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Hochwasser in Sachsen
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Hochwasser in Dresden soll unter 9 Metern bleiben – Anwohner kämpfen mit den Fluten

Hochwasser in Dresden soll unter 9 Metern bleiben – Anwohner kämpfen mit den Fluten

Auch wenn das aktuelle Elbe-Hochwasser wohl unter dem von 2002 bleibt kämpfen zahlreiche Dresdner fieberhaft gegen die Flut. In vielen Stadtteilen versuchen Einsatzkräfte und Freiwillige gemeinsam, mit Sandsäcken und Barrieren das Wasser in Schach zu halten.

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Soldaten und freiwillige Helfer errichten am Mittwoch (05.06.2013) im Dresdner Stadtteil Laubegast einen Damm aus Sandsäcken zum Schutz vor dem ansteigenden Hochwasser der Elbe.

Quelle: dpa

Dresden. Der Höhepunkt wird frühestens in der Nacht zu Donnerstag erwartet. Einen echten Scheitelpunkt gibt es wohl aber nicht, stattdessen bleibt die Lage wohl über Tage angespannt. Am Mittwoch 13.45 Uhr erreichte der Elbepegel den Wert von 8,48 Metern.

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Dresden. Auch wenn das aktuelle Elbe-Hochwasser wohl unter dem von 2002 bleibt kämpfen zahlreiche Dresdner fieberhaft gegen die Flut. In vielen Stadtteilen versuchen Einsatzkräfte und Freiwillige gemeinsam, mit Sandsäcken und Barrieren das Wasser in Schach zu halten. Der Höhepunkt wird frühestens in der Nacht zu Donnerstag erwartet.

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Zuvor hatte es Irritationen über schwankende Messstände gegeben. Letztlich stellte sich heraus: Der elektronische Messpegel für Dresden war am Vormittag defekt, wurde gegen 11 Uhr wieder repariert.

Das Landeshochwasserzentrum rechnet inzwischen für die Elbe in Dresden mit einem maximalen Wasserstand von 8,50 Meter bis 8,70 Meter, für Schöna an der tschechischen Grenze mit 10,70 Meter bis 10,90 Meter, für Riesa bis zu 9,80 Meter und für Torgau mit bis zu 9,25 Meter. „Wir gehen von neun Meter plus aus, die 9,40 Meter sind inzwischen ausgeschlossen“, sagte der zuständige Referatsleiter im Umweltministerium, Martin Socher, noch am Vormittag. „Plus“ bedeute 20 Zentimeter nach oben oder unten. Nach Angaben von Innenminister Markus Ulbig (CDU) wird der Wasserstand noch weiter ansteigen.

Mehr als 1000 Haushalte evakuiert

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Der überflutete Dresdner Stadtteil Gohlis (Sachsen) am 05.06.2013.

Quelle: dpa

Derweil werden in Dresden immer mehr Menschen evakuiert. In Gohlis mussten mehr als 1000 Anwohner ihre Häuser verlassen. Der Stadtteil war wegen zu niedriger Deiche bereits am Dienstag aufgegeben worden.

Am Mittwoch wurde auch Laubegast wieder zur Insel. Am Vormittag wurde mit der Leubener Straße die letzte Verbindung zum „Festland“ überspült. Um 11 Uhr gab es einen Aufruf der Stadt zur freiwilligen Evakuierung des Stadtteils.

Im Zentrum war die Lage weiter stabil, das Terrassenufer ist meterhoch überspült, an Semperoper und Landtag wurden am Vormittag die Flutwände noch einmal erhöht. Allerdings arbeitete sich das Wasser seit Dienstagabend immer weiter das Terrassenufer in Richtung Sachsenplatz hinauf. Die Schule am Terrassenufer wurde mit einem zwei Meter hohen Sandsack-Damm geschützt. Auch die umliegenden Häuser wurden notdürftig mit Sandsäcken geschützt.

3500 Haushalte ohne Strom

Insgesamt rund 3500 Haushalte in Dresden sind ohne Strom, die Wasser- und Wärmeversorgung sei aber nicht gefährdet.

Am Lockwitzbach und an der Weißeritz hat sich die Lage hingegen wieder entspannt. Die Weißeritz, die 2002 verheerende Schäden verursacht hatte, blieb dieses Mal in ihrem Flussbett und wurde am Dienstag auf Warnstufe zwei heruntergestuft. "Da sieht man, dass die 36 Millionen Euro Hochwasserschutz in die Weißeritz gut investiert waren", kommentierte Christian Korndörfer, der Leiter des Umweltamtes.

Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) sprach am Dienstag von einer "beherrschbaren Gefährdungslage". Unsicherheit und Angst hat sie bei den Menschen gesehen, die ihr Hab und Gut bereits 2002 verloren haben. "Es gibt eine hohe Emotionalität in der Bevölkerung", sagte Orosz und sprach damit auch die Hilfsbereitschaft an, die zu spüren sei, wenn Hilfe gefragt ist. Die OB selbst hat inzwischen auch Flutvorsorge getroffen. Sie wohnt in Loschwitz nahe der Elbe, hat ihren Keller leer geräumt und die Waschmaschine in Sicherheit gebracht.

Zahlreiche Straßensperrungen - Kulturveranstaltungen fallen aus

Wegen des Hochwassers sind neben dem Terrassenufer unter anderem die B6 und die Holzhofgasse dicht. Seit Montagabend ist auch das Blaue Wunder für Autos gesperrt. Ab einem Wasserstand von 8,50 Metern wird die Brücke auch für Fußgänger geschlossen.Am Mittwochmorgen kam die Niederwarthaer Brücke hinzu, da hier die Zufahrtswege unter Wasser stehen. Die übrigen Elbbrücken sollen aber geöffnet bleiben, versichert Reinhard Koettnitz, der Leiter des Straßen- und Tiefbauamtes. Auch bei den Dresdner Verkehrsbetrieben gibt es immer mehr Einschränkungen.

Auch die Dresdner Theater müssen auf die angespannte Hochwassersituation reagieren. Wie die Semperoper mitteilte, kommt es aufgrund der aktuellen Hochwassergefährdung zu Änderungen im Spielplan. Die für Donnerstag geplante Vorstellung von Orlando findet um 19 Uhr in einer eingeschränkten szenischen Variante statt, da die Anlieferung der benötigten Kulissenteile nicht gewährleistet ist. Der William Forsythe Ballettabend am Freitag sowie „Die Zauberflöte“ am Sonntag können wie geplant aufgeführt werden. Die Semperoper lässt am Dienstag die vorstellung von "Prinz Bussel" ausfallen, auch im Schauspielhaus wird Dienstag und Mittwoch nicht gespielt.

Die Stadt hat alle Sportstätten und Bäder bis einschließlich Sonntag gesperrt. Nach Amts- und Landgericht schloss am Dienstag auch das Oberlandesgericht seine Türen. Die Stadtverwaltung sagte alle Gremiensitzungen ab. Das Bürgerbüro in der Theaterstraße wurde ebenfalls geschlossen. Zum einen werden hier die Keller beräumt, zum anderen will die Stadt vorsichtshalber sämtliche Daten sichern. Zahlreiche Schulen und Kitas sind geschlossen.

Bürgermeister Sittel appelliert an Schaulustige - 1000 Euro Strafe für Gaffer

Dresdens Ordnungsbürgermeister Detlef Sittel (CDU) appellierte am Dienstag noch einmal an die vielen Schaulustigen. Man sollte keinesfalls die Einsatzkräfte behindern und betroffene Einwohner in Ruhe lassen. "Sie sind zum Teil schon genervt", stellte Sittel fest. Am Mittwochnachmittag erließ die Stadt zusätzlich eine entsprechende Polizeiverordnung. Danach ist es verboten, die Deiche und sonstigen Hochwasserschutzanlagen entlang der Elbe zu betreten und zu befahren, um die Einsatzkräfte und Helfer nicht zu behindern. Das Verbot gilt innerhalb eines zehn Meter breiten Schutzstreifens. Wer dagegen verstößt, muss mit einer Geldstrafe bis zu 1000 Euro rechnen.

sl / dpa

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