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Flüchtlinge in Leipzig Leipziger Sachspendenzentrale benötigt Winterkleidung für Flüchtlinge
Thema Specials Flüchtlinge in Leipzig
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14:19 03.11.2015
Täglich neue Ware: Ehrenamtliche Helfer des Flüchtlingsrats sortieren die Sachspenden im Straßenbahnhof Leutzsch. Winterkleidung wird gerade benötigt. Quelle: André Kempner
Leipzig

 Leipzig. Der Winter rückt immer näher und die Notunterkünfte suchen händeringend nach Kleidung und Decken für untergebrachte Flüchtlinge. „Die Verteilung der Kleidung läuft nicht nach dem ‚Wünsch-dir-was’-Prinzip ab, sondern deckt wirklich nur die Grundversorgung ab“, erläutert Christoph Graebel, Projektleiter der Sachspendenzentrale Leipzig. Die Asylbewerber besitzen gewöhnlich keine Wechselkleidung, sondern nur die, die sie seit ihrer Flucht am Leib tragen.

„Indoor-Spielzeug, Kuscheltiere und Sommer-T-Shirts haben wir momentan zuhauf“, erläutert Graebel. Decken, Winterjacken, Langunterhosen und Winterhosen würden hingegen dringend benötigt. Auch Schals, Mützen, Socken und Handschuhe sind derzeit gefragt. Voluminöse Bettdecken mit Daunenfedern hingegen nicht. Zum einen solle der „soziale Frieden“ nicht gefährdet werden, zum anderen würden diese Decken gar nicht auf die schmalen Schlaf-Pritschen der Flüchlinge passen. Die ist nämlich nicht 1,20 Meter breit, sondern 60 Zentimeter. Daher seien Schlafsäcke und Kuschel- oder Wolldecken geeigneter.

Privatspender hätten solche Qualitätsbettdecken meistens auch abgegeben, wenn diese so fleckig und löchrig waren, dass sie sie selbst nicht mehr benutzen wollten. „Die können wir den Flüchtlingen aus hygienischen Gründen auch nicht mehr anbieten und kriegen sie dann nicht mehr los“, gibt Graebel zu bedenken. 

Notunterkünfte benötigen jeden Tag tonnenweise Kleidung

„Nach wie vor kommen gute Sachspenden bei uns an, die sofort eingesetzt werden können“, sagt Graebel gegenüber LVZ.de. Auch wenn sich die Anzahl seit Anfang des Spendenaufrufs mittlerweile etwas verringert hat, konnte sich die Spendenhäufigkeit auf ein konstantes Niveau einpendeln. „Große Lücken“ gebe es zum Beispiel bei der Unterwäsche. 

Die Notunterkünfte, die von der Sachspendenzentrale Leipzig beliefert werden, benötigten pro Tag tonnenweise Anziehsachen. „Benötigen kleine Notunterkünfte nur ein bis zwei Paletten Kleidung, so sind es bei der Messehalle 4 täglich vier Stück“, unterstreicht Graebel.

Im Schnitt werden bis zu 50 Euro gespendet

Seitdem die Ernst-Grube-Halle für die Unterbringung von Flüchlingen genutzt wird, hat die Sachspendenzentrale eine Onlineplattform ins Leben gerufen, worüber hilfsbereite Bürger spenden können. 97 Personen haben diese Möglichkeit bereits genutzt, um für Winterjacken und Lange Unterhosen zu spenden. Im Schnitt wird zwischen 30 und 50 Euro gespendet. Die höchste Einzelspende lag bei 1000 Euro.

6321,60 Euro sind bislang zusammengekommen. 80 Prozent fehlen noch. 24.568 Euro bräuchte die Organisation, um den vollen Kleidungsbedarf abzudecken. Von dem Betrag kauft die Sachspendenzentrale Leipzig die Kleidungsstücke ein, die aus hygienischen Gründen Neuware sein müssen.

Auch Obdachlosen wird damit geholfen

Spenden kann jeder, angefangen bei einem Euro. Nicht nur den Flüchtlingen, auch den Obdachlosen kommt das Geld zugute, denn die Sachspendenzentrale arbeitet eng mit der Obdachlosenhilfe Sachsen, dem Kommunalen Amt für Kinder- und Jugendschutz sowie dem Suchtzentrum Leipzig zusammen. „Wir unterscheiden bei unserer Hilfe nicht nach Pass“, betont Graebel.

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