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Flüchtlinge in Leipzig 145 Flüchtlinge in Leipziger Olbricht-Kaserne angekommen
Thema Specials Flüchtlinge in Leipzig
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07:58 05.10.2015
Helfer bauen Zelte auf in der General-Olbricht-Kaserne in Leipzig. Quelle: Johanniter
Leipzig

In der Turnhalle der General-Olbricht-Kaserne in Leipzig sind in der Nacht zum Montag 145 Flüchtlinge angekommen. Gegen 1.30 Uhr erreichte der letzte von drei Bussen das Gelände, wie Wieland Keller, Regionalvorstand der Johanniter, sagte. Die meisten stammen demnach aus Afghanistan. Unter ihnen sind laut Keller 18 Frauen und 40 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren, darunter auch ein 10-jähriges Kind.

Der erste Bus war kurz nach 21.30 Uhr mit 45 erschöpften Flüchtlinge an der Kaserne angekommen. Gegen 16 Uhr waren die Menschen in Passau auf die Reise geschickt worden. Um 22 Uhr traf noch ein weiterer Bus mit 48 Personen ein. Die Hilfskräfte vor Ort wurden im Vorfeld nicht darüber informiert. Unter den Flüchtlingen soll sich auch ein etwa zwei Jahre altes Kleinkind befinden. Der dritte Bus aus Passau sei auf dem Weg nach Leipzig am Nachmittag mit einem technischen Defekt liegen geblieben, hieß es.

„Die Menschen bekommen jetzt erst einmal was zu essen“, erklärte Wieland Keller von den Johannitern am Abend gegenüber LVZ.de. „Danach werden sie registriert, bekommen einen Beutel mit Hygieneartikeln.“ Wenn die unmittelbaren menschlichen Bedürfnisse erfüllt sind, erst dann kommen die Menschen ins Bett.

Die Bundeswehr hatte die Turnhalle als Notquartier für bis zu 200 Flüchtlinge zur Verfügung gestellt. Sie war bis zum Samstag für die Asylsuchenden vorbereitet worden. Es wurden Feldbetten aufgestellt und mit Schlafsäcken ausgestattet. Neben Sanitäranlagen, Duschen und Einrichtungen zur Sicherstellung des täglichen Bedarfs seien auch die ersten Hilfsgüter aus der Sachspendenzentrale angeliefert worden, erklärte Lars Menzel von den Johannitern gegenüber LVZ.de.

„Wir hatten heute einen Abschlusslehrgang der Katastrophenhilfe in der Johanniter-Akademie“, berichtete Menzel am Samstag. „Die Übung haben wir als Realfall gestaltet: Aufbau einer Notunterkunft.“ Dazu gehörte auch, dass die Lehrgangsteilnehmer in den Einsatzfahrzeugen als Konvoi mit Sondersignal durch die Stadt zur Olbricht-Kaserne fuhren. Acht Teilnehmer waren neben weiteren ehrenamtlichen Helfern am Samstag im Einsatz. Die Leipziger Kaserne soll genauso wie eine Kaserne in Frankenberg als Notquartier dienen. In Frankenberg wird nach Angaben der Bundeswehr ein winterfestes Zelt aufgebaut.

Unterdessen gab es am Samstag in Heidenau, das Ende August Schauplatz fremdenfeindlicher Krawalle geworden war, eine antirassistische Demonstration. Die Teilnehmer forderten eine sichere und menschenwürdige Unterbringen von Geflüchteten. Nach Polizeiangaben blieb am Nachmittag alles ruhig. Auch in Görlitz waren am Samstag Kundgebungen angemeldet - unter dem Motto „Görlitz weltoffen“ stellten sich verschiedenen Initiativen dem Bündnis „Görlitz wehrt sich“ entgegen. Die Polizei war nach eigenen Angaben mit einem größeren Aufgebot in der ostsächsischen Stadt im Einsatz. Dabei wurden zwei Beamte verletzt.

joka/lvz

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