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Hochwasser in Sachsen
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Leipzig im Glück: Zwenkauer See hält 20 Millionen Kubikmeter Wasser ab

Leipzig im Glück: Zwenkauer See hält 20 Millionen Kubikmeter Wasser ab

Ohne ihn wären Leipzigs Deiche wahrscheinlich von den Wassermassen der Weißen Elster überspült worden: Der Zwenkauer See hat in den vergangenen Tagen rund 20 Millionen Kubikmeter Hochwasser geschluckt - ein Drittel dessen, was alle 43 sächsischen Talsperren zusammen zurückgehalten haben.

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Leipzigs Retter in diesen Tagen: der Zwenkauer See. Wenn das Tagebaurestloch Ende 2014 vollgelaufen ist, wird der Wasserspiegel 113,5 Meter über Normalnull liegen. Gestern früh, nach Beendigung der Notfall-Einleitung, betrug er etwas mehr als 109 Meter.

Quelle: André Kempner

Noch wäre Platz, aber gestern wurde die Einleitung gestoppt.

Wie Karin Franke, Sprecherin der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) mitteilte, sei das Einlasswehr in Zitzschen am Mittwoch gegen 9 Uhr komplett geschlossen worden, nachdem am Pegel Kleindalzig die Weiße Elster weniger als 300 Kubikmeter pro Sekunde gen Leipzig schickte. Wie berichtet, steht der See nach wie vor unter Bergrecht, weil an ihm noch gebaut wird. Daher hatten die Landestalsperrenverwaltung und die LMBV diese Grenze im Vorhinein ausgemacht. 300 Kubikmeter pro Sekunde gelten als das, was Leipzigs Deiche vertragen.

Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hatte seit Beginn der Flut immer wieder auf die Bedeutung des Sees für den Schutz der Messestadt hingewiesen und dafür gedankt, dass der Einlass rechtzeitig fertig geworden ist. Tatsächlich maß laut LMBV der Pegel vor Einleitbeginn am Montag 107 Meter über Normalnull, gestern früh waren es 109,43 Meter. Um knapp 2,5 Meter hatte sich die Hohlform gefüllt, was laut Franke einer Einleitmenge von rund 20 Millionen Kubikmeter Wasser entspricht. Zum Vergleich: Die Landestalsperrenverwaltung brüstete sich am Dienstag damit, dass ihre 43 Bauwerke in den vergangenen Tagen 60 Millionen Kubikmeter Wasser zurückgehalten hätten.

Knapp 130 Kubikmeter Wasser pro Sekunde nahm der Zwenkauer See zu Spitzenzeiten auf. Platz genug wäre derzeit noch. Laut LMBV wird es erst ab einer Höhe von 110 bis 111 Metern über Normalnull kritisch mit den beiden Wasserbaustellen im See. Zum einen entsteht bis Ende nächsten Jahres ein Auslassbauwerk Richtung Weiße Elster nahe Knauthain, um Flutwasser wieder abgeben zu können. Zum anderen soll bis 2018 der Harthkanal zum Cospudener See errichtet werden. Parallel zu ihm soll schon Ende 2014 eine sogenannte Heberleitung fertig werden, mit der Überschusswasser aus dem Zwenkauer in den Cospudener See abfließen soll.

Schon jetzt ist klar, dass der Zwenkauer See niemals wieder so viel Hochwasser von Leipzig wird fernhalten können wie jetzt in noch ungefülltem Zustand. Ende nächsten Jahres soll der frühere Tagebau planmäßig gefüllt sein bis zu einem Stand von 113,5 Meter über Normalnull. Eingestaut werden darf dann bis 115,6 Meter. Das entspreche einer Menge von 21 Millionen Kubikmetern Wasser, so Franke. Mathematisch bedeutet dies einen 44-stündigen Hochwasserschutz bei Volllast. In der aktuellen Situation hat laut Franke ein Stauraum von 35 Millionen Kubikmetern Wasser bis zum mittleren Endwasserstand von 113,5 Meter zur Verfügung gestanden. Theoretisch kommt noch der normale Stauraum hinzu - wenn die Auslass-Baustelle dicht zu machen gewesen wäre.

Das Hochwasser werde keinen Einfluss auf die Fertigstellung des Sees haben, versprach Franke. Die LMBV werde den Zulauf so drosseln, dass das Gewässer nicht vorzeitig geflutet ist. Dies sei schon deshalb geboten, weil auch die Auslassbauwerke nicht eher fertig würden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 06.06.2013

Jörg ter Vehn

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