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Die Akte Unister News.de: Unister verkauft Nachrichtenseite an Verlag aus Nürnberg
Thema Specials Die Akte Unister News.de: Unister verkauft Nachrichtenseite an Verlag aus Nürnberg
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16:56 03.02.2017
Jetzt wurde auch das Unisterportal news.de verkauft.  Quelle: dpa
Leipzig

 Der Verkauf der insolventen Unister-Portale geht weiter. Ein mittelständisches Familienunternehmen aus Nürnberg hat die Seite news.de erworben. Das teilte Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther am Freitag mit. Der Übergang sei am Donnerstag erfolgt. Die 20 zum Nachrichtenanbieter gehörenden Arbeitsplatze sollen am Standort Leipzig erhalten bleiben.

Der Käufer übernehme neben dem Geschäftsbetrieb auch die Markenrechte und die IT-Infrastruktur. Der Gläubigerausschuss habe dem Geschäft bereits zugestimmt, über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden.

Über die Identität des neuen Eigentümers hüllt sich Flöther in Schweigen. Er wolle ungenannt bleiben, hieß es. Nach Informationen der Leipziger Volkszeitung handelt es sich um ein Unternehmen der Müller-Media-Gruppen. Verantwortliche der Gesellschaft wollten sich auf LVZ-Anfrage nicht zum Kauf äußern.

Die Familiengruppe gibt erfolgreich Anzeigenblätter heraus und ist an regionalen Radiosendern und verschiedenen Digitalangeboten beteiligt. Gegründet wurde es wenige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Fernsprechbuch-Verlag.

Der Erwerber, so Flöther, will das Geschäftsmodell von Unister fortführen und weiterentwickeln. Das Portal solle mit bereits vorhandenen Aktivitäten bei der Audio- und Videoproduktion zusammengeführt werden. „Der Erwerber ist mit seinem breitem Know-how und seinem breit gefächerten Angebots-Portfolio der ideale Partner für news.de“, unterstrich Flöther.

Nach Angaben des Branchendienstes Meedia verzeichnete news.de im Dezember 2016 noch 4,28 Millionen Besuche der Seite. In Spitzenzeiten zwischen 2010 und 2011 habe dieser bei bis zu 15 Millionen gelegen, sei aber auch durch kostenintensives Suchmaschinenmarketing erreicht worden.

Von Matthias Roth

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