Startseite LVZ
Volltextsuche über das Angebot:

Hochwasser in Sachsen
Google+ Instagram YouTube
Thüringen leidet unter braunen Fluten - Lage im Altenburger Land kritisch

Thüringen leidet unter braunen Fluten - Lage im Altenburger Land kritisch

Thüringen kämpft weiter gegen das Hochwasser. Doch während die Westthüringer rund um die Gera bei Erfurt langsam aufatmen, versetzt das Hochwasser nun die Ostthüringer rund um Greiz und im Altenburger Land in Angst.

Nächster Artikel
Lage an der Weißen Elster spitzt sich zu - Landrat in Borna löst Katastropenalarm aus

Aufräumen in Stadtroda.

Quelle: dpa

Greiz/Jena/Erfurt. Der Kreis Greiz löste am Sonntagnachmittag Katastrophenalarm aus und wappnete sich für den Ernstfall. Erste Evakuierungen liefen außer in Greiz auch in mehreren Gemeinden im Altenburger Land rund um Gößnitz an. Hier drohte ein Damm zu brechen und die Wassermassen der anschwellenden Pleiße auf den Ort Serbitz auszuschütten.

Fotos aus Thüringen

php86c3cbc8cd201305311916.jpg

Erfurt. Nach den erneuten heftigen Regenfällen hat sich die Hochwasserlage in Thüringen am Freitag nur kurzfristig leicht entspannt. Am Nachmittag galten für die Gera bei Erfurt-Bischleben und die Ilm bei Mellingen die höchste Alarmstufe drei. Die Hörsel bei Teutleben fiel im Lauf des Nachmittags in den Bereich der Stufe zwei, die auch an Werra, Schmalkalden, Sprotte, Saale und Auma gilt. Vor allem in Ostthüringen und im Landkreis Sömmerda spitzte sich die Lage aber weiter zu. Dort trat am Nachmittag ein Krisenstab zusammen.

Zur Bildergalerie

Im Kreis Greiz trafen am Nachmittag Bundeswehrsoldaten zur Unterstützung der Helfer ein. Sorgen bereitete den Greizern nicht nur der anhaltende Regen im eigenen Land. Im sächsischen Vogtland lief am Sonntag die Talsperre Pirk über, weitere Talsperren drohten vollzulaufen und noch mehr Wasser in Richtung Thüringer Gebiet zu befördern.

An insgesamt elf Pegeln galt am Sonntag die höchste Hochwasser-Alarmstufe drei. Die Saale trat im Raum Saalfeld, Weimar und Jena über die Ufer und überschwemmte Parks, Wiesen und das Jenaer Ernst-Abbe-Sportfeld.

Vor allem den Jenaer Süden erwischten die Fluten. Das Gewerbegebiet Göschwitz wurde gesperrt, wie eine Polizeisprecherin berichtete. Firmenmitarbeiter, die noch zur Stromabschaltung nach Göschwitz müssten, könnten mit bereitgestellten Schlauchbooten zu den Gebäuden gefahren werden. In Jena und in Teilen des Saale-Holzland-Kreises sollen die Schulen und Kindergärten am Montag und Dienstag geschlossen bleiben. Ein Notdienst sei jedoch überall eingerichtet, sagte eine Behördensprecherin in Jena.

Die höher gelegene Jenaer Innenstadt war von den braunen Fluten zunächst nicht betroffen. Stadtroda hingegen , östlich von Jena, wurde überschwemmt. Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) war am Samstag direkt nach ihrer Rückkehr von einer Chinareise nach Stadtroda und Jena gereist, um sich ein Bild von der Lage zu machen. „Der Zenit des Wassers war bei meiner Ankunft schon durch“, sagte sie am Sonntag. „Aber es war zu sehen, die Folgeschäden werden erheblich sein.“

Bis zum Sonntagnachmittag stiegen die Fluten am Pegel in Greiz auf mehr als 4,50 Meter, Tendenz stark steigend. Der Scheitelpunkt der braunen Wassermassen war noch nicht abzusehen. Ab 5 Metern Wasserhöhe könne eine Überflutung der Greizer Neustadt nicht mehr verhindert werden, sagte ein Sprecher des Greizer Krisenstabs. Das bedrohte Gebiet wurde vorsorglich evakuiert. Auch im Altenburger Land räumten die Helfer mehrere Ortschaften an der Pleiße. Auch hier kommt das Wasser aus einer überlaufenden Talsperre.

„Wir haben keine Erfahrung, was passiert, wenn eine Talsperre überläuft“, sagte eine Sprecherin des Krisenstabs am Sonntag in Altenburg. Wo es möglich sei, würden an den Dämmen der Pleiße im gesamten Kreis Sandsäcke gestapelt, um die Wälle zu stabilisieren. Der derzeit besonders bedrohte Damm im Trebener Ortsteil Serbitz habe in kritischen Situationen 2002 und 2011 gehalten. „Die Situation ist deutlich ernster als beim Hochwasser 2002“, sagte der Leiter des dortigen Katastrophenstabs, Ronny Thieme, laut Mitteilung.

Während die Helfer in Ostthüringen auf Hochtouren arbeiteten, begannen an der Gera rund um Erfurt am Sonntag bereits die ersten Aufräumarbeiten. Der Krisenstab des Landkreises Sömmerda konnte aufgelöst werden. Der Wasserstand sank am Pegel Erfurt-Möbisburg von knapp vier Metern schon am Vormittag wieder unter die kritische Marke von 2,80 Meter. Ein auf 250 Meter Länge aufgeweichter Deich zwischen Elxleben und Walschleben hielt den Fluten stand.

Am Samstagnachmittag wurde es kritisch, weil das Wasser über den Deich auf die ortsabgelegene Uferseite lief. Die Einsatzkräfte entschieden sich jedoch, den Damm nicht kontrolliert aufzubaggern. Zuvor hatten Hunderte Helfer mit Hubschrauberunterstützung tonnenweise Sandsäcke am Deich gestapelt, um ihn zu stabilisieren. „Das Zusammengehörigkeitsgefühl der Dorfbewohner und ihre Bereitschaft zur Hilfe haben dafür gesorgt, dass der Damm gesichert werden konnte“, sagte ein Polizeibeamter vor Ort. Wäre der Deich gebrochen, hätte es nach Einschätzung von Fachleuten eine zwei Meter hohe Flutwelle geben können.

Franziska Höhnl, dpa

Nächster Artikel
Mehr aus Hochwasser in Sachsen
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ-Kreuzfahrtmesse
    Infos zur LVZ-Kreuzfahrtmesse

    Willkommen an Bord: Am 22. Oktober 2017 luden LVZ und Vetter Touristik zur 1. Kreuzfahrtmesse ein. Hier gibt es einen Rückblick. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Schlingel - Familienmagazin
    Schlingel - Das Familienmagazin der LVZ

    Das Familienmagazin der LVZ. Wir richten uns an Eltern und Kinder, die in Leipzig und Umgebung zu Hause sind. Ihnen möchten wir ein nützlicher, unt... mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr