Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Hochwasser in Sachsen
Google+ Instagram YouTube
Schlaflose Nächte aus Angst vor dem Ruin: Leipziger Bootsverleih atmet nach Flut auf

Schlaflose Nächte aus Angst vor dem Ruin: Leipziger Bootsverleih atmet nach Flut auf

In Herolds Bootsverleih im Stadtteil Schleußig an der Weißen Elster wird derzeit der Matsch vom Gelände gefegt. Der Leipziger Kanuclub ist schon zum normalen Trainingsbetrieb übergegangen.

Voriger Artikel
Porsche Leipzig nimmt Produktion nach Hochwasser-Pause wieder auf
Nächster Artikel
Sachsen zahlt erste Hochwasser-Soforthilfe – 200.000 Euro für Leipzig

Bernd Herold zeigt es an: So hoch stand das Wasser.

Quelle: Dirk Knofe

Leipzig. In beiden Bootshäusern stand das Hochwasser – und bereitete den Betreibern große Sorgen..

Bernd Herold hat eine anstrengende Woche hinter sich mit vielen schlaflosen Nächten. „Wäre ein Damm gebrochen, hätten wir schnell reagieren müssen. Da kann man nicht einfach ins Bett gehen“, sagt der 56-Jährige, der an der Weißen Elster in Leipzig einen Bootsverleih betreibt. Nächtelang hat er die Nachrichten verfolgt, sich über Pegelstände informiert. Jetzt heißt es für Herold und seine Crew aufatmen. In Leipzig ist das Schlimmste überstanden. Die Deiche hielten den Wassermassen stand – und retteten so auch Herolds Verleih vor dem Ruin.

php20b2168f42201306071155.jpg

Leipzig. Erst kam das Hochwasser, dann das Unwetter: Seit fast einem Monat können in Leipzig keine Ruder- und Paddelboote mehr ausgeliehen werden. Wo sich sonst hunderte Wassersportler tummeln, herrschte am Wochenende trotz sommerlicher Temperaturen gähnende Leere. Die Strömung auf der Weißen Elster ist noch zu stark, das Befahren ohne Motor zu gefährlich. Die Verleihe müssen herbe Verluste verkraften.

Zur Bildergalerie

Vielleicht war es ein Geschenk des Himmels zum 125. Firmengeburtstag, sagt der Chef und lacht. Mehr als hoffen und warten konnte er in den letzten Tagen ohnehin nicht tun. Sandsäcke hätten den feuchten Grund an der Elster nur zusätzlich beschwert und wären weggesackt. Und: Im Fundament seines Hauses ist schwerer Beton verbaut. Im Falle eines Hochwassers wäre zumindest die Statik des Hauses nicht gefährdet gewesen.

Doch soweit kam es erst gar nicht. Bis ins Haus drang das Wasser nicht ein. Nur die Bodenplatte im Keller ist feucht geworden, erzählt Herold. Die gelagerte Ware räumten seine Mitarbeiter in die obere Etage. Derzeit wird im Keller gelüftet. Die Boote haben dem erhöhten Pegel ebenfalls Stand gehalten. Einen Meter höher als gewöhnlich stand das Wasser auf seinem Grundstück. Überschwemmt wurde zum Glück nur eine Bank. Daneben stapelt sich angeschwemmter Unrat. Das Wasser hat sich mittlerweile zurückgezogen und eine braune Schlammkruste hinterlassen. Mitarbeiter sind dabei, den Modder wegzuschippen. Der stinkt nicht nur fürchterlich, sondern lockt auch Mücken an, weiß Bernd Herold.

Kanadier bleiben an Land, Motorboote fahren wieder

Doch sein Hauptproblem ist nicht der Matsch, sondern einige tausend Euro Verdienstausfall. Seit 2. Juni ist der Verleih geschlossen. Wahrscheinlich kann Herold auch dieses Wochenende noch keine Kanadier und Paddelboote verleihen. Der Pegel der Elster steht noch immer einen halben Meter über normal, die Strömung ist zu stark. „Ruderboote würden nicht mehr zurückkommen“, erklärt Herold. Am Sonnabend will er zumindest mit den Motorbooten wieder Touren anbieten. Die trotzen der hohen Fließgeschwindigkeit der Elster. Gewinneinbußen sind dennoch vorprogrammiert. „Wir müssen Löhne für sechs Angestellte zahlen“, klagt Herold. Hinzu kommt, dass er für den kommenden Winter vorarbeiten muss. „Das holen wir nun nicht mehr auf“, ist sich der Verleihbesitzer sicher, blickt aber trotzdem optimistisch in die Zukunft: „Wir hoffen auf einen schönen Juni und einen goldenen Herbst.“

Auch der Leipziger Kanuclub ist mit einem blauen Auge davon gekommen. Und das, obwohl das Vereinshaus in einem Dreieck zwischen Elster und Elsterflutbecken liegt. „Die Situation war sehr, sehr kritisch“, gibt Vereinsvorsitzender Frithjof Bergner zu. „Das Wasser ist aber nicht übergelaufen.“ Nur im Keller drückte in den vergangenen Tagen Grundwasser nach oben, wurde dort aber sofort abgepumpt. An der Torstrecke haben sich durch das Wasser ein paar Säulen verzogen. Alles reparabel. „Es ist glimpflich ausgegangen“, so Bergner. Die Kanuten trainieren sogar schon wieder auf der Elster – aber nur in einem sicheren Bereich in Sichtweite des Trainers.

Gina Apitz

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Hochwasser in Leipzig
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Schlingel - Familienmagazin
    Schlingel - Das Familienmagazin der LVZ

    Das Familienmagazin der LVZ. Wir richten uns an Eltern und Kinder, die in Leipzig und Umgebung zu Hause sind. Ihnen möchten wir ein nützlicher, unt... mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr