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Hochwasser in Sachsen
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„Deiche scheinen zu halten“: Leichte Entspannung an Leipzigs Gewässern

„Deiche scheinen zu halten“: Leichte Entspannung an Leipzigs Gewässern

Leipzig. Erste vorsichtige Entwarnung für Leipzig: Das Hochwasser an Weißer Elster und Pleiße geht zurück. „Am Mittwoch werden 50 bis 60 Kubikmeter pro Sekunde weniger durch die Weiße Elster fließen“, kündigte Axel Bobbe, Leiter der Talsperrenverwaltung Untere Pleiße, am Dienstagnachmittag während einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage an.

Auch Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hatte bereits wieder ein Lächeln im Gesicht. „Sie sehen mich heute etwas entspannter als gestern“, sagte er. Jungs Botschaft: „Die Deiche scheinen zu halten.“

Bobbe wies auf die gewaltigen Wassermassen in der Weißen Elster hin. Am Morgen seien 550 Kubikmeter pro Sekunde gemessen worden. Zu normalen Zeiten liege der Wert bei 15 Kubikmeter pro Sekunde. Das Hochwasser habe damit die Flut von 1954 um das 1,3-fache überboten. Auch die Pleiße habe in den vergangenen Tagen ordentlich Wasser in die Messestadt gebracht. Allerdings habe sich der Wert von 60 Kubikmetern pro Sekunde stets steuern lassen. In Borna staute die Talsperrenverwaltung 50 Millionen Kubikmeter Pleißewasser in einem Becken ein. Es ist laut Bobbe nun zu 70 Prozent gefüllt.

Fotos von der Hochwasserlage in Leipzig am Dienstag

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Leipzig. Erste vorsichtige Entwarnung für Leipzig: Das Hochwasser an Weißer Elster und Pleiße geht zurück. „Am Mittwoch werden 50 bis 60 Kubikmeter pro Sekunde weniger durch die Weiße Elster fließen“, kündigte Axel Bobbe, Leiter der Talsperrenverwaltung Untere Pleiße, am Dienstagnachmittag an. Auch Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hatte bereits wieder ein Lächeln im Gesicht.

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In der Nacht zum Dienstag hatten rund 1000 freiwillige Helfer Sandsäcke gefüllt und damit die Dämme zwischen der Brückenstraße und der Stadtgrenze gesichert. „Ich möchte mich von ganzem Herzen dafür bedanken“, so der Oberbürgermeister. Die Hilfe sei ein ganz erstaunlicher Vorgang gewesen, weil die Vorlaufzeit so kurz war. Der Leiter des Katastrophenstabes, Peter Heitmann, fügte an: „Weitere Helfer benötigen wir im Augenblick nicht, genug Reserven sind angelegt.“

Unterstützung erhielten die Einsatzkräfte am Dienstag aus der Luft. Die Bundeswehr transportierte mit einem Hubschrauber sogenannte „Big Packs“ – große Behälter, gefüllt mit handlichen Sandsäcken. Laut Heitmann hat das die Arbeit an den Elsterdeichen wesentlich erleichtert. Auf der Ostseite seien die Zugänge schwierig gewesen. Jetzt liege an dem rund fünf Kilometer langen Wall nach allen 150 Metern ein Vorrat an Sandsäcken. Damit ließen sich Sickerstellen leicht stopfen.

Nach Angaben von Jung ließ die Stadt zudem zwischen der Brückenstraße und der Ritter-Pflugk-Straße einen Notweg für Fahrzeuge anlegen. Er soll von Mittwoch an zu Verfügung stehen und die Helfer vom Hubschrauber unabhängig machen. Die Einsatzstunde des Fluggeräts hat nämlich ihren Preis. „23.000 Euro kostet das“, berichtete Heitmann. Die Stadt hofft, dass ihr die Kosten von der Bundeswehr erlassen werden.

Luftbilder von den sächsischen Hochwassergebieten am Dienstag:

Nach Angaben Bobbes werde der Zwenkauer See auch in den nächsten Tagen mit Elster-Wasser gespeist. Damit werde nicht nur Leipzig entlastet sondern auch die Qualität des Sees verbessert. Das Wasser wurde in der Vergangenheit stets als zu sauer eingestuft. In der Weißen Elster dagegen sei der PH-Wert basisch bis neutral. „Das bringt Nährstoffe in den See“, so Bobbe.

Der Talsperrenexperte wertete auch die Öffnung des Nahleauslassbauwerks, dort strömen 150 Kubikmeter Wasser pro Sekunde in die Burgaue, als doppelt gelungen. Damit sei zum einen direkt vor Ort der Wasserstand der Nahle und anschließend der Luppe reguliert und zum anderen den Kollegen in Sachsen-Anhalt geholfen worden. Vor allem im bereits teilweise überschwemmten Halle sei ein weiterer Zulauf kritisch geworden. Bobbe sieht allerdings schon die nächste Baustelle auf sich zukommen. In seinen Arbeitsbereich gehört auch Torgau mit seinem stetig ansteigenden Elbelauf. „Dort werden wir wahrscheinlich am Donnerstag Katastrophenalarm ausrufen müssen“, kündigte Bobbe an.

Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke) warnte, wie auch schon mehrfach an den Tagen zuvor, davor, die Deiche in der Stadt zu betreten. „Heute habe ich dort wieder Leute mit dem Fahrrad gesehen“, sagte er. Das sei nicht nur gefährlich für Nutzer und Anlage, sonder koste auch ein Bußgeld.

Matthias Roth

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