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Hochwasser in Sachsen
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Dammbruch bei Thallwitz gefährdet Leipziger Trinkwasser – Katastrophenalarm aufgehoben

Dammbruch bei Thallwitz gefährdet Leipziger Trinkwasser – Katastrophenalarm aufgehoben

Nach einem Dammbruch am Montag in der Nähe von Thallwitz, wenige Kilometer südlich von Eilenburg, ist die Trinkwasserversorgung Leipzigs weiter gefährdet. Die Messestadt erhält aus dieser Region täglich ihr kühles Nass.

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Die Lage am Montagnachmittag: Hochwasser am Palmengartenwehr in Leipzig.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. Im Laufe des Nachmittags begannen Kräfte des Technischen Hilfswerks (THW) mit der Schließung der Bruchstelle, hieß es aus dem zuständigen Landratsamt. Die Aktion werde durch Hubschrauber von Bundeswehr und Polizei unterstützt.

Auch Mitarbeiter der Kommunalen Wasserwerke Leipzig (KWL) eilten am Nachmittag zum Damm im Thallwitzer Ortsteil Kollau, um dort beim Befüllen der Sandsäcke zu helfen. „Etwa 60 Kollegen haben heute alles stehen und liegen gelassen und sind dorthin gefahren“, erklärte KWL-Sprecherin Katja Gläß. Obgleich die Lage hinsichtlich der Hochwassergefährdung dramatisch sei, sind die Auswirkungen auf Leipzigs Trinkwasser unter Kontrolle, so Gläß weiter.

Das Wasserwerk selbst liege auf einem Hügel und sei nicht in Gefahr. Allerdings stünden die Brunnen rings herum unter Wasser. „Es gibt deshalb eine starke Desinfizierung, unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte. Der Endverbraucher in Leipzig wird schlimmstenfalls Chlorgeruch bemerken. Allerdings ist das natürlich kein Dauerzustand und deshalb wird jetzt gehandelt“, so die KWL-Sprecherin. Die Wasserwerke riefen am Donnerstag auch zur Mithilfe auf. Freiwillige, die zum Befüllen der Sandsäcken gebraucht werden, sollen sich am Thallwitzer Wasserwerk im Ortsteil Canitz melden.

Katastrophenalarm in Leipzig aufgehoben – Schulen und Kitas ab Freitag wieder offen

Unterdessen hat die Leipziger Stadtverwaltung am Donnerstagnachmittag auch für die Gebiete südlich des Schleußiger Wegs den Katastrophenalarm aufgehoben. Ab 14 Uhr gilt hier nur noch ein Voralarm, hieß es aus dem Neuen Rathaus. Das bedeute unter anderem, dass öffentliche Veranstaltungen wieder stattfinden können. Zudem sind ab Freitag alle Kindertagesstätten, Schulen, das Schulbiologie-Zentrum sowie alle kommunalen Sportstätten für den Vereinssport wieder geöffnet.

Nach drei Tagen und Nächten unter Katastrophenalarm hatte sich die Lage in der Messestadt in den vergangenen Stunden allmählich etwas entspannt. An allen drei Flüssen sind die Pegelstände nicht mehr im Bereich der höchsten Warnstufe. „Trotz der deutlichen Entspannung sind die Deiche durchnässt und aufgeweicht. Das Betreten der Deiche bleibt daher gefährlich und ist verboten“, so die Weisung der Stadtverwaltung.

Userfotos vom Hochwasser in und um Leipzig:

Etwa 100 Rettungskräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW) bleiben aber in Bereitschaft, erklärte Stadtsprecher Matthias Hasberg gegenüber LVZ-Online. Die letzten noch zur Deichrettung eingesetzten Bundeswehrsoldaten haben am Donnerstagmorgen die Messestadt verlassen. Bisher seien keine weiteren Sickerstellen aufgetreten, so Hasberg. Auch Gerüchte über Probleme an der Parthe im Bereich Gohlis, die am Mittwochabend durch die sozialen Netzwerke geisterten, wies der Stadtsprecher zurück. „Es war jemand da und hat es sich angesehen, aber da war nichts“, so Hasberg.

Für Aufregung sorgten am Mittwochabend auch Dutzende, unter Blaulicht und in Kolonne fahrende Rettungswagen in der Stadt. Die Krankentransporte brachten die Bewohner der vorsorglich evakuierten Alten- und Pflegeheime in Leipzig wieder zurück. Das städtische Pflegeheim „Am Auenwald“ nimmt seine Bewohner, die wegen des Hochwassers im Martin-Andersen-Nexö-Heim untergebracht sind, allerdings erst am Montag wieder auf, hieß es.

Alles zum Hochwasser in Leipzig und Mitteldeutschland erfahren Sie in unserem Special . Unter dem Motto "Sachsen helfen Sachsen" hat die Leipziger Volkszeitung ein Spenden-Konto eingereichtet.

Matthias Puppe

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