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Hochwasser in Sachsen
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Mückenplage in Leipzig: Zahl der aggressiven Blutsauger durch Hochwasser angestiegen

Mückenplage in Leipzig: Zahl der aggressiven Blutsauger durch Hochwasser angestiegen

Sie sind viele und sie wollen unser Blut: Nach dem Hochwasser ist eine regelrechte Mückenplage über Sachsen und Mitteldeutschland hereingebrochen. Wie Monique Luckas vom spezialisierten Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) am Donnerstag gegenüber LVZ-Online erklärte, ist die Mücken-Population in den von Überflutungen betroffenen Gebieten ortweise um das Fünf- bis Zwanzigfache angestiegen.

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Derzeit häufig auch im Freisitz anzutreffen: Die Stechmücke. (Archivfoto)

Quelle: dpa

Leipzig. Vor allem in den Abendstunden schwärmen die Blutsauger nun aus und suchen nach Proteinen. Und hier kommt unglücklicherweise auch der Mensch ins Spiel.

Die weiblichen Exemplare benötigen unseren Körpersaft, um neue Eier bilden zu können. Diese werden anschließend im lauwarmen Wasser der Überschwemmungsgebiete abgelegt und können prächtig gedeihen – vorausgesetzt, die Flut gibt ihnen die Zeit dazu. Mindestens zwei Wochen dauert es, bis neue Mücken schlüpfen. In den Auenlandschaften in und um Leipzig hat nun vor allem eine gut sechs Millimeter große, teilweise auch als „Rheinschnake“ bekannte Stechmücke des Typs „Aedimorphus vexans“ Hochkonjunktur, sagt Luckas und schiebt hinterher: „Die ist auch als besonders aggressiv bekannt.“

Facebook-Umfrage: Wie schützen Sie sich vor aggressiven Mücken?

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Im Auwald steht vielerorts das Wasser in Lachen. Gute Bedingungen für Mückenlarven.

Quelle: Jakob Richter

Seit einem Jahr sammelt das im brandenburgischen Müncheberg beheimatete ZALF bundesweit Informationen über Stechmücken und trägt diese im sogenannten Mückenatlas zusammen. Dabei ist auch die Hilfe von Freiwilligen gefragt, die vor Ort Insekten fangen und sie nach Müncheberg schicken. So entsteht der immer aktuelle Mückenatlas. „Die Forschungen in diesem Bereich wurden lange Zeit vernachlässigt“, sagt Luckas. Mehr als 50 verschiedene Arten leben heute in Deutschland, durch die Globalisierung kommen auch immer wieder neue dazu. Im vergangenen Jahr wurde im Raum Köln-Bonn beispielsweise erstmals die asiatische Buschmücke entdeckt. „Es gab Hinweise von Anwohnern. Dann sind Experten von uns hingefahren und mussten feststellen, dass es sogar eine vergleichsweise große Population war“, berichtet die ZALF-Sprecherin.

Vor allem hinsichtlich der Übertragung von Krankheiten seien solche Neuentdeckungen für die Forscher interessant. Während alle anderen Mückenarten hierzulande nach dem Aussterben der Malaria praktisch für den Menschen ungefährlich sind, können asiatische Buschmücken Denguefieber übertragen. „Aber man braucht keine Panik haben“, sagt Luckas. Denn ohne einen Infizierten kann es auch keine Übertragung geben.

In Leipzig und Umgebung endet die derzeitige Mückenplage spätestens mit dem vollständigen Rückgang des Auwald-Hochwassers, sagt Joachim Händel. Der Insektenforscher an der Universität Halle-Wittenberg hält die Angst vor übermäßigen Mückenschwärmen nach Überschwemmungen ohnehin für übertrieben. „Mutter Natur hat das schon so eingerichtet, dass nicht alle Mücken schlüpfen“, so Händel am Donnerstag. Zudem wussten die Tiere ja auch nicht, dass ein Hochwasser kommen wird. Die aktuelle Population halte sich somit noch in Grenzen. „Und bis die nächsten schlüpfen, kann es auch wieder 20 oder 30 Tage dauern“, sagt Händel. Wenn das Wasser aus dem Auwald bis dahin zurückgegangen ist, werden diese sich nicht entwickeln.

Zumindest bis dahin wird jegliche Art von Mückenschutz auch in Leipzig Hochkonjunktur haben. In vielen Leipziger Drogerien waren entsprechende Sprays und Salben am Donnerstag bereits ausverkauft und mussten nachbestellt werden.

Matthias Puppe

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