lindenau mit jeweils mehr als 17 Prozent Grün-Wählern. Eher wenig von grünen Themen halten dagegen – trotz des Stadtteilnamens – die Bewohner in Lausen-Grünau: Hier gab es nur 2,4 Prozent Zustimmung.

Die wiedererstarkte FDP zieht ihr Wählerpotential vor allem auch aus den Stadtteilen der Leipziger City: 14,9 Prozent im Zentrum sind liberaler Spitzenwert, gefolgt von Zentrum-Nordwest und Zentrum-West mit jeweils mehr als zwölf Prozent FDP-Wählerschaft. Dagegen haben es liberale Kandidaten entlang der Eisenbahnstraße und in Connewitz eher schwer: Hier gab es jeweils nur etwa fünf Prozent FDP-Wähler.

Die Partei schafft vereinzelt Fünf-Prozent-Hürde

Bei den Kleinparteien überragt Die Partei deutlich alle anderen. In zwei Stadtteilen konnte die Satire-Bewegung sogar die Fünf-Prozent-Hürde hinter sich lassen: In Connewitz wählten 6,1 Prozent Partei, in Volksmarsdorf 5,4 Prozent. Im benachbarten Neustadt-Neuschönefeld wurde die Hürde nur knapp gerissen: immerhin noch 4,7 Prozent. Kaum Stimmen für Satire gab es dagegen in Thekla, lediglich 0,5 Prozent machten dort ihr Kreuz für die Partei. Trotzdem erhielt die angestrebte Kanzlerschaft von Serdar Somuncu letztlich in beiden Leipziger Wahlkreisen jeweils zwei Prozent.

Ebenfalls nennenswerte Ergebnisse konnte die Tierschutzpartei in ihren Hochburgen Schönefeld-Abtnaundorf, Mockau-Süd und Seehausen mit jeweils mehr als zwei Prozent erreichen. Für die rechtsradikale NPD votierten in Althen-Kleinpösna fast zwei Prozent der Wahlberechtigten, gefolgt von 1,3 Prozent in Paunsdorf und Mockau-Süd.

Höchste Wahlbeteiligung in Schleußig

Die beiden letzteren Stadtteile gehören auch zu den Stadtteilen mit eher niedriger Wahlbeteiligung – etwas mehr als 60 Prozent gaben dort am Sonntag ihre Stimme ab. Der niedrigste Wert im gesamten Stadtgebiet kam aus Volkmarsdorf mit 61 Prozent Wahlbeteiligung. In vielen anderen Stadtteilen wurde die Bürgerpflicht deutlich ernster genommen, 15 Wahlkreise hatten am Sonntag mehr als 80 Prozent Wahlbeteiligung. Den Leipziger Spitzenwert gab es am Sonntag in Schleußig mit 88 Prozent. Im Durchschnitt lag die Wahlbeteiligung in der Messestadt am Sonntag bei 75 Prozent – sieben Prozentpunkte über der bei der letzten Bundestagswahl.

Von Matthias Puppe

Die Best- und Minimalwerte der Parteien im Überblick

CDU:
Hochburgen
32,7 % Baalsdorf
31,4 % Mölkau
31 % Althen-Kleinpösna
Minimum
13,4 % Volkmarsdorf

Linke:
Hochburgen:
35,1 % Connewitz,
32,1 % Volkmarsdorf,
31,5 % Neustadt-Neuschönefeld
Minimum:
12 % Liebertwolkwitz

AfD:
Hochburgen
29,5 % Lausen-Grünau
29,4 % Grünau-Nord
29,3 % Liebertwolkwitz
Minimum:
7,7 % Südvorstadt

SPD:
Hochburgen
16,2 % Lößnig
15,9 % Schönefeld-Ost
15,5 % Grünau-Ost
Minimum:
9,7 % Althen-Kleinpösna

Grüne:
Hochburgen
19,4 % Schleußig
17,9 %  Südvorstadt
17,3 %  Lindenau
Minimum
2,4 %  Lausen-Grünau

FDP:
Hochburgen
14,9 % Zentrum
13 %  Zentrum-Nordwest
12,6 % Zentrum West
Minimum:
4,9 % Volkmarsdorf

  Die Partei:
Hochburgen
6,1 % Connewitz
5,4 % Volkmarsdorf
4,7 % Neustadt-Neuschönefeld
Minimum
0,5 Thekla

Piraten:
Maximum
1 % Volkmarsdorf
1 % Kleinzschocher
0,9  % Reudnitz-Thonberg
Minimum
0,1 % Seehausen

Freie Wähler:
Maximum
1,4 % Dölitz-Dösen
1,4 % Heiterblick
1,3 % Hartmannsdorf-Knautnaundorf
Minimum
0,2 % Baalsdorf

BüSo:
Maximum
0,3 % Neulindenau
0,3 % Grünau-Mitte
0,3 % Lösnig
Minimum
0,0 % Baalsdorf

MLPD:
Maximum
0,4 % Grünau-Nord
0,4 % Volkmarsdorf
0,3 % Schönefeld-Abtnaundorf
Minimum
0,0 % Zentrum

BGE:
Maximum
1,4 % Connewitz,
1,3 % Volkmarsdorf
1,3 % Lindenau
Minimum
0,1 % Plaußig-Portitz

DiB:
Maximum
1,3 % Lindenau
1,2 % Volkmarsdorf
1 % Altlindenau
Minimum
0,0 % Miltitz

ÖDP:
Maximum
0,8 % Seehausen
0,7 % Anger-Crottendorf
0,7 % Reudnitz-Thonberg
Minimum
0,0 % Mockau-Süd

Tierschutzpartei:
Maximum
2,9 % Schönefeld-Abtnaundorf
2,6 % Mockau-Süd
2,3 % Seehausen
Minimum
0,4 Zentrum

V-Partei:
Maximum
0,6 % Mockau-Süd
0,6 % Lindenau
0.5 % Zentrum-West
Minimum
0,0 Hartmannsdorf

  NPD:
Maximum
1,9 %   Althen-Kleinpösna
1,3 %  Paunsdorf
1,3 %  Mockau-Süd
Minimum
0,1 Zentrum-Süd

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wahl in Leipzig und Umgebung

Welche Koalition soll nach der Bundestagswahl 2017 regieren?