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Hochwasser in Sachsen
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So kämpft Leipzig gegen das Hochwasser: Freiwillige befüllen tausende Sandsäcke

So kämpft Leipzig gegen das Hochwasser: Freiwillige befüllen tausende Sandsäcke

Tausende Leipziger haben in den vergangenen Stunden dabei geholfen, eine Flutkatastrophe in der Stadt zu verhindern. Unter anderem am Kieswerk Hirschfeld füllten zahlreiche Menschen Sandsäcke ab, mit denen leckende Deiche wie an der Brückenstraße abgedichtet werden konnten.

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Einsatz in der Kiesgrube: Freiwillige befüllten Sandsäcke in Hirschfeld.

Quelle: Regina Katzer

Leipzig. LVZ-Online hat die Helfer am Kieswerk getroffen und sie gefragt, warum sie Einsatz gegen die Flut zeigen.

Nicht selten ist es die Liebe zu ihrer Stadt, für die die Menschen die stundenlange Arbeit im Kieswerk auf sich nehmen. „Wir haben nur ein Leipzig, deshalb bin ich hier“, sagt etwa der 28-jährige Norman Wiede. Auch der 43-jährige Sicherheitsmitarbeiter Frank Langer sagt: „Mein Herz schlägt für Leipzig, deshalb bin ich hier.“ Die 30-jährige Katja hat gleich ihre beiden Kinder Lara und Yannik an die Hand genommen, ist in Reudnitz in den Bus gestiegen und nach Kleinpösna gefahren. „Wir wollen mithelfen und hoffen, irgendeine Arbeit hier vor Ort zu finden“, sagt sie kurz nach ihrer Ankunft.

Oftmals sind Freunde selbst von der Flut betroffen

Christoph Graebel hatte die Nachrichten verfolgt und konnte nicht länger still sitzen. „Es hat mich wahnsinnig gemacht, den Pegelstand im Internet zu beobachten. Seit kurz nach zehn Uhr bin ich hier und helfe einfach mit“, sagt der 32-Jährige. Wiebke Dreßler wurde von der Solidarität und der Hilfsbereitschaft der vielen Helfer angesteckt: „Ich wollte nicht doof auf der Couch sitzen und die Arbeit anderen überlassen. Für’s gute Gewissen bin ich hier“, sagt die 23-jährige Studentin lächelnd. Ähnlich sieht das die 22-jährige Kiera Nordmann: „Es geht mir tatsächlich ums Helfen.“ Die 26-jährige Studentin Cathrin Hoffmann versucht gemeinsam mit den anderen das Schlimmste zu verhindern. „Meine Devise – Anpacken wo es geht und hoffen, dass Leipzig das Wasser erspart bleibt“, sagt sie.

Oftmals kennen die Helfer Opfer der Flut aus ihrem Freundes-, Familien- oder Bekanntenkreis, können ihnen aber nicht unter die Arme greifen und wollen deshalb wenigstens an anderer Stelle etwas gegen die Flut unternehmen. So etwa die 25-jährige Justizreferendarin Doreen Geidel: „Ich kenne ein paar Betroffene, da kann ich aber im Moment nicht helfen. Ich will einfach nicht daheim rumsitzen, sondern was tun.“ Die 26-jährige Sportwissenschaftlerin Janina Ritzrow hat Freunde in Grimma, Dresden und der Oberlausitz: „Da ich dort vor Ort nicht aktuell helfen kann, bin ich seit Montag als Helfer in Leipzig im Einsatz.“

LVZ-Online hilft: Freiwillige können sich bei Facebook organisieren

Manch einer wird bei seinem Engagement vom Arbeitgeber unterstützt und hat am Dienstag frei bekommen. Andere, wie der 36-jährige Mechatroniker Swen Reißig aus Oelzschau, hatten keine Möglichkeit, ihre Arbeitsstelle zu erreichen: „Ich arbeite in Bad Düben, da ist Land unter, ich komm gar nicht in meine Firma. Schon am Montag wollte ich helfen, habe aber keine Auskunft bekommen, wo ich mitanpacken könnte. Ich helfe mit, da eine solche Katastrophe jeden treffen kann.“

Im Kieswerk werden inzwischen keine weiteren Helfer mehr benötigt, sagt Peter Heitmann, Leiter des Katastrophenstabes: „Genug Reserven sind angelegt.“

Wer jetzt nach weiteren Einsatzmöglichkeiten sucht, kann auf der Facebook-Pinnwand von LVZ-Online vorbeischauen. Dort können Nutzer nach Unterstützung fragen, wenn beispielsweise ein Keller vollgelaufen ist. Andere können dort ihre Hilfe anbieten. Über die Kommentare zu den Beiträgen können sie Kontakt miteinander aufnehmen, sich austauschen und organisieren.

Regina Katzer / chg

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