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Hochwasser in Sachsen
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Die Flut kommt: Magdeburg evakuiert Stadtteil - Straßen laufen voll

Die Flut kommt: Magdeburg evakuiert Stadtteil - Straßen laufen voll

Die Sonne scheint, in einem Garten mäht ein Mann das meterhohe Gras - fast wirkt die Szene idyllisch. Doch auf der Straße neben dem Garten reihen sich die Feuerwehrautos, einige Meter entfernt sehen die Straßen schon wie kleine Flüsse aus.

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Quelle: dpa

Magdeburg. Das Hochwasser der Elbe hat den Magdeburger Stadtteil Rothensee erreicht. Und es steigt.

Die Stadt hat am Abend die Räumung von Rothensee angeordnet, über Facebook, Radio und Fernsehen laufen die Aufforderungen an die Bürger, ihre Häuser zu verlassen. Später sollten auch noch Lautsprecherwagen losfahren. Doch viele von den Bewohnern denken nicht daran zu gehen: „Wir bleiben hier, hundert Prozent“, sagt etwa Anwohner Jürgen Sterzing.

Er ist sauer. Den Frust bekommt vor allem Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) ab: „Vor zwei Tagen hat er noch gesagt, Magdeburg ist sicher“, schimpft auch Wolf Thiele auf Trümper. Der hätte die Bürger eher warnen müssen, meint er.

Dabei sagt Trümper auch am Samstagabend noch: „Wir wollen keine Panik machen.“ Menschenleben seien derzeit nicht in Gefahr. Aber die Leute sollten so schnell wie möglich ihre Häuser verlassen. Sie müssten sich darauf einrichten, etwa eine Woche anderswo unterzukommen. Nach einigen Kurzschlussbränden in Verteilerkästen in den Häusern ist der Strom aus Sicherheitsgründen abgeschaltet worden. Auch andere Ortsteile sind von der Räumung bedroht. Eine Flutwelle werde es aber nicht geben.

„Wir bleiben hier. Vor zwei Tagen wurde noch jede Gefahr abgewiegelt“, ärgert sich auch Heinz-Herbert Ramisch. Gemeinsam mit seiner Frau Doris und einem Nachbarn hat er Waschmaschine und Gefriertruhe aus dem Keller nach oben gewuchtet. „Die Heizung wird wohl hin sein“, befürchtet er. In manchen Kellern steht das Wasser in Rothensee schon bis zur Hüfte. Andere schätzen die Lage anders ein. Eine Familie mit drei Kindern hetzt mit Koffern und einem Käfig mit Wellensittichen zu ihrem Auto - keine Zeit für ein Gespräch.

An einigen Straßenecken wuchten die Menschen nach wie vor Sandsäcke übereinander. „Na, ob das noch hilft, es ist die Not der Verzweiflung“, sagt Thiele. Eine Frau weint: „Am Freitag mussten wir aus Randau raus und sind hierher zu unseren Kindern. Nun müssen wir hier auch weg.“ Auch Anke Söchting will auf jeden Fall ihre Wohnung verlassen. „Ich habe eine Tochter, da hat man Verantwortung“, sagt die Frau.

dpa

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