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Lehre & Forschung Leipziger Sportpsychologin: Darum stärkt Bewegung die Psyche
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18:50 26.07.2018
Regelmäßige Bewegung hilft dabei, die Psyche zu stärken, sagt die Leipziger Sportwissenschaftlerin Dorothee Alfermann. Allerdings gilt es dabei einige Dinge zu beachten. (Symbolbild) Quelle: Pixabay
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Leipzig

In Funktionsshirt, kurzer Sporthose und Turnschuhen dreht Lukas im Clara-Zetkin-Park seine abendliche Runde. Lukas ist 25 und studiert Maschinenbau an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur in Leipzig (HTWK). Was bringt ihn dazu nach einem langen Tag voller Formeln, Berechnungen und Zeichnungen noch die Laufschuhe zu schnüren?

„Wenn ich laufen war, kann ich mir danach sagen, etwas Gutes gemacht zu haben“, erzählt Lukas. „Außerdem gibt mir die Gewissheit über meine körperliche Fitness auch einfach allgemein ein gutes Gefühl.“ Dass Lukas nicht nur seinem Körper, sondern auch seinem Geist mit dem Laufen etwas Gutes tut, ist auch der aktuelle Stand der Wissenschaft.

Bewegung steigert das Selbstwertgefühl

Regelmäßige Bewegung kann das Selbstwertgefühl steigern, erklärt Dorothee Alfermann. Sie ist Sportwissenschaftlerin und Sportpsychologin an der Universität Leipzig. „Die Erkenntnis, körperlich leistungsfähig zu sein, wirkt sich sehr positiv auf die menschliche Psyche aus“, erklärt Alfermann. Wie Bewegung außerdem unsere Psyche beeinflusst, sei bisher vor allem beim Joggen untersucht worden.

Die Leipziger Sportpsychologin Dorothee Alfermann. Quelle: M.Vennemann

Demnach schüttet unser Körper beim Laufen verstärkt das Glückshormon Dopamin aus. Im Gehirn fördert es die Weitergabe von Impulsen zwischen den Nervenzellen. Neben der Muskelkoordination beeinflusst Dopamin vor allem unser Denken, steigert Motivation und Antrieb.

Sport schafft Ablenkung

Auch unser Konzentrations- und Erinnerungsvermögen profitiert nachweislich von regelmäßiger Bewegung. Durch Sport wird das Gehirn stärker durchblutet. Das wiederum verbessert die kognitiven Fähigkeiten – so eine Erklärung der Wissenschaft. „Hinzu kommt, dass das Laufen keine großen koordinativen Fähigkeiten voraussetzt, anders als beispielsweise die Ballsportarten“, erzählt Alfermann.

Sportliche Betätigungen haben aber noch einen weiterenn entscheidenden Vorteil: Sie schaffen Ablenkung – vor allem in stressigen Phasen. „Bewegung hilft dabei, den Kopf frei zu bekommen und stärkt so auf lange Sicht die Psyche“, erklärt die Sportpsychologin.

Die Dosis ist entscheidend

Bewegung in zu hohem Maße kann aber dem Körper und der Psyche schaden. Beim Hochleistungssport sei das Verletzungsrisiko deutlich erhöht, Wettkämpfe wiederum erzeugten oft psychischen Druck.

Wichtig sei es daher, sich nicht zu überfordern. Die Sportart müsse immer an die jeweiligen körperlichen Fähigkeiten angepasst werden. Ein untrainierter Mensch sollte demnach lieber erstmal mit dem Walken anfangen, anstatt sofort loszurennen, rät Alfermann. Wer anders als HTWK-Student Lukas allerdings gar keinen Sport mag, der könnte mehr Bewegung in seinen Alltag integrieren – einfach mal die Treppen nehmen oder öfter aufs Fahrrad steigen.

Von Anton Kästner

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