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"Ein Licht im Advent" 2017 Delitzscher Familie freut sich über großzügige Spenden
Thema Specials Ein Licht im Advent "Ein Licht im Advent" 2017 Delitzscher Familie freut sich über großzügige Spenden
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09:26 09.04.2018
Vater Tim Kaiser, Mama Ulrike Liebau, Hendrik Liebau und Maximilian Kaiser wünschen sich eine Urlaubsreise. Sie waren noch nie gemeinsam lange und weit weg von zu Hause. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Weihnachten werden die Herzen größer. Die LVZ möchte mit ihrer diesjährigen Spendenaktion „Ein Licht im Advent“ eine Delitzscher Familie in den Urlaub schicken, denn da waren die vier Delitzscher seit über sieben Jahren nicht zusammen. Eine ganz normale Familie wollen sie sein: Ulrike Liebau (37, Altenpflegerin), Tim Kaiser (37, Schweißer), Maximilian (16, Schüler) und Hendrik (11, Schüler). Das Schicksal lässt das seit sieben Jahren nicht zu, traf beide Jungs ziemlich hart. Bei Hendrik wurde damals Nieren-Krebs diagnostiziert, es folgte ein langer Leidensweg. Heute scheint die Krankheit besiegt, Hendrik geht den Leidensweg jedoch weiter, denn die Chemo-Therapie hat seine Leber lebensbedrohlich geschädigt. Im vergangenen Jahr wurde bei seinem jetzt 16-jährigen Bruder Leukämie festgestellt. „Das ist wirklich Schicksal. Das beide Jungs an verschiedenen Krebskrankheiten erkranken ist unwahrscheinlicher als ein Lottogewinn“, sagt Ulrike Liebau.

Seit sieben Jahren ist alles anders

Die 37-Jährige hat ein Lächeln auf den Lippen. Heute und aktuell sei weitgehend Stabilität ins Leben der Familie zurückgekehrt. Der Umzug innerhalb von Delitzsch steht bevor. Delitzsch wollen sie treu bleiben, hier fühlen sie sich wohl. Der eher langweilig daherkommende Wunsch „Urlaub“ gewinnt mit jedem Satz, den die Mutter spricht, an Bedeutung. Seit sieben Jahren prägt der Krebs das Leben der Familie. Operationen, Therapien und jede Menge Einschränkungen. Hendrik muss rund um die Uhr betreut und überwacht werden. Äußerlich unterscheidet sich der Elfjährige nicht von anderen Jungs. Aber in ihm tickt eine kleine Zeitbombe, denn die geschädigte Leber sogt für einen zu hohen Blutdruck, in dessen Folge Adern platzen können. Dann muss sofort operiert werden, um die innere offene Wunde zu schließen. Im März 2015 ist genau das passiert. Und es kann jederzeit wieder passieren. Eine Intensiv-Pflegerin begleitet ihn tagsüber wie ein Schatten. Unter anderem nimmt sie mit im Klassenraum platz und am Unterricht teil, um im Notfall sofort reagieren zu können.

Erneute OP ist gut verlaufen

Einmal im Jahr untersuchen Spezialisten in Hannover den Jungen. Im Juni stellten sie „keine Verschlechterung, aber auch keine Verbesserung“ seines Zustandes fest. Aber sie haben auch Unregelmäßigkeiten bemerkt. Am Donnerstag musste Hendrik darum erneut operiert werden. „Hendrik hat den Eingriff gut überstanden, wir sind zufrieden. Wenn alles gut verläuft kann er das Krankenhaus vielleicht schon Ende nächster Woche verlassen“, sagte die Mutter am Freitag. Es war der sechste operative Eingriff nach der Chemo-Therapie.

Zustand normalisiert sich

Im Mai 2016 erwischte es dann Maximilian. Der leidet an einem Aufmerksamkeitssyndrom, ist hyperaktiv und wie seine Mutter sagt „ziemlich schmerzunempfindlich“. Als er eines Abends weinte und über starke Schmerzen klagte, sind wir ins Georg nach Leipzig gefahren. Max wurde untersucht. Das Ergebnis lautete Blutkrebs. Glücklicher Weise eine leichte Form. Es folgte eine Chemo-Therapie bis Januar dieses Jahres. Seitdem normalisiert sich sein Zustand. Bis Mai 2018 muss er eine sogenannte Erhaltungstherapie machen, Tabletten schlucken und regelmäßig untersucht werden. Beide Jungs gehen wieder zur Schule.

Schlimmste Zeit hoffentlich überstanden

„Die schlimmste Zeit haben wir hoffentlich überstanden. Jetzt träumen wir von einer Zukunft, in der der Krebs nicht mehr unser tägliches Leben dominiert. Ulrike und Tim leben seit 14 Jahren zusammen, auch die Hochzeit wurde immer wieder verschoben. „Die Hochzeit wollen wir demnächst auch schaffen“, sagte die 37-Jährige. Der erste richtige gemeinsame Urlaub im kommenden Sommer könnte das Glück der Familie perfekt machen. Fliegen sei zwar nicht möglich, aber mit dem Auto kann es ruhig weit weg gehen. „Mal raus aus Delitzsch, wir vier zusammen. Ausspannen außerhalb des Alltags, das wäre was ...“, schwärmt Ulrike Liebau.

Am Sonnabend geht es in Stadion – RB Karten zum Nikolaus

Der Nikolaus, in dem Fall ist das Christian Sigismund, hat bei unserer Delitzscher Familie den Stiefel mit vier Eintrittskarten für das Heimspiel von RB Leipzig am Samstag gefüllt. Als Gegner dieser Fußball-Bundesligapartie reist der FSV Mainz 05 an. Der Geschäftsführer des Leipziger Ingenieurbüros Zimmermann und Becker hat die Aktion „Ein Licht im Advent“ in der LVZ verfolgt. „Ich bin Eilenburger, lebe auch in Eilenburg und lesen regelmäßig die Kreiszeitung. Wir haben uns in der Firma unterhalten und wollten helfen, der Familien ein Nikolausgeschenk bereiten, so sind wir auf die Idee mit den Karten gekommen“, sagte der 39-Jährige. Die Familie war sofort begeistert. „Die Jungs fiebern dem Samstag schon entgegen. Sie bestehen darauf, dass ich mitfahre, um RB Leipzig auch mal live zu erleben. Das ist ein tolles Geschenk über das wir uns sehr freuen. Für mich wird es der erste Stadionbesuch überhaupt. Ich bin sehr gespannt“, sagte Ulrike Liebau, die Mutter von Maximilian (16 Jahre) und Hendrik (11). Die beiden Delitzscher Jungs waren an Krebs erkrankt. Die LVZ-Aktion möchte die Familie unterstützen und in den Urlaub schicken, den ersten gemeinsamen seit vielen Jahren. Mal raus aus Delitzsch, für etwas mehr als nur ein paar Tage. Denn das haben sie gemeinsam noch nicht erlebt. Die Leser sind aufgerufen, mit einem kleinen Obolus zu helfen. „Meine Männer sind große Fußballfans. Sie waren schon mal in Halle im Stadion und auch schon einmal in Leipzig“, so die Mutter. Der dritte Bunde ist übrigens Vater Tim Kaiser. Und auch der sagt: „Danke lieber Nikolaus“.

Aktueller Spendenstand am 8. Dezember

Der aktuelle Spendenstand für unsere Delitzscher Famile ist bei exakt 5450,09 Euro angelangt. „Das ist unglaublich, damit haben wir nicht gerechnet. Vielen, vielen Dank. Das ist schon jetzt für uns ein außergewöhnliches Weihnachtsfest“, freuen sich Ulrike Liebau und Tim Kaiser, die Eltern von Maximilian (16 Jahre) und Hendrik (11). Die beiden Delitzscher Jungs waren an Krebs erkrankt. Die LVZ-Aktion möchte die Familie unterstützen und in den Urlaub schicken, den ersten gemeinsamen seit vielen Jahren. Mal raus aus Delitzsch, für etwas mehr als nur ein paar Tage. Denn das haben sie gemeinsam noch nicht erlebt. Geht es nach den Jungs – und nach denen geht es, sagen die Eltern – reisen die vier Delitzscher im kommenden Sommer in den Süden.

www.lvz.de/spendenaktion

Von Frank Pfütze

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