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Arthaus statt Action

Unikino Arthaus statt Action

Ein Kinoabend samt Popcorn und neuestem Streifen: Das ist ein unterhaltsames, aber teures Vergnügen. Eine Alternative bietet „Kaleidoskop“: Das Leipziger Unikino zeigt für zwei Euro ältere Filme abseits des Mainstreams.

Gemeinsam mit acht Kommilitonen organisiert Patrick Wenig (24) den Filmklub.

Quelle: Christine Reißing

Leipzig. Das surrende Geräusch rotierender Filmrollen fehlt. Einen roten Samtvorhang gibt es auch nicht. Und statt gemütlicher Kinosessel stehen im „Kaleidoskop“, dem Filmclub der Universität Leipzig, bloß Hörsaalsitze aus Holz. „Die Idee war, ein Kino für Studenten zu machen, um die Liebe zum Film weiterzugeben. Und das für wenig Geld“, erzählt Patrick Wenig. Der 24-Jährige studiert Kommunikations- und Medienwissenschaft und hat den Filmklub mit aufgebaut. „Ein Kaleidoskop bietet abwechslungsreiche, vielfältige und vielfarbige Bilder. Das gleiche Prinzip gilt für unser Unikino“, sagt er. Seit dem Wintersemester 2014/15 bringt sein Team Arthaus-Filme in Hörsäle der Leipziger Uni. Ursprünglich bezeichnet der Begriff „Arthaus“ Programmkinos, die sich auf Autorenfilme spezialisiert haben. Also solche, bei denen der Regisseur die Gesamtkomposition samt Schnitt und Drehbuch bestimmt, zum Beispiel Woody Allen oder Sofia Coppola.

„Unser Anspruch ist nicht, die neuesten Streifen zu zeigen, sondern Filme, die man nicht so auf dem Schirm hat. Filme, die bilden.“ Deshalb zeigen die neun Studenten die Werke auch nicht kommentarlos. Politische Brisanz hatte zum Beispiel „Citizenfour“, die Dokumentation über den Whistleblower Edward Snowden. Exklusiv zeigte der Filmklub im Sommer „Dogtooth“ – eine griechische Produktion, die es weder in deutsche Kinos noch in Filmverleihe geschafft hatte. Vor jedem Film fasst einer der Organisatoren Fakten und Hintergründe des Films zusammen. Manchmal sind die Regisseure persönlich anwesend, wie in diesem Semester Matthias Schmidt („Alle Jahre wieder“, 9. Dezember) und Tom Lass („Kaptn Oskar“, 6. Januar).

Der Filmklub steht unter der Schirmherrschaft des Studentenrats. Von ihm erhält der Klub jährlich 100 Euro Unterstützung. Den Rest müssen die Organisatoren über das Eintrittsgeld von 2 Euro finanzieren. Erfahrungsgemäß kämen 30 bis 50 Gäste, schätzt Patrick Wenig. „Wenn wir zu wenig Geld einnehmen, haben wir Pech gehabt. Die Miese müssen wir dann später wieder reinholen – oder privat auslegen.“ Pro Film kostet die gesamte Veranstaltung zwischen 30 und 100 Euro. Denn um die Filme öffentlich zeigen zu können, sind Lizenzen nötig. Die bekommen die Studenten über die Göttinger Agentur Uni-Film. Vor allem die älteren Filme hat diese aber oft nicht auf Lager. Dann müssen die Leipziger die Rechte direkt bei den Filmfirmen kaufen. Patrick Wenig glaubt, dass sich „Kaleidoskop“ in seinem Programm von anderen Uni-Kinos in Deutschland abhebt: „Wenn wir bei Uni-Film in Göttingen unsere Bestell-Liste abgeben, kommt oft zurück: ‚Was ist denn das für ein Film?‘“

Von Christine Reißing

„Kaleidoskop“ zeigt die Filme an Mittwochabenden für zwei Euro in Hörsaal 11. Filmstart ist jeweils um 19 Uhr. Der nächste Film läuft am 09. Dezember: „Alle Jahre wieder“ von Matthias Schmidt.

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