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Highfield News Die Leipziger Band Peak Inc. über ihren Auftritt beim Highfield-Festival
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05:00 16.08.2017
Bei einem Bandwettbewerb haben Peak Inc. einen Highfield-Auftritt gewonnen: Johannes Freund, Daniel Hartmann, Max Heiden, Felix Kießig und André Schneider (von links). Quelle: EHH Fotografie
Leipzig

Interview mit Peak Inc.:

In den 90ern habt ihr begonnen, euch mit Musik zu beschäftigen, richtig?

Also, was das bewusste Hören von Musik angeht, auf jeden Fall. Zu den guten alten Zeiten von MTV und Viva war es als Jugendlicher ja geradezu unmöglich, an dem, was uns am Ende doch sehr geprägt hat, vorbeizukommen. Die damalige Popkultur war überall präsent, und auch wenn wir zum Teil selber noch keine Musik gemacht haben, hatte diese musikalische Ära starken Einfluss auf uns und unsere Entwicklung. Für jeden einzelnen von uns war damals schon klar, dass wir irgendwann mal selber Musik machen wollen. Wir haben uns mit der Zeit alle an unterschiedlichen Genres – Punkrock, Metalcore, Folk oder auch Pop – ausprobiert, bis wir dann irgendwann festgestellt haben, dass wir am meisten die Musik der 90er Jahre zelebrieren, und irgendwie so ist dann Peak Inc. entstanden.

Seid ihr Retro-Rocker?

Na ja, kommt drauf an, was man darunter verstehen will. Wir selber definieren Retro-Rocker als eher ältere Semester mit langen Haaren oder Vokuhila, typischer Lederweste und Armbändern, die sehr virtuos an ihren Instrumenten sind und zum Teil das gute alte Material covern. Das sind wir definitiv nicht! Wir sehen uns selber als zeitgemäße Band, die durch die Kombination aktueller Musikstile vielleicht an das erinnert, was in den 90ern mal wesentlich größer war. Wir kombinieren klassischen Nu Metal mit zeitgemäßem Rock und HipHop-Elementen, betrachten unsere Musik aber dennoch mit einem gewissen nostalgischen Auge. Die einen erinnert das stark an Nu-Metal-Bands wie Limp Bizkit, Rage Against The Machine oder Linkin Park aus den 90ern, für die anderen wiederum ist es was ganz Neues, da sie einfach aus einer viel jüngeren Generation stammen.

Ihr kommt aus Leipzig, Magdeburg, Cottbus und Wittenberg. Wo habt ihr euch getroffen, auf einem Festival?

Unsere Findungsgeschichte ist weniger spektakulär, als man denken mag. Dahinter steht leider keine Story mit Festivalromantik. Unsere beiden Gitarristen André und Hannes haben sich über eine Facebook-Annonce von André kennengelernt und den Grundstein für die Band gelegt. Anfangs wollten die beiden eher was in Richtung Stoner und Psychedelic machen. Irgendwann hat André dann seinen langjährigen Freund Felix als Sänger ins Boot geholt. Der ist Fan der ersten Stunde von 90er-Jahre-Nu-Metal und hat die Band letztlich in die aktuelle Richtung gelenkt. Max, von dem keiner damals wusste, wie er Schlagzeug spielt, kam danach dazu. Und als letztes vor knapp einem halben Jahr folgte unser Bassist Daniel unserem Aufruf, nachdem wir uns von seinem Vorgänger getrennt hatten. Felix und Daniel sind tatsächlich die einzigen Ur-Leipziger in der Band.

Bestehen eure Vorgänger-Bands Arranged Chaos, Raging Rabbit, Jesse Flame & The Burnberries, J.A.M.T, Wrong Rabbit und AntiPop weiterhin?

Wie es nun mal so ist, verliert man sich auch nach gemeinsamen Bands oftmals aus den Augen. Ein Großteil der alten Bands hat sich entweder direkt oder kurz nach dem Ausstieg eines der Mitglieder aufgelöst. Arranged Chaos, bei denen Felix als Sänger aktiv war, haben nach seinem Ausstieg noch eine ganze Weile unter neuem Namen weitergemacht. Unseres Wissens sind die Jungs aber nicht mehr aktiv. Die einzige Band, die noch da ist, ist die Folk-Formation Jesse Flame & The Burnberries, die in kleiner Besetzung hin und wieder noch was macht.

Was bedeutet „D.F.W.Y.M.S“?

Das ist der Titel unserer ersten Single, die wir im Juni mit dazugehörigem Video veröffentlicht haben. Ausgeschrieben steht es für „Don’t Forget What Your Mommy Said“. Da das auf einer Setlist viel zu lang ist, kam irgendwann diese Schreibweise und hat sich dann so manifestiert. Der Song selber ist dann doch sehr kritisch und behandelt das Thema Gewalt aus einem anderen Blickwinkel. Insbesondere spricht er sich aktiv gegen Rechtsradikalismus und andere Gewaltgruppierungen aus. Die Titelzeile dient hierbei als Metapher und spricht, wie sehr oft in unseren Texten, besagte Gruppierungen direkt an. Letztlich erheben wir in dem Song einen warnenden Zeigefinger und weisen auf die alte Kinderstube und die Werte hin, die wir vom Elternhaus mitbekommen haben.

Beim Highfield-Festival wimmelt es ja vor Kollegen und Größen. Wem, neben dem Publikum, würdet ihr da gern im Gedächtnis bleiben?

Das Line-up in diesem Jahr ist sehr rockig aber auch hiphop-lastig. Das wiederum ist für uns sehr spannend, da wir unter Umständen doch viele Berührungspunkte mit den „Großen“ haben. Bands wie Beginner, Kraftklub, Casper, Donots oder Montreal sind da natürlich Namen, zu denen wir selber als Konsument einen sehr starken Bezug haben und bei denen wir finden, dass sich die Zielgruppen gut überschneiden könnten. Es ist schwierig zu sagen, wem man da am ehesten im Gedächtnis bleiben will, grundsätzlich erstmal jedem. Und als kleine Band, wie wir es sind, reicht es uns auch schon, wenn wir den einen oder anderen aus dem Publikum mitreißen können.

Das Highfield-Festival findet von Freitag bis Sonntag am Störmthaler See bei Großpösna statt; Peak Inc. sind am Samstag, 13.30 Uhr, auf der Blue Stage dran. Stand Dienstag sind noch 2500 Karten übrigen, Kombiticket 159 Euro, Tagesticket 89 Euro; www.highfield.de. Weitere Infos zu Peak Inc.: www.peakincband.de

Von Bert Hähne

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