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Hochwasser in Sachsen
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Merkel besucht Bitterfeld - Deichöffnung bringt nun doch Entlastung für die Stadt

Merkel besucht Bitterfeld - Deichöffnung bringt nun doch Entlastung für die Stadt

Leipzig. Hoffnungsschimmer für Bitterfeld: Die am Mittwoch zur Entlastung in den Muldedeich gesprengte Öffnung konnte jetzt doch noch vergrößert werden.

Mit Wasserhochdruck wurde an dem Damm weiträumig Erdreich weggespült. Damit kann nun ungehindert Wasser ins Flussbett gelangen. Die Fluten liefen bisher in den Goitzsche-See über und drückten so auf den Deich zur Bitterfelder Innenstadt. Am Nachmittag hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor Ort ein Bild von der Lage gemacht.

„Wenn der bricht, dann haben wir eine richtige Flutwelle“, sagte die Oberbürgermeisterin von Bitterfeld-Wolfen, Petra Wust (parteilos) am Donnerstag. Sie kritisierte, dass der Freistaat Sachsen eine dritte Sprengung eines Dammes auf seinem Gebiet abgelehnt habe. Am späten Nachmittag kam dann die Nachricht, dass Experten mit der Hochdruck-Spülung eine alternative Methode zur Entlastung gefunden hatten.

Nach einer Deichsprengung, die die Bundeswehr am Mittwoch an der Mulde nördlich von Löbnitz vorbereitet hatte, sank zwar der Pegel des überlaufenden Seelhausener Sees leicht. Die Sprengung brachte aber nicht den erhofften Effekt.

Menschen in Löbnitz und Sausedlitz dürfen in Wohnungen zurück

Dagegen konnte die Evakuierung der Gemeinden Löbnitz und Sausedlitz aufgehoben werden. „Die Menschen sind schon zum großen Teil in ihre Wohnungen zurückgekehrt“, sagte Rayk Bergner, Sprecher des Kreises Nordsachsen, gegenüber LVZ-Online. Nach einer Begutachtung der Lage mit der Bergbaugesellschaft LMBV konnte der Krisenstab für die beiden Gemeinden Entwarnung geben. Die Gefahr, dass der Boden in dem ehemaligen Tagebaugebiet brechen könnte, sei nicht gegeben.

Zuvor fürchtete man, dass durch einen möglichen Deichbruch zwischen Goitzschesee und Seelhausener See das abfließende Wasser einen so starken Sog entwickeln könnte, dass Grundbrüche möglich wären. Obwohl weiter Wasser in den Goitzschesee fließt, plant der Kreis Nordsachsen derzeit keine weitere Sprengung, um noch mehr Wasser in die Mulde zurückzulenken, teilte der Krisenstab mit.

Bangen und Hoffen in Bitterfeld

Für die Bitterfelder Innenstadt, in der rund 10.000 Menschen von einer Flut betroffen wären, heißt es weiter bangen und hoffen. Die Bewohner waren bereits mehrfach aufgefordert worden, ihre Wohnungen freiwillig zu verlassen. Entlang der Leine seien außerdem die dort angelegten Deiche durchfeuchtet, teilte die Stadtverwaltung mit. Die schadhaften Stellen werden ausgebessert. Hilfe für die Hochwasser-Abwehr werde noch gebraucht. Freiwillige können sich zum Beispiel am Sandsackfüllplatz auf dem Sportplatz Greppin melden.

Streitkräfte aus den Niederlanden helfen in Torgau

In Torgau an der Elbe waren die Hochwasser-Abwehrmaßnahmen bisher erfolgreich. Die Stadt bekommt dabei am Donnerstag noch Unterstützung durch niederländische Streitkräfte. Auch Leipzig, wo der Katastrophenalarm am Donnerstag um 14 Uhr aufgehoben wird, will helfen: 30.000 Sandsäcke werden aus der Messestadt nach Torgau transportiert. Deichläufer sind im Einsatz, und auch das Flachglaswerk Torgau wird durch Sandsäcke geschützt. „Den Scheitel der Hochwasserwelle erwarten wir in der Nacht“, sagte Bergner. Um 12.45 Uhr stand der Elbe-Pegel bei 8,72 Meter.

Evelyn ter Vehn / dpa /pfü

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