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Ein Licht im Advent Grimmaer Verein will Wartesaal in nepalesischer Klinik aufmöbeln
Thema Specials Ein Licht im Advent Grimmaer Verein will Wartesaal in nepalesischer Klinik aufmöbeln
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14:19 20.11.2018
Lungenarzt Arne Drews, Vorsitzender des Grimmaer Vereins Nepalmed. Quelle: Frank Schmidt
Grimma

Das Krankenhaus Amppipal befindet sich in 1020 Metern Höhe und gilt mit seinem deutsch-nepalesischen Personal im ganzen Land als Lebensretter-Klinik.

Immer wieder tragen Männer die Kranken auf Bahren heran. „Bis zu 100 Leute kommen täglich zu Fuß, manche marschieren mehrere Tage“, sagt der promovierte Grimmaer Lungenarzt und Vorsitzende des Vereins Nepalmed, Arne Drews.

Jede der Patientenliegen habe noch eine Art Beibett – für ein mitgereistes Familienmitglied. Dieses kümmere sich dann Tag und Nacht mit um den Kranken, bekocht ihn auch in extra dafür vorgesehenen Nischen.

Erdbeben zerstörte Teile der Klinik

Mit ihrer Aktion „Ein Licht im Advent“ möchte die LVZ die Klinik im bettelarmen Nepal unterstützen. Gesammelt werden Spenden für die dringend notwendige Ausstattung des neuen Wartesaales, der kurz vor der Fertigstellung steht.

Der Vorgängerbau musste nach dem verheerenden Erdbeben von 2015 abgerissen werden. Die Naturkatastrophe forderte allein in Nepal über 9000 Tote.

Drews beziffert die Summe, die für die Anschaffung der Möbel fällig ist, auf rund 3500 Euro. Kommt das Geld zusammen, könnte der Wartebereich bereits Ende des Jahres in Betrieb genommen werden.

So können Sie spenden

Sie möchten ein oder mehrere Projekte der LVZ-Aktion „Ein Licht im Advent“ unterstützen? Hier erfahren Sie, wie Sie spenden können.

Erschreckend niedriges Niveau des Gesundheitswesens

In den 1990er-Jahren reiste Arne Drews noch als Medizinstudent durch die Ortschaften am Himalaya-Gebirge.

Er hatte nicht nur Augen für den Mount Everest, sondern auch Augen für das erschreckend niedrige Niveau der Gesundheitsversorgung.

Um das Berghospital Amppipal zu unterstützen, gründete Drews im Jahr 2000 in Grimma mit 13 Gleichgesinnten den Verein Nepalmed. Inzwischen hat er weltweit fast 700 Mitglieder.

Ulrich Heidecke: Training in Amppipal

Gepostet von Nepalmed am Montag, 12. November 2018

Husten, chronische Bronchitis und Asthma sind in Nepal wesentlich häufiger als in Deutschland. Überall in den Hütten werden offene Feuerstellen zum Kochen benutzt. Dadurch bleibt der Qualm im Raum. Aufklärung tut Not. Und Hilfe zur Selbsthilfe!

OP-Gebäude, Kreißsaal, Mutter-Kind-Haus, aber auch Wasserfilterstationen, Müllverbrennungsanlage und Photovoltaik – in den vergangenen 18 Jahren realisierte der Verein Projekte im Wert von über einer Million Euro.

Das Weihnachtsfest der Hindus heißt Dashain. Es dauert etwa 14 Tage. Gefeiert wird dabei der Sieg einer guten Göttin über einen bösen Dämon.

Die Geschenke sind zumeist sehr bescheiden. Bauern, sie machen rund 80 Prozent der Bevölkerung aus, verdienen monatlich rund 20 Euro.

Besonders junge arbeitslose Männer wandern täglich ab. Sie gehen nach Indien, Malaysia oder in die Golfstaaten: „Unter menschenunwürdigen Bedingungen bauen sie dort die Stadien für die nächste Fußball-WM. Nicht selten verunglücken sie tödlich oder kehren verletzt heim“, sagt Drews.

Arne Drews vom Verein Nepalmed engagiert sich für das Hospital Amppipal in Nepal. Der Lungenarzt aus Grimma mit Auszubildenden des Krankenhauses. Quelle: privat

Jeder Cent hilft, Flüchtlingsströme zu begrenzen

Jeder Cent für Nepalmed helfe dabei, die Flüchtlingsströme zu begrenzen und den Menschen vor Ort eine Perspektive zu geben: „Wir bringen so gut wie nichts mit. OP-Tisch, Röntgengeräte und Sterilisatoren – alles wird vor Ort gekauft. Die regionale Wirtschaft profitiert davon. Auch die örtlichen Baufirmen kommen durch uns in Lohn und Brot.“

Der Verein finanzierte einen ganzjährig begehbaren Wanderweg durch den Distrikt Gorkha. Bauern entlang der Route können den Touristen dadurch ihre Produkte anbieten.

Arne Drews würde sich über einen Erfolg der LVZ-Aktion sehr freuen. Er selbst tut sein Möglichstes, um Gelder für den guten Zweck einzuwerben. Inzwischen schrieb er in seiner eng begrenzten Freizeit schon drei Nepal-Krimis. Den Erlös, rund 14000 Euro, spendete er komplett für die Hilfsorganisation. Der vierte Krimi erscheint Mitte Dezember. Er heißt ,Netzwerk’ und thematisiert Tierschmuggel und Wilderei.

www.nepalmed.de

Von Haig Latchinian

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