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Studentenleben Pflegedienst, Rollator und Demenz: HTWK informiert Studierende und Mitarbeiter
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16:03 04.11.2015
Quelle: Ines Eisele
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Leipzig

Es ist ein Thema, mit dem sich Studierende für gewöhnlich nicht auseinandersetzen: Die Pflege von Angehörigen. Aber eine noch nicht veröffentlichte Befragung zeigt, dass rund 100 der 6231 HTWK-Studierenden bereits mit Pflege zu tun haben oder hatten. Auch das rege Treiben am Tag der Familie offenbart das Interesse junger Menschen. Mitarbeiter und Studierende konnten sich darüber informieren, welche Möglichkeiten es gibt, wenn ein Angehöriger zum Pflegefall wird. Gesine Bächer-Brösdorf, HTWK-Beauftragte für eine familiengerechte Hochschule, erklärte: „Bei Studierenden sind es oft die Großeltern oder die Eltern, die nicht mehr für sich selbst sorgen können. Aber auch Geschwister oder der Partner können durch angeborene Einschränkungen, Unfälle oder Krankheiten pflegebedürftig sein.“

An den Infoständen, etwa vom Pflegenetzwerk Leipzig oder vom Verband Volkssolidarität, ließen sich viele Besucher persönlich beraten. Mit einem Alterssimulationsanzug konnten sie testen, wie es sich anfühlt, alt zu sein. In einem Vortrag erfuhren sie, wie man zum Beispiel einen guten Pflegedienst findet oder welche Ansprüche man bei der Kranken- und Pflegeversicherung geltend machen kann.

Die Studentin Yvonne Röhming hat der Tag der Familie überzeugt: „Das Thema Pflege ist so unübersichtlich, da finde ich es toll, dass man hier mal gebündelt Infos bekommt“, erklärt sie. „Bei dem Vortrag habe ich Dinge erfahren, auf die mich sonst wohl niemand hingewiesen hätte – zum Beispiel, dass Pflegepersonen am besten ein Pflegetagebuch führen sollen.“ Für Yvonne ein wertvoller Tipp, denn bei ihrer Großmutter ist Anfang des Jahres Demenz diagnostiziert worden. Noch lebt sie allein zuhause, doch bald – das weiß Yvonne ob des demenztypischen Krankheitsverlaufs – wird das nicht mehr möglich sein. Dann muss Yvonne zusammen mit ihrer Familie entscheiden, was das Beste für ihre Großmutter ist: zwischen ambulanter Pflege, betreutem Wohnen und Pflegeheim gibt es viele Möglichkeiten.

Saskia Kuhnert, Mitarbeiterin an der Fakultät der Wirtschaftswissenschaften, hat zwar noch keinen konkreten Fall in der Familie, wollte sich aber frühzeitig mit dem Thema auseinandersetzen: „Meine Eltern sind schließlich auch schon Rentner. In einer Akutsituation möchte ich wissen, was zu tun ist.“

Vorsorge war auch das Stichwort des zweiten Vortrags an diesem Tag: Es ging um Vollmachten und Verfügungen. Die Botschaft von Rechtsanwalt Andrej Greif bleibt haften: „Egal, ob studierend oder berufstätig, ob 18 oder 40 Jahre alt. Falls noch nicht geschehen, legen Sie so bald wie möglich in einer Vorsorgevollmacht fest, wer Ihr Vertreter sein soll, wenn Sie selbst körperlich oder geistig nicht mehr dazu in der Lage sind. Sonst legt der Staat diese Person fest.“

Ines Eisele

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