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Thüringen: Im Altenburger Land werden weite Teile wieder zu Sümpfen

Thüringen: Im Altenburger Land werden weite Teile wieder zu Sümpfen

"Das Sümpfe bildende Wasser" bedeutete der Name Pleiße noch bis ins Mittelalter. Das Wissen um diese Bedeutung ging im Laufe der Jahrhunderte weitgehend verloren - bis das Flüsschen ab dem 12. August 2002 seinem angestammten Namen erneut alle Ehre macht und den östlichsten Zipfel Thüringens genau wie den Nachbarfreistaat Sachsen in die Chroniken der Jahrhundertflut spült.

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Quelle: Mario Jahn

Altenburg. Das eigentlich unscheinbare, abschnittsweise als Naturdenkmal eingestufte Gewässer, das in Leipzig in die Weiße Elster fließt, demonstriert in jenen Tagen zwischen Gößnitz und Regis-Serbitz die verheerende Kraft des Wassers: Sonst nicht viel tiefer als einen halben Meter, steigt der Pegel in wenigen Stunden auf die Rekordmarke von 3,69 Metern.

Straßen, Höfe, Wiesen und Felder sowie unzählige Keller werden überflutet. Grundstücke liegen auf einmal inmitten von Seen. Die Bahnlinie von Gößnitz nach Altenburg muss gesperrt werden, weil die Gleise überflutet sind. In Gößnitz sind 115 Wohnungen in den Neubauten an der Cellariusstraße nicht mehr bewohnbar - für 150 Menschen muss eine behelfsmäßige Bleibe in einer Mehrzweckhalle organisiert werden. Der Kindergarten "Knirpsenland" läuft voll Wasser.

Der größte Posten in der später auf 70 Millionen Euro summierten Schadensbilanz von privaten Haushalten, Kommunen, an Straßen, Brücken und sogar den Wasserläufen selbst entsteht auf dem Gelände der Sächsischen Autotransport und Service GmbH (SAT): Hier versinken Dutzende nagelneue Karossen in der braunen Brühe und verursachen einen zweistelligen Millionenschaden. Wenige Kilometer weiter spitzt sich die Situation ebenfalls zu. Besonders in den beiden Altenburger Stadtteilen Paditz und Knau, wo das Hochwasser Straßen überspült und ebenfalls Wohnhäuser erreicht.

Besonders dramatisch wird die Lage, als die Talsperre in Windischleuba überläuft und Serbitz, Treben und Fockendorf kurz vor der Evakuierung stehen. Im letzten Augenblick wird die B 93 aufgerissen, um das aufgestaute Wasser ablaufen zu lassen. Als zu Beginn der 90er die Gemeinden im nördlichen Teil des Kreises Altenburger Land ihrer Verwaltungsgemeinschaft den Namen "Pleißenaue" gaben, dachten sie gewiss nicht an die mittelalterliche Bedeutung des Flussnamens. Aber gerade hier werden weite Wiesen wieder zu Sümpfen auf Zeit.

Günter Neumann

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