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Streit um Millionenförderung für Kirchentag in Leipzig: OBM Jung verteidigt Finanzspritze

Streit um Millionenförderung für Kirchentag in Leipzig: OBM Jung verteidigt Finanzspritze

Die Diskussion erhitzt weiter die Gemüter: Soll Leipzig den Katholikentag 2016 mit einer Million Euro aus dem städtischen Haushalt subventionieren? Während der Stadtrat sich bislang nicht festlegen will, schaltet sich nun Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) persönlich in die Debatte ein.

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Leipzigs OBM Burkhard Jung verteidigt die Finanzspritze für den 100. Deutschen Katholikentag.

Quelle: André Kempner

Leipzig. „Eine solche Veranstaltung verdient die Unterstützung der Stadt“, spricht er sich klar für die Finanzspritze aus.

„Es wäre die falsche Botschaft, wenn wir einer religiösen Minderheit gegenüber treten und ihr unsere Unterstützung versagen würden. Nicht Übermut hat hier seinen Platz, Großmut ist gefragt“, schreibt der OBM in einem Beitrag an die Leipziger auf der Stadt-Homepage. Durch die Diskussion habe der 100. Deutsche Katholikentag bereits jetzt eine seiner wichtigsten Aufgaben erfüllt, meint Jung. „Ins Gespräch kommen, Fragen ansprechen, Standpunkte austauschen. Und auch: Vorurteile abbauen“, so das Stadtoberhaupt.

Jung vergleicht Kirchentag mit Turnfest und Worldskills

Der Kirchentag, so Jung, spreche Hunderttausende in ganz Deutschland an, die von Leipzig aus „neue Ideen und Impulse“ mit nach Hause nehmen würden. „Nur 4,4 Prozent der Leipziger Bevölkerung bekennt sich zum katholischen Glauben. Und dies darf eben kein Grund sein, einen Katholikentag nicht zu fördern“, fordert der OBM und mahnt gleichzeitig zu mehr Toleranz.

Jung vergleicht die Finanzspritze mit der Förderung für das Deutsche Turnfest 2002 in Leipzig oder die Berufe-Weltmeisterschaft Worldskills im vergangenen Jahr, die ebenfalls mit nicht näher bezifferten Steuergeldern unterstützt wurden. „So wie wir ganz selbstverständlich auch Sport- oder Kulturgroßveranstaltungen fördern, so wollen wir uns auch um zentrale Fragen des Glaubens und des Lebens kümmern“, argumentiert der OBM.

Katholikentag soll auch ohne Finanzspitze stattfinden

Gegenüber der LVZ hatte Theodor Bolzenius, Sprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) in Bonn, jüngst betont, dass der Kirchentag unabhängig von der Höhe der Fördermittel in Leipzig stattfinden werde. „Kein Mensch denkt daran, nicht nach Leipzig zu gehen, sollte es weniger oder gar kein Geld geben“, sagte der 58-Jährige.

Er deutete jedoch an, dass die Veranstaltung dann weniger stark beworben und vermarktet werden könnte. „Sollten wir am Ende weniger Mittel zur Verfügung haben“, so Bolzenius, „können wir das Ereignis in Deutschland weniger prominent positionieren – und damit auch weniger für das Image des Landes und der Stadt tun.“

Stadtrats-Entscheidung nach Protesten vertagt

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Eine Million Euro von der Stadt Leipzig für den 100. Katholikentag? Dagegen gab es in der City Protest.

Quelle: André Kempner

Der 100. Deutsche Katholikentag soll vom 25. bis 29. Mai 2016 in der Messestadt stattfinden. Insgesamt wird ein Budget von 9,9 Millionen Euro angesetzt, wovon die Stadt eine Million Euro beisteuern soll. Drei Millionen Euro kommen vom Freistaat Sachsen, der Bund gibt 500.000 Euro. Den Rest träg die katholische Kirche durch Eigenmittel sowie sonstige Einnahmen wie Fundraising, Kollekten und Teilnehmergebühren.

Eine Entscheidung über die finanzielle Zuwendung hatte die Ratsversammlung Mitte Juli auf die Zeit nach der Sommerpause vertagt. Die Grünen im Stadtrat hatten gefordert, dass eine Förderung in Höhe von 300.000 Euro ausreicht. Erst auf der Sitzung am 17. September soll nun jedoch darüber entschieden werden.

Zuvor regte sich massiver Proteste gegen die Subventionierung. Die designierte Piraten-Stadtratskandidaten Ute Elisabeth Gabelmann hatte mit der Kunstaktion "11. Gebot" gemeinsam mit der Giordano-Bruno-Stiftung gefordert, dass die Kirche grundsätzlich ihre Großereignisse ohne öffentliche Gelder auf die Beine stellen sollte.

nöß/lyn/dom

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