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Flüchtlinge in Leipzig Ehemaliges Interpelz-Gebäude in Leipziger Innenstadt wird Flüchtlingsunterkunft
Thema Specials Flüchtlinge in Leipzig
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18:43 05.10.2015
Das ehemalige Interpelz-Hochhaus am Brühl wird Flüchtlingsunterkunft.  Quelle: André Kempner
Leipzig

Das frühere Interpelz-Bürohaus in der Leipziger Innenstadt wird eine Flüchtlingsunterkunft. Das leerstehende Hochaus am Brühl 34-50 soll bis zu 522 Menschen zeitweilig aufnehmen. Eine entsprechende Eilentscheidung, über die der Stadtrat auf seiner Sitzung am 28. Oktober unterricht werden soll, traf Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD). Diese ermöglicht es ihm, ohne Zustimmung des Stadtrates einen Mietvertrag mit dem privaten Eigentümer des Hauses abzuschließen. Noch im Oktober sollen die ersten Asylbewerber einziehen.

Die Nutzung sei bis April 2016 befristet. „Es gab keine andere Möglichkeit, so kurzfristig den bestehenden Bedarf an Plätzen zu decken“, erklärt Jung in der Begründung zu der der LVZ vorliegenden Eilentscheidung mit der Nummer VI-DS-01903. Das Objekt könne „mit wenigen Maßnahmen“ als Unterkunft hergerichtet werden. Im Erdgeschoss müssten noch 50 Duschen eingebaut werden. Die Zimmer bieten Platz für zwei bis sechs Personen.

Die Leiterin des Sozialamtes, Martina Kador-Probst, bestätigte gegenüber der LVZ die Eilentscheidung des OBM, sprach jedoch zunächst nur von einer Prüfung des Objektes. Diese soll in zwei Wochen abgeschlossen sein. Eine Sprecherin der Stadtbau AG erklärte auf Anfrage: „Das Gebäude Brühl 34 - 50 wird zu einem Hotel umgebaut, die Baumaßnahmen beginnen planmäßig im nächsten Frühjahr. Aktuell wird geprüft, ob das Haus bis dahin temporär Flüchtlingen Schutz vor dem Winter bieten könnte. Bislang sind jedoch noch nicht alle Rahmenbedingungen abschließend geklärt."

Das ehemalige Interpelz-Hochhaus am Brühl. (Archivfoto) Quelle: André Kempner

Das Gebäude gehört der Stadtbau AG. Der Eigentümer sei bereit, das Haus vorübergehend mietfrei der Stadt zu überlassen. Lediglich die Kosten für den Einbau der Sanitärzellen (110. 000 Euro) müsse die Stadt tragen. Die Nutzbarkeit des Bürohauses lasse sich in ein bis zwei Wochen herstellen. In diesem Jahr muss Leipzig 5400 Flüchtlinge aufnehmen. Bislang lag die Prognose bei 2700 Erstantragstellern und 350 Folgeantragstellern.

Von Klaus Staeubert und Jens Rometsch

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