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11:07 13.07.2018
Simon vor der Airbnb-Website Quelle: Claudia Hempel
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Leipzig

Ein Bett, einen Computer und freies Wlan: Das bekommt, wer in Simons Leipziger WG ein Zimmer mietet. Da dort häufig ein Bett frei ist, haben Simon und seine Mitbewohner vor einigen Monaten beschlossen, bei Airbnb ein Gastgeber-Profil anzulegen - um den Wohnraum sinnvoll zu nutzen, wie Simon sagt. Über Airbnb können private Wohnungen oder Zimmer als Urlaubsaufenthalt vermietet werden. Touristen können dadurch ein näheres Verhältnis mit den Bewohnern der Region aufbauen, so bewerben die Betreiber von Airbnb zumindest ihr Konzept.

Dieses steht aber schon lange nicht mehr im Vordergrund, denn auch Events und Erlebnisse kann man buchen. Wer doch mehr Luxus will, kann sich über das neueste Upgrade Airbnb-Plus eine noble Wohnung suchen. Kaspar, der nicht will, dass sein richtiger Name genannt wird, hält nicht sehr viel von diesem Upgrade. Er bietet schon seit zwei Jahren eines der Zimmer in seiner Wohnung auf dem Portal an. Einen ständigen Mitbewohner will er nicht, seine Wohnung sei dafür nicht geeignet.

Die Politik reagiert besorgt

Simon und seine Mitbewohner haben ihren Vermieter über ihre Aktivitäten bei Airbnb benachrichtigt. Kaspar hingegen beruft sich darauf, dass es erlaubt sei, Gäste bis zu 14 Tage unangemeldet zu beherbergen. Dafür hat er aber seine zusätzlichen Einnahmen dem Finanzamt mitgeteilt. Was gut durchdacht war, da nun die Finanzbehörde alle Namen der Airbnb-Gastgeber verlangt. Denn es wird vermutet, dass viele Gastgeber ihr Gewerbe nicht angemeldet haben und somit Steuern hinterziehen.

Ein weiteres Problem ist die Besetzung von Wohnraum. In Berlin wurde deshalb die Wohnraumnutzung mit dem Zweckentfremdungsgesetz eingeschränkt. Somit ist die Nutzung von Wohnraum für andere Zwecke als das Wohnen genehmigungspflichtig. In Leipzig steht zurzeit noch genügend Wohnraum zur Verfügung. Dennoch haben schon einige Wohngesellschaften wie die LWB dazu aufgerufen, Hinweise zu möglichem Missbrauch von Wohnraum zu melden.

Auch die Politik in Leipzig reagiert besorgt auf den Anstieg des Airbnb-Angebots. “In Anbetracht des knapper werdenden Wohnraums in Leipzig ist das äußerst problematisch”, sagte etwa SPD-Fraktionschef Christopher Zenker. Auf der anderen Seite profitiert die Stadt auch von Airbnb. So werden durch die privaten Unterkünfte mehr Übernachtungsmöglichkeiten zur Hochsaison, wie zum Beispiel zur Buchmesse, geschaffen.

Simon und Kaspar werden nun auf ein Ende der Debatte warten müssen. Bis dahin sind sie in der Grauzone, die Airbnb aufwirft, noch als freundliche Gastgeber sicher.  

Von Claudia Hempel

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