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Katholikentag in Leipzig: Mehrheit für eine Million Euro aus der Stadtkasse zeichnet sich ab

Katholikentag in Leipzig: Mehrheit für eine Million Euro aus der Stadtkasse zeichnet sich ab

Im Leipziger Stadtrat zeichnet sich eine Mehrheit für die Unterstützung des Katholikentags vom 25. bis 29. Mai 2016 mit einer Million Euro ab. Bei einem Treffen mit Ratsvertretern und Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) gab das Zentralkomitee der Katholiken detaillierter als bisher Einblick in das Finanzierungskonzept.

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Der 100. Katholikentag kommt im Mai 2016 nach Leipzig.

Quelle: Volkmar Heinz

Leipzig. Aufgrund der Erfahrungen mit dem Regensburger Katholikentag sei davon auszugehen, „dass es rund 4,2 Millionen Euro an Rückflüssen an die Stadt, an kommunale und privatwirtschaftliche Betriebe geben wird“, so ZdK-Sprecher Theodor Bolzenius am Mittwoch auf Anfrage. Allen voran an die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB), denn die Kirchentags-Dauerteilnehmer erwerben mit seiner Eintrittskarte für alle Events einen LVB-Fahrschein für die vier Tage im Mai 2016. Zudem müsse das ZdK Schulen und andere städtische Räume und Plätze anmieten.

Hotels, Gaststätten, Caterer, Einzelhändler – sie alle würden von den Gästen profitieren. Laut Bolzenius gibt ein Dauerteilnehmer am Tag rund 35 Euro aus. Bei 33.000 angemeldeten Gästen wie zuletzt in Regensburg flössen also noch einmal 4,5 Millionen Euro in den Leipziger Wirtschaftskreislauf.

FDP fordert einheitliche Regeln für Großevents

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René Hobusch, FDP-Fraktionschef in Leipzig.

Quelle: André Kempner

„Der Zuschuss, den das Zentralkomitee beantragt hat, wird über Leistungen, die bei der LVB und der Stadt gebucht werden, an die Kommune zurückfließen“, so FDP-Fraktionschef René Hobusch am Montag. Die Liberalen hatten vor der Sommerpause die Zustimmung zur Millionen-Euro-Unterstützung wegen fehlender Förderleitlinien und undurchsichtiger Finanzierung verweigert.

Auch jetzt steht noch ein Änderungsantrag der FDP im Raum, der einheitliche Regelungen für die finanzielle Unterstützung von Großveranstaltungen fordert, „ganz egal, ob es sich um einen Kirchentag, oder Events wie das Wagner-Jubiläum oder Turnfest handelt“, so Hobusch. Und er stellte auch klar: Wenn diese Bedingungen geschaffen werden, kann seine Fraktion der Kirchentags-Million zustimmen.

Grüne und Linke, die im Sommer hart gegen den Vorschlag opponierten, dürften es mit Widerstand dann schwer haben. „Wir bleiben bei unserem Kompromissvorschlag, dass Leipzig den Katholikentag mit 300.000 Euro unterstützen könnte“, sagt Norman Volger, Fraktionschef der Grünen.

Grüne beklagen blinde Flecken im Finanzkonzept

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Norman Volger, Vorsitzender der Grünen-Stadtratsfraktion.

Quelle: André Kempner

Durch das Treffen mit den Organisatoren sei zwar mehr Transparenz entstanden. Volger beklagt aber dennoch blinde Flecken. So seien 2,6 Millionen Euro des Budgets von insgesamt rund zehn Millionen Euro für Personalkosten eingeplant. „Wie das aufgeschlüsselt ist, erfahren wir nicht“, bemängelt Volger.

Auch die Beispielrechnungen über den Rückfluss der Gelder an die Stadt überzeugen die Grünen nicht völlig. „Da ist von sehr viel mehr Fahrgästen bei den LVB die Rede“, aber den deutlich höheren Aufwand sieht der Grünen-Politiker nicht berücksichtigt. Vor allem aber bleibe für die Grünen Hauptargument: Bei der angespannten Haushaltslage kann sich Leipzig die Million nicht leisten. Volger: „Wir wollen den Kirchentag, und er wird überregional eine große Ausstrahlung entfachen. Aber das würde er auch ohne die Million aus der Stadtkasse.“

Stadtrat entscheidet am Mittwoch

Am Mittwoch entscheidet der Stadtrat über die Höhe der Förderung, und bei der Mehrheitsbildung sind verschiedene Zahlenspiele möglich. Der kleinen Liberalen-Fraktion mit ihren vier Abgeordneten kommt für die Mehrheitsbildung eine wichtige Rolle zu. Im Schulterschluss mit der CDU (17) und Sozialdemokraten (14) kämen die Befürworter der Million mit 35 auf die Hälfte der Stimmen im Parlament. Zwar hatte auch die Union mehr Transparenz beim Finanzierungskonzept gefordert, doch grundsätzliche Kritik an der siebenstelligen Fördersumme kam im Sommer vor allem von den Linken (17) und Grünen (11). Als Unbekannte im Spiel bleiben noch drei fraktionslose Abgeordnete und die Bürgerfraktion (4).

Evelyn ter Vehn / Dominic Welters

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