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Hochwasser in Sachsen
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Bundeswehr bereitet neue Deichsprengung bei Löbnitz vor - Weiterhin Gefahr für Bitterfeld

Bundeswehr bereitet neue Deichsprengung bei Löbnitz vor - Weiterhin Gefahr für Bitterfeld

Die Hochwasser-Lage an der Mulde bei Löbnitz spitzt sich weiter zu. Löbnitz und die Gemeinde Sausedlitz werden seit dem Vormittag zwangsevakuiert, weil der Seelhausener See überläuft.

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Die Staatsstraße 12 zwischen Pouch und Löbnitz ist weggespült durch den Wasserstrom Richtung Seelhausener See. Die Lage spitzt sich weiter zu.

Quelle: Ditmar Wohlgemuith

Kreis Nordsachen. Zur Stunde bereitet die Bundeswehr eine Deichsprengung nördlich von Löbnitz vor, um Wassermassen zurück ins Muldebett zu leiten. Die erste Sprengung am Dienstag hatte nicht so viel Entlastung gebracht, wie die Experten gehofft hatten.

Bis zu 500 Kilo Sprengstoff könnten auch heute noch einmal zum Einsatz kommen, um eine weitere Deichöffnung zur Mulde hin zu schaffen. Nach Deichbrüchen hatte sich neben der Mulde ein zweiter Fluss gebildet, dessen Wassermassen in den Seelhausener See strömten. „Die Deichbrüche verursachen große Probleme“, so Axel Bobbe, Leiter der Talsperrenverwaltung Untere Pleiße.

Der Wasserstand durch die Überströmungen und Wassermassen aus dem See seien höher als der Muldestand, erklärte Bobbe weiter. Die Fluten ergießen sich auch in den Goitzschesee, der in Bitterfeld-Wolfen Schäden anrichten wird, wenn er über die Ufer tritt. Die Stadt ist in Alarmbereitschaft, schon am Vortag mussten dort tausende Menschen ihre Häuser verlassen. Die Bundeswehr erhöhte am Mittwoch bestehende Sicherungsdeiche mit Sandsäcken, teilte die Stadt mit.

Hänge können abrutschen - Straßen sind bereits aufgerissen

Die Hoffnung konzentriert sich jetzt auf die zweite Deichsprengung, um den Abfluss des Hochwassers in die Mulde zu erhöhen. Der Sprengstoff wird per Hubschrauber an den richtigen Ort gebracht. In den Damm müssen tiefe Löcher gebohrt, mit Sprengstoff gefüllt und wieder verschlossen werden, so Bobbe.

Durch die Fluten seien in dem Gebiet um Löbnitz bereits Straßen auf mehreren hundert Metern Breite aufgerissen worden. In dem ehemaligen Tagebaugebiet könnten außerdem Grundbrüche nicht ausgeschlossen werden, denn durch das nach Sachsen-Anhalt abfließende Wasser entstehe eine Sogwirkung. „Der Hang am See könnte zum Beispiel wegrutschen“, so Landkreis-Sprecher Rayk Bergner gegenüber LVZ-Online.

Die Polizei warnte die Bewohner über Lautsprecherwagen. "Wir appellieren dringend, den Aufforderungen zu folgen und das Gebiet zu verlassen. Das ist keine freiwillige Sache", betonte Bergner. Das Wasser würde außerdem nicht nur nach Sachsen-Anhalt ablaufen, sonder auch Straßen in Löbnitz fluten. Die Gefahrenlage sei in dieser Dramatik nicht absehbar gewesen. Sammelräume für die Evakuierung in Löbnitz und Sausedlitz befinden sich im Eichenast Löbnitz sowie im Haus der Begegnung in Sausedlitz.

Evelyn ter Vehn

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