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Hochwasser in Sachsen
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Keine Entlastung durch Damm-Sprengung bei Löbnitz – Bitterfeld kurz vor der Überflutung

Keine Entlastung durch Damm-Sprengung bei Löbnitz – Bitterfeld kurz vor der Überflutung

Die Sprengung eines Deichs am Seelhausener See am Dienstagabend in Bitterfeld hat offenbar nicht die erhoffte Entlastung gebracht. Wie ein Sprecher des Krisenstabs am Mittwochmorgen mitteilte, sei der Druck auf den See zwar nicht mehr so groß.

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Ein Polizeihubschrauber kontrolliert den Muldedeich bei Löbnitz - am Abend wurde hier ein Loch in den Damm gesprengt.

Quelle: Nico Fliegner

Bitterfeld. Er fülle sich aber immer noch und Teile des Wassers flössen nach und nach auch in den Goitzschesee.

Wie die Stadtverwaltung mitteilte, wird nun auch eine Schlitzung der Landverbindung zwischen Seelhausener See und Goitzschesee veranlasst, um möglichst kontrolliert Wasser vom Seelhauser See in den Goitzschesee abzuleiten, der noch genug Aufnahmekapazitäten besitzt. Bei einem unkontrollierten Überlaufen könnten größere Mengen des Wassers auch in die Stadt Bitterfeld gelangen, hieß es.

Die Anwohner des Goitzscheufers wurden vorsorglich in eine Evakuierungszone gebracht. Zudem wurden auch alle Einsatz- und Hilfskräfte vom See zurückgezogen, erklärte die Stadt.

Am Dienstagabend wurde mit rund 500 Kilogramm Sprengstoff ein Loch in den Muldedamm gesprengt. Damit sollte das Wasser wieder in das ursprüngliche Flussbett der Mulde geleitet werden. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und Innenminister Holger Stahlknecht (beide CDU) verfolgten die kontrollierte Sprengung vor Ort mit.

Nach Deichbrüchen und Überströmungen hatte sich neben der Mulde, die in den Muldestausee fließt, ein zweiter Fluss gebildet. Und der strömte massiv in den Seelhausener See.

Sprengung des SEK verschob sich um mehrere Stunden

Die Sprengung nördlich von Löbnitz war ursprünglich bereits für den Nachmittag geplant, hatte sich aber aus Sicherheitsgründen um mehrere Stunden verschoben. Der Bereich wurde weiträumig abgesperrt. "Es sieht so aus, dass alles wie geplant geklappt hat", sagte Polizeisprecher Uwe Voigt am späten Abend gegenüber LVZ-Online. Ein Polizeihubschrauber war im Dauereinsatz.

Auslöser für die Aktion war ein Bruch im Muldedeich bei Roitzschjora am Dienstagmorgen. „Das Wasser floss in den Seelhauserner See“, berichtete Axel Bobbe, Leiter der Talsperrenverwaltung Untere Pleiße. Das Gewässer an der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt befindet sich unweit des Bitterfelder Goitzschesees. Laut Bobbe musste ein Durchbruch verhindert werden, um den Chemiestandort nicht noch mehr mit Wasser zu belasten.

Die Idee der Talsperrenexperten: Bei Löbnitz ein zweites Loch in den Deich sprengen und darüber das ausgetretene Wasser zurück in die Mulde leiten. Laut Bobbe war das möglich, weil das Gelände in dem Gebiet abschüssig sei. Seinen Angaben zufolge winkte die Bundeswehr allerdings zunächst ab. Sie wollte Bobbe zufolge nicht sprengen – zu gefährlich, habe es geheißen. Den Auftrag übernahm schließlich die Landespolizei mit dem Sondereinsatzkommando (SEK).

nöß / mro / pfü / mpu / dpa

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