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Blick zurück in Leipzigs Vergangenheit Zum Baden an den Balaton - Die Trabi-Geschichten der LVZ-Leser
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21:20 13.10.2017
Mit dem Trabant im Urlaub (Nutzerbild) Quelle: Gitta Seupel
Leipzig

Am liebsten berichten Leser von ihren Urlaubsreisen mit dem Trabant. Die gingen nicht nur an die Ostsee oder in den Thüringer Wald, sondern für die damaligen Verhältnisse ziemlich weit bis nach Ungarn an den Balaton oder bis ans Schwarze Meer. „Und waren immer ein Erlebnis“, wie Annemarie und Matthias Mai aus Dresden berichten. Schon in Zinnwald habe ihr damals sechsjähriger Sohn gefragt, ob sie „endlich in Ungarn“ seien. An eine Autobahn war damals für die 700 Kilometer noch nicht zu denken. Man schaukelte gemütlich über Landstraßen und freute sich, pannenfrei anzukommen.

60 Jahre Trabi - was für ein Anlass, die alten Fotoalben noch einmal aufzuklapenn. LVZ-Leser schicken ihre ganz persönlichen Fotos. Leipzig oder Spreewald, Uckermark oder Schwarzes Meer - der Trabi brachte Familien zu DDR-Zeiten ans Ziel. Und mancher hat die Liebe zur "Rennpappe" bis in die Gegenwart hinein kultiviert. 

Zuverlässig sei auch ihr erster Trabi gewesen, berichten Regina und Hans-Joachim Appel (beide 74) aus Leipzig. Und wegschleppen konnte der was. „Es war der helle Wahnsinn.“ Ihre Kinder (ein und sieben Jahre) hatten 1971 auf der Fahrt an die Ostsee ausreichend Platz auf der Luftmatratze im Inneren des Wagens, während das Gepäck („vier Zentner“) auf dem Dach verstaut wurde. „Der Gepäckträger war nicht selten Marke Eigenbau“, schreibt Sabine Liebster (70) und legte ein Foto von 1979 bei mit drei lachenden Kindern auf dem Autodach. So sei man natürlich nicht losgefahren.

Dass der Trabi seinen Spitznamen „Rennpappe“ zu Recht verdient, beweist Peter Menzel aus Bautzen. Er gewann die diesjährigen Ostdeutschen Autocross Masters (OACM) in Frohburg am Kaplanberg. Wolfgang Riedel aus Borna hat fotografiert und berichtete: „Erstaunlich ist dabei immer wieder, wie flott und materialfest diese Leichtgewichte über die anspruchsvollen Crosspisten flitzen.“

Der Trabant ist auf deutschen Straßen übrigens wieder leicht im Kommen, nachdem es nach der Wende mit den Zulassungszahlen steil bergab ging. Anfang diesen Jahres waren laut Kraftfahrt-Bundesamt 34 .449 Trabant zugelassen – 900 mehr als ein Jahr zuvor. Tom Zoch (47) ist der lebende Beweis, dass der Trend anhält. 1996 kaufte er seinen ersten Trabi für 700 D-Mark. Das Fahrzeug habe man ihm leider angezündet. Sein aktueller sei Panamagrün mit elfenbeinfarbenem Dach. „Diesen hege und pflege ich. Und im Herbst 2018 bekommt er sein H-Kennzeichen.“

So können Sie mitmachen

Wenn Sie, liebe Leser, Fotos von Ihrem Trabant haben, dann schicken Sie diese bitte mit einem kurzen Text (wann und wo aufgenommen), mit Ihrem Namen und Ihrem Alter per E-Mail an: zeitzeugen@lvz.de oder per Post an: LVZ-Redaktionsservice, Peterssteinweg 19, 04107 Leipzig; Kennwort: Trabant.

Für alle eingesandten Fotos versichern die Absender, dass sie volljährig sind und über alle Rechte am eingereichten Bild verfügen. Falls auf dem Bild Personen erkennbar sind, haben alle abgebildeten Personen ihr Einverständnis zur Teilnahme an der Fotoaktion und Veröffentlichung des Bildes gegeben. Das eingeschickte Bild ist frei von Rechten Dritter.

Die Einsender gestatten die honorarfreie Veröffentlichung bei Nennung des vollen Namens in allen Print- und Online-Produkten der Leipziger Verlags- und Druckereigesellschaft mbH & Co. KG und deren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften sowie das Hochladen der Bilder auf den Unternehmensseiten in den sozialen Netzwerken auf Facebook, Twitter und Instagram.

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Eine Legende wird 60: Am 7. November 1957 lief in Zwickau der erste Trabant (P 50) vom Band. Die einen verbinden mit dem vor allem Trabi jahrelanges Warten, die anderen dagegen Urlaubsfahrten an Ostsee oder Balaton. Die LVZ startet eine Leseraktion: Schicken Sie uns Ihr Foto von Ihrem ersten Trabant.

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