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Studentenleben Finswimming: Schwimmen so schnell wie ein Delfin
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11:51 09.01.2018
Wilfried Krause leitet den Finswimming-Kurs des Leipziger Hochschulsports.    Quelle: Dayala Lang
Leipzig

„Dürfen wir heute Arielle spielen?“, fragt eine Studentin den Kursleiter Wilfried Krause, 27. Den Meerjungfrauenvergleich hört er eigentlich nicht gern. Das klänge nach seichtem Plantschen im Wasser. „Dabei ist Finswimming ein sehr schneller, dynamischer Sport“, betont er. Nachdem die Studierenden eineinhalb Monate zunächst mit zwei Schwimmflossen geübt haben, dürfen heute alle die sogenannte Monoflosse ausprobieren. „Gar nicht so einfach, da reinzukommen“, bemerkt eine andere Studentin, während sie ihre Füße mit Seife einreibt und in die enge Halterung zwängt.

Die Monoflosse ist schwerer und hat eine deutlich größere Angriffsfläche als zwei reguläre Tauchflossen. Wie ein Delfin bewegen sich die Finswimmer in wellenartigen Bewegungen durchs Wasser. Der Impuls geht vom Oberkörper über die Hüfte und Beine in die Flosse über. Beherrscht ein Schwimmer die Technik, ist es die schnellste Fortbewegungsart im Wasser, die der Mensch ohne motorische Hilfsmittel erreichen kann. Kursleiter Krause lernte mit fünf Jahren das Flossenschwimmen, seinen ersten Wettkampf mit einer Monoflosse hatte er mit 14. „Aufgrund der körperlichen Belastung ist es Kindern noch nicht erlaubt, mit der Monoflosse anzutreten“, erklärt er.

Besonders populär in Osteuropa

Der Sport, der dem militärischen Kampftauchen entsprang, stammt aus der ehemaligen Sowjetunion. Heute ist er in der Ukraine und in Russland immer noch sehr verbreitet. Günstig sei Finswimming nicht, sagt Krause. „Die Monoflossen sind sehr teuer und halten nur ein bis zwei Jahre, wenn sie mehrmals pro Woche benutzt werden.“ Produziert werden sie überwiegend von einem ukrainischen Hersteller. "Die Profi-Wettkampfflossen kosten zwischen 500 und 600 Euro, die Trainingsvariante hier circa 170 Euro“, erläutert Krause. Für den Hochschulkurs stellt sie der Leipziger SC DHfK (Sportclub Deutsche Hochschule für Körperkultur) zur Verfügung.

Wilfried Krause leitet den Finswimming-Kurs. Quelle: Dayala Lang

„Es ist echt cool, mit der Monoflosse zu schwimmen, aber ich habe das Gefühl, noch gar keine Kontrolle darüber zu haben“, sagt Michelle Kleyr, 27, als sie aus dem Becken kommt. Die Kunstgeschichtsstudentin arbeitet nebenher als Unterwasserfotografin und hat einen Tauchschein. „Ich wollte mich sportlich weiterentwickeln und Finswimming hat mich fasziniert, weil es die schnellste Technik ist.“

Der 23-jährige Lukas Jany stimmt ihr zu: „Es ist kompliziert mit der Monoflosse, auch weil man viel größere Ausholbewegungen machen muss. Aber man merkt direkt, wie viel schneller man damit sein kann.“ Neben seinem Wirtschaftswissenschaftsstudium schwimmt Jany mehrmals die Woche im Verein. „Finswimming war mal was Neues für mich und macht echt Spaß.“

Noch eine Randsportart

Kursleiter Wilfried Krause ist zufrieden mit den Teilnehmenden. „Obwohl sie alle aus unterschiedlichen Sportarten kommen, von Ballett bis Unterwasserhockey, sind sie echt gut. Am Anfang war ich etwas nervös, da ich noch keine Trainingserfahrung hatte und auch Anfänger für den Sport begeistern möchte.“

Finswimming ist bisher noch eine Randsportart. Obwohl es bereits 1986 durch das IOC (Internationales Olympisches Komitee) als olympische Disziplin anerkannt wurde, hat der Sport es noch nicht ins olympische Programm geschafft. „Unsere Hoffnung ist, dass wir zu den Olympischen Spielen 2024 in Paris endlich aufgenommen werden“, erklärt Wilfried Krause mit einem Lächeln.

Dayala Lang

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