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Studenten programmieren elektronischen Organspendeausweis

Hochschule für Telekommunikation in Leipzig Studenten programmieren elektronischen Organspendeausweis

Studierende der Hochschule für Telekommunikation in Leipzig haben den Prototyp eines elektronischen Organspendeausweises entwickelt. BzgA und Krakenkassen haben Interesse bekundet. Nur das Thema Datenschutz macht Probleme.

Prototyp einer Organspende-App

Quelle: Diana Hofmann

Leipzig. Die Nächte waren hart für Diana Hofmann. Bis drei Uhr in der Nacht saß sie manchmal vor ihrem flimmernden Computerbildschirm und programmierte – mit ihren Kommilitonen verbunden über Videochats. War die Entwicklung eines elektronischen Organspendeausweises für die angehenden Wirtschaftsinformatiker zunächst nur ein Seminarprojekt, wurde die Fertigstellung doch schnell zum Herzthema. „Wir haben einfach gemerkt, dass es da Bedarf gibt und es auch wichtig ist, was wir machen“, sagt Diana Hofman: „Das hat uns Antrieb gegeben.“

Bisher nur auf Pappe

Bisher gibt es den Organspendeausweis von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA) in Deutschland nur als kleines Pappkärtchen. Interessierte können dort eintragen, ob sie zur Spende bereit sind und welche Organe sie im Falle ihres Todes freigeben würden. Eine entsprechende Onlineversion speichert Daten auf dem eigenen Mobiltelefon. Das Prinzip funktioniert also nur, wenn ein potentieller Organspender sein Handy erstens dabei und zweitens nicht durch Passwörter gesichert hat.

„In der Praxis ist das eher nicht umzusetzen“, sagt Diana Hofmann. Der elektronische Organspendeausweis, den sie zusammen mit elf anderen Bachelorstudierenden an der Hochschule für Kommunikation entwickelt hat, funktioniert deshalb anders. Statt auf dem eigenen Gerät, sollen die Angaben der Organspender auf einem zentralen Server gesichert werden.

Noch steht der Server in Studentenhaushalt

Hier liegt der Knackpunkt. Denn noch ist der elektronische Organspendeausweis nur ein Prototyp, dessen Server im Haus eines Projektteilnehmers steht. Diana Hofmann und ihre Gruppe hoffen aber auf baldige Unterstützung und haben die App daher schon bei Krankenkassen und der BzgA vorgestellt. Interesse sei dabei in allen Gesprächen bekundet worden. Nur verwalten möchte die Datenbank bisher niemand. „Die Leute haben verständlicherweise einen großen Respekt vor dem Thema Datenschutz“, sagt Diana. „Dabei wären die elektronischen Angaben viel sicherer, als auf dem Papierausweis.“ Neben den in Deutschland geltenden Richtlinien, hat die Projektgruppe noch einen zusätzlichen Schutz in ihre App eingebaut.

Sicherheit über Datenbankfotos

So muss, wer online eine Angabe ändern möchte, zunächst einen Code beantragen. Dieser muss notiert und mit einem Foto des eigenen Gesichts hochgeladen werden. Transplantationsbeauftragten soll es so möglich sein, im Falle eines Hirntods direkt zu überprüfen, ob der Mensch in der Datenbank mit dem Patienten in der Klinik übereinstimmt.

81 Prozent der Deutschen sind laut einer Studie der BzgA aus dem Jahr 2016 einer Organ- oder Gewebespende gegenüber aufgeschlossen. Letztendlich füllen aber nur 32 Prozent auch einen Spenderausweis aus. Die App der Projektgruppe um Diana könnte dabei helfen, bestehende Hürden zur Beschaffung eines Ausweises abzubauen. Immerhin ist die elektronische Version schnell heruntergeladen.

Zum Spenden missionieren soll die App aber nicht. „Die Leute sollen sich auf informeller Basis für ein Ja oder Nein entscheiden können“, sagt Diana. Deshalb stellt die App neben dem Ausweis auch Informationen über Transplantationen zur Verfügung. Benutzer können außerdem ihr eigenes Wissen über Organspenden über ein Quiz testen. Fehlt nur noch ein Partner, der den Datenserver verwaltet. Sonst bleibt die gute Idee nur auf dem Papier bestehen.

Von Hanna Gerwig

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