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Stadt informierte zum Flutjubiläum über Stand des Hochwasserschutzes in Dresden

Stadt informierte zum Flutjubiläum über Stand des Hochwasserschutzes in Dresden

Zehn Jahre nach der Jahrhundert-Flut informierte die Stadt Dresden am Freitag über die Schwerpunkte des bisherigen Hochwasserschutzes sowie die anstehenden Arbeiten.

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Die überflutete Dresdner Altstadt - Bilder wie diese möchte wohl kein Dresdner jemals wieder sehen.

Quelle: Archiv

Dresden. Am Dresdner Gewerbehof in der Löbtauer Straße unweit der Weißeritz, am Kaitzbach in der Boderitzer Straße und am Koitschgraben in Reick präsentierten Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) sowie Mitarbeiter des Umweltamtes die in den vergangenen Jahren erreichten Fortschritte.

Zum Abschluss der Tour wurde das Hochwasserpumpwerk Johannstadt besucht, das die Kanalisation im Falle eine Überflutung schützen soll. Insgesamt 120 Millionen Euro wurden nach Informationen der Stadt allein in Dresden für Schutzmaßnahmen an den Gewässern ausgegeben.

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Dresden. Zehn Jahre nach der Jahrhundert-Flut informierte die Stadt Dresden am Freitag über die Schwerpunkte des bisherigen Hochwasserschutzes sowie die anstehenden Arbeiten. Am Dresdner Gewerbehof in der Löbtauer Straße unweit der Weißeritz, am Kaitzbach in der Boderitzer Straße und am Koitschgraben in Reick wurden Fortschritte gezeigt.

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Den Anfang der Rundfahrt bildete aber der so genannte Weißeritzknick in der Löbtauer Straße. Und das hatte einen plausiblen Grund: „Die Weißeritz ist Dresdens gefährlichster Fluss. Auch in Zukunft wird es hier nur sehr kurze Vorwarnzeiten geben“, betonte Thomas Jakob vom Umweltamt. Dennoch habe man erreicht, dass der Fluss mittlerweile gegen Durchflussgeschwindigkeiten von 260 Kubikmetern pro Sekunde gewappnet sei.

Bei der Flut 2002 lag der Wert allerdings bei 450 Kubikmetern pro Sekunde. „Mit den bisherigen Maßnahmen, die unter anderem eine Vertiefung der Weißeritz und eine Erhöhung des Ufers vorsahen, erreichen wir jetzt einen Schutz gegen Hochwasser wie es alle 100 Jahre vorkommt“, so Jakob. Bis 2020 sollen weitere Maßnahmen folgen, die ein 500-jähriges Hochwasser verhindern können. Die Gesamtkosten für den Hochwasserschutz, der im Abschnitt von der Hamburger Straße bis zur Elbmündung sowie von der Zufahrtsrampe Maschinen- und Stahlbau Dresden bis zur Brücke Altplauen abgeschlossen ist, betragen 30 Millionen Euro, von denen die Stadt Dresden 13 Millionen bezahlt.

Während es an der Weißeritz vorangeht, bleibt hingegen an der Lockwitz nach Angaben der Stadt noch viel zu tun. Hier wird erst der Neubau von einem oder zwei großen Staubecken oberhalb von Dresden eine Grundsicherheit bis zu hundertjährlichen Ereignissen ermöglichen. Im Bereich des Kaitzbaches kann dieser Schutz bereits gewährleistet werden. Insgesamt fünf Hochwasserrückhaltebecken wurden gebaut, damit die umliegenden Ortschaften bei starkem Regen vor den Wasserfluten nicht überflutet werden. „Wir haben nach der Flut 2002 angefangen den Bächen wieder Raum zu geben und vor den Ortslagen Rückhaltebecken zu bauen“, erklärte Harald Kroll vom Sachgebiet städtische Gewässer im Umweltamt.

Ein gutes Beispiel für einen Fluss, der sich wieder ausbreiten darf, ist der Koitschgraben in Reick. „Der Bach war ursprünglich von Beton eingeschlossen und nur noch drei Meter breit. Heute dehnt er sich an manchen Stellen bis zu 20 Meter aus und wurde wieder in ein natürliches Ufer eingebettet“, so Kroll.

Die abschließende Station der Hochwassergedächtnistour war das Hochwasserpumpwerk in Johannstadt. Der 13,5 Millionen Euro teure Bau an der Waldschlößchenbrücke sorgt dafür, dass es auch bei Hochwasser keinen Rückstau in der Kanalisation gibt. „Die Förderleistung der Anlage liegt bei 18.000 Litern pro Sekunde. Das ist mehr als das Vierfache, was einer Kläranlage zufließen kann“, erläuterte der Geschäftsführer der Stadtentwässerung Johannes Pohl. Damit auch bei Stromausfall gepumpt werden kann und somit die Toiletten der Dresdner problemlos funktionieren, verfügt die Anlage über Dieselmotoren.

Trotz der bisherigen Maßnahmen betonte Wirtschaftsbürgermeister Dirk Hilbert, dass es keinen hundertprozentigen Schutz geben könne: „Bei aller Vorsorge bleibt immer die Gefahr, dass technische Anlagen versagen können oder die Flut höher wird als vorher berechnet. Die Aufgabe vor der wir alle stehen, heißt mit diesen Risiken umgehen zu lernen“, so Hilbert.

Stephan Hönigschmid

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