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Hochwasser in Sachsen
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Sirenen heulen in Grimma - Lage bei Eilenburg und Bad Düben wird kritisch

Sirenen heulen in Grimma - Lage bei Eilenburg und Bad Düben wird kritisch

In Grimma hat der Katastrophenstab die Bürger aufgefordert ihre Häuser zu verlassen und sich in der Turnhalle in der Colditzer Straße in Sicherheit zu bringen.

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Das Muldewasser steht in Grimmas Innenstadt.

Quelle: dpa

Grimma. Um 11.50 Uhr heulten die Sirenen. Per Durchsage wurden die Menschen informiert. "Die Leute haben noch etwas Zeit", sagte Stadtsprecherin Marle Rabold gegenüber LVZ-Online. Die höchste Hochwasserstufe wird am Nachmittag erwartet.

In der Notunterkunft halten die Helfer Matten und liegen bereit. Auch die Versorgung sei gesichert. Für Kinder bestehe ein Betreuungsangebot.

Nach einer zwischenzeitlichen Entspannung am Sonnabendnachmittag, ist der Pegel der Mulde in der Nacht zum Sonntag wieder kräftig gestiegen. Der Wasserstand liegt derzeit bei knapp 5.75 Meter. Bei sechs Metern gilt die Alarmstufe 4. Landrat Gerhard Gey rief am Sonnabend für den Kreis Leipzig Katastrophenalarm aus.

Weiterer Regen am Sonntag

Der bange Blick der Helfer richtet sich weiter auf die Prognosen der Meteorolgen. Die Experten haben keine guten Nachrichten. "Aus der Region Berlin nimmt ein weiteres Regengebiet Kurs auf Sachsen", sagte Henry Geyer, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst (DWD). Für Leipzig kündigte er  15 Liter Niederschlag pro Quadratmeter an. Auch die Bergregionen im Erzgebirge und dem Vogtland bekommen noch einmal etwas ab, dort sogar bis zu 30 Liter pro Quadratmeter. Dort speisen sich die Mulde und die Weiße Elster.

In den vergangenen 24 Stunden haben Geyer und seine Kollegen teils erheblichen Regen gemessen. "In Stützergrün fielen mehr als 100 Liter pro Quadratmeter", so Geyer. In anderen Regionen in Südwest-Sachsen seien Mengen von 50 bis 90 Liter pro Quadratmeter verbreitet gewesen.

 

Die Hochwasserlage in Grimma hatte sich am Sonnabendnachmittag zunächst leicht entspannt. „Eine Evakuierung der Innenstadt ist nicht notwendig“, teilte da der Krisenstab noch mit. Zum einen sei der Pegel der Mulde am für Grimma maßgeblichen Messpunkt in Golzern gegenüber den Morgenstunden um fast einen halben Meter gefallen, zum anderen blieb ein angekündigtes Regengebiet im Chemnitzer Raum aus. Am Sonnabend um 21 Uhr lag der Wasserstand noch bei 4,65 Meter, am Sonntag um 12.45 Uhr schon bei 5,74 Metern.

Fotos aus Grimma

 

Schon am Sonnabendmorgen wirkte die Lage in Grimma bedrohlich. Mehrere Straßen waren im Zentrum überflutet. „Zwischen der Paul-Gerhardt-Straße und Floßplatz steht das Wasser nach wie vor knietief“, sagte Stadtsprecherin Marlen Rabold gegenüber LVZ-Online. Nach der Vereinigung der Zwickauer und der Freiberger Mulde führt der Fluss bei Grimma besonders viel Wasser. Rund ein Dutzend Bewohner in direkter Muldenähe mussten am Sonnabend zeitweise in Notunterkünfte gebracht werden. Am Abend durften die meist pflegebedürftigen Menschen aber wieder nach Hause.

Auf Evakuierungen vorbereitet

 

Seit Freitagabend werden Keller in der 30.000-Einwohner-Stadt mit Sandsäcken gesichert, ein Hochwasserbalken soll verhindern, dass Treibgut in die Stadt gespült wird. Alle verfügbaren Kräfte der Feuerwehren waren im Einsatz und errichteten teils mobile Schutzwände.

 

Lage in Nordsachsen verschärft sich

Kritische Lage auch bei Eilenburg   Der Landkreis Nordsachsen will am Sonntag Katastrophenvoralarm für die Mulderegion auslösen. Das teilte Landrat Michael Czupalla (CDU) nach einer Beratung der operativen Gruppe Hochwasser mit. Hintergrund ist das derzeit steigende Wasser der Mulde im Bereich Eilenburg.

Fotos aus Eilenburg

 

Es besteht die Gefahr von Überschwemmung größerer bebauter Gebiete mit sehr hohen Schäden und eine unmittelbare Gefährdung für Menschen und Tiere. Ebenso kann es zu Deichbrüchen kommen. "Ein Vorstab hat bereits die Arbeit aufgenommen", sagte Czupalla.

Fotos aus Sachsen

Lufbilder aus Döbeln

Matthias Roth/Nico Fliegner/Thomas Lieb

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