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Zehn Jahre nach der Flut: Kunstfestival in Dresden zeigt „Höchstwasser“

Zehn Jahre nach der Flut: Kunstfestival in Dresden zeigt „Höchstwasser“

Der Dialekt der Sachsen findet deutschlandweit nicht viel Verständnis. Wenn Film und Fernsehen den eher schlicht denkenden Zeitgenossen präsentieren, spricht der meistens ungekünstelt Sächsisch.

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Quelle: dpa

Dresden. Dabei hat das Sachsenland von jeher große Kunstler hervorgebracht - auch Richard Wagner pflegte den hiesigen Umgangston. Als Dresdner Künstler vor Jahren ein Festival gründen wollten und dafür einen Namen suchten, einigten sie sich auf den Begriff, der am häufigsten in der Runde erklang: Es war der typisch sächsische Ausdruck „Or nö“ (Aber nicht doch!). So hatten viele die Vorschläge der anderen kommentiert. 2012 wird „ORNÖ“ 20 Jahre alt.

Für Festivalchef Kay Pyta ist es ein Doppeljubiläum. Vor 10 Jahren war ORNÖ schon einmal im Dresdner Wasserwerk Saloppe zu Gast - dann kam die Jahrhundertflut der Elbe. Das 20. Festival läuft nun an gleicher Stätte unter dem Motto „Höchstwasser“. Neben Ausstellungen, Konzerten und Performances wird auch eine „Unterwasseroper“ gezeigt. „Wasser ist der Ursprung allen Lebens“, sagt Pyta und spricht von einer Ambivalenz. Denn genauso kann es als Flut oder Tsunami über den Menschen kommen und Tod und Zerstörung bringen. Pyta will nun das Verhältnis zwischen Mensch und Naturgewalt thematisieren. „Die Elbe hat die Landschaft geformt und sie 2002 verändert.“

An diesem Freitag geht es los. Die Vernissage beginnt exakt um 20.03 Uhr. Dann werden alle 60 Ausstellungen des Festivals eröffnet. Live-Musik, Performances und eine Lichtinszenierung runden das Spektakel ab. An der Elbe wird ein Ballonglühen den Abendhimmel illuminieren. Bis zum Finale am 19. August glitzern einzelne Highlights im „Höchstwasser“, darunter eine „Wassermusik“ mit dem Berliner Ensemble Liquid Soul. Es musiziert auf selbst entwickelten „Wasserstichorgeln“ - Kunststoffröhren, die in wassergefüllte Behälter, Seen oder auch den Swimmingpool getaucht werden und flötenartige Töne von sich geben.

Emotional dürfte der Pegel vor allem am 10. August zur Uraufführung der Unterwasseroper „Aguaria_Palaoa - Das Alter der Welt II“ steigen. Mezzosopranistin Claudia Herr arbeitet dabei erstmals in einem Fließgewässer und wird dafür wie anderen Akteure des submarinen Musiktheaters an Seilen gesichert. Schließlich strömt die Elbe-Bühne an dieser Stelle mit 10 Stundenkilometern an den Zuschauern vorbei. Während der Aufführung ruht die Schifffahrt auf dem Fluss, nur ein historischer Dampfer ist Teil der Inszenierung. Claudia Herr agiert zeitweilig komplett unter Wasser. Via Kamera und Unterwassermikrofon wird der Gesang ans Ufer übertragen.

„Wasser verändert den Klang, das ist eine ganz andere Welt“, erklärt die Sängerin. Herr stammt aus Dresden, war früher Rückenschwimmerin und studierte dann Gesang. Nun ist Oper und Wasser für sie die optimale Symbiose. Die sollen auch die Festivalbesucher finden. „Nach dem Werk ans Wasser“ lautet die Einladung der Organisatoren zur After Work Lounge mit Bar und Liegestühlen im Freigelände des Wasserwerks. Das „Ö“ im Festivalnamen ist unterdessen schon ein Markenzeichen. Auch frühere Slogans wurden je nach Ort „veröt“. 2011 zelebrierte man im früheren Standesamt die „Höchzeit“, ein „Umspannwörk“ und „Höchhaus“ waren gleichfalls schon Locations.

Jörg Schurig, dpa

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