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Hochwasser in Sachsen
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Hochwasser-Experte Ettmer: Deiche sind nur begrenzt hilfreich

Hochwasser-Experte Ettmer: Deiche sind nur begrenzt hilfreich

Der Hochwasserscheitel hat Sachsen erreicht. In weiten Teilen Sachsen-Anhalts steigen die Wasserstände noch. In Halle, der einwohnerstärksten Stadt des Landes, mussten 30 000 Menschen ihre Wohnungen verlassen, wie es aus dem Rathaus hieß.

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Soldaten und freiwillige Helfer errichten am Mittwoch (05.06.2013) im Dresdner Stadtteil Laubegast einen Damm aus Sandsäcken zum Schutz vor dem ansteigenden Hochwasser der Elbe.

Quelle: dpa

Magdeburg. Ein Deich an der Saale drohte zu brechen. In Bitterfeld-Wolfen musste ein Damm gesprengt werden. Warum Deiche nur begrenzt hilfreich sind, erklärt Bernd Ettmer, Professor am Fachbereich Wasser- und Kreislaufwirtschaft der Hochschule Magdeburg-Stendal.

Muss jetzt in kürzeren Abständen mit neuen Hochwasserkatastrophen gerechnet werden?

Ettmer: „Die Frage muss man sich in der Tat stellen. Der Mensch reguliert seit Jahrhunderten das Wasser. Wir deichen uns immer weiter ein, weil wir immer näher an Flüsse und Seen siedeln. Bei Hochwasser sind die Gebiete heute schneller gefährdet. Ob die Abstände kürzer werden, ist unklar. Aber wir müssen in jedem Fall Konsequenzen daraus ziehen.“

Welche könnten das sein?

Ettmer: „Die Frage ist ja: Ist es der einzige Weg, uns mit Dämmen vor Hochwasser zu schützen? Die Deicherhöhungen sind an der Grenze. Für jeden Meter, den man nach oben baut, braucht man drei Meter in die Breite. Besser wäre es, Polder zu errichten. Das sind flache, weiträumige Gelände, die bei Hochwasser geflutet werden können.“

Warum wird das bisher kaum gemacht?

Ettmer: „Weil die Flächen so gewaltig sein müssten, dass viele sie nicht haben wollen. Denn keiner will sein Land verkaufen. Zudem dauern die Verfahren meist Jahre, wenn es Verstöße gegen Eigentumsrechte oder in Naturschutzgebieten gibt. Da ist die Politik gefragt. An der Mulde werden Polder bereits erfolgreich gemacht.“

Gespräch: Romina Kempt, dpa

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