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Hochwasser in Sachsen
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Versenkte Schiffe sollen Deichbruch schließen - Damm bei Breitenhagen gesprengt

Versenkte Schiffe sollen Deichbruch schließen - Damm bei Breitenhagen gesprengt

Im Kampf gegen das Hochwasser in Sachsen-Anhalt greifen die Einsatzkräfte jetzt zu ungewöhnlichen Mitteln. Um die gewaltigen Wassermassen im Landkreis Stendal auf ihrem Weg ins Landesinnere zu stoppen, werden zwei Lastkähne vor einem gebrochenen Deich in der Elbe versenkt.

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Hubschrauber starten von der B107 in Jerichow (Sachsen-Anhalt) mit sogenannten BigPacks in Richtung des Deichbruchs in Fischbeck. Mit einer außergewöhnlichen Sprengaktion soll dort ein Loch in einem Elbdeich verkleinert werden.

Quelle: dpa

Fischbeck/Magdeburg. Sie sollen den Durchfluss bei Fischbeck schließen, wie der Krisenstab der Landesregierung mitteilte. Die geplante, höchst unkonventionelle Methode wurde seit dem frühen Samstagmorgen vorbereitet.

Weiter südlich in Breitenhagen (Salzlandkreis) wurde unterdessen ein Saaledeich gesprengt. Damit soll das Hochwasser aus den dort überfluteten Gebieten schneller zurück in den Fluss geleitet werden.

„Das Ganze ist eine große logistische Herausforderung. Die einzelnen Schritte müssen sauber aufeinander abgestimmt werden“, hatte eine Sprecherin des Krisenstabs in der Nacht zu der Aktion bei Fischbeck mitgeteilt. Taucher der Bundeswehr untersuchten zunächst den Boden an der Bruchstelle des Deichs. Danach wurden Panzersperren auf dem Grund des Flusses verankert. Außerdem sollten große Netze mit Basaltsteinen ausgebreitet werden.

Lastkähne werden an die richtige Stelle gebracht

Wann die Sprengung erfolgt, war noch nicht klar. Die beiden Lastkähne - sogenannte Schuten ohne eigenen Antrieb - müssten zunächst von einem Schubschiff an die richtige Stelle gefahren werden. Nach der Sprengung sollen von einem Hubschrauber abgeworfene Säcke mit Sand und Steinen die Lücke im Deich zusätzlich schließen. Die Aktion könnte den Angaben zufolge den ganzen Tag dauern. Es gebe auch keine Gewissheit, ob sie gelinge.

Die Sprengung des Saaledeichs bei Breitenhagen (Salzlandkreis) wurde als Erfolg verbucht. Es werde noch eine zweite Sprengung geben, um das Loch im Deich zu vergrößern, hieß es - wann, war noch unklar.

Während in einigen Teilen des Landes bereits die Aufräumarbeiten laufen, ist in anderen die Lage weiter höchst angespannt. Nach dem schon einige Tage zurückliegenden Deichbruch bei Fischbeck forderte der Krisenstab am Samstag auch die Menschen in den Ortschaften Jederitz und Kuhlhausen auf, ihre Häuser zu verlassen und sich in Sicherheit zu bringen. Zuflucht würden die Betroffenen etwa in Havelberg finden. Den Angaben zufolge stünden mehr als 900 Notbetten in dem Ort bereit.

In Magdeburg, wo die Alarmstufe 4 bereits am Freitag aufgehoben wurde, entsorgten Hunderte Helfer am Schleinufer Sandsäcke. In Halle stapelt sich seit Tagen durchnässter Sperrmüll auf den Straßen. Im Burgenlandkreis wurde zumindest in den Orten Aken, Susigke, Reppichaus, Chörau, Mennewitz, Trebbichau und Obselau die Evakuierung aufgehoben, wie der Katastrophenschutzstab des Landkreises mitteilte.

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Ein Teil des Saaledeichs bei Breitenhagen (Salzlandkreis) ist gesprengt worden.

Quelle: dpa

Das Schöpfwerk in Aken (Landkreis Anhalt-Bitterfeld) nimmt den Angaben zufolge daher vermutlich bald wieder die Arbeit auf. Weiteres Wasser könnte dann aus den überfluteten Gebieten abgepumpt werden. In Calbe (Salzlandkreis) lieferten am Samstagmorgen 14 Lastwagen Heu, Stroh und Silageballen, damit die Landwirte in der Elbe-Saale-Region ihre Tiere wieder versorgen können, wie der Landesbauernverband Sachsen-Anhalt mitteilte.

dpa

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