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Lachmesse Leipzig 2017
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LVZ-Jury sucht Preisträger

Lachmesse beginnt am Sonntag LVZ-Jury sucht Preisträger

Die nächsten Abende sind für sie ausgebucht: Fünf Leser bilden auch dieses Jahr die LVZ-Lachmesse-Jury, die ein Stimmrecht zur Ermittlung des nächsten Preisträgers hat. Von heute bis zum 22. Oktober bestimmt das internationale Humor- und Satire-Festival den Leipziger Kulturkalender. Wir stellen die Juroren vor.

Bereit für die Lachmesse: die LVZ-Juroren Herbert Grunau, Sylvia Welsch, Lukas Schletter, Pascal Vrticka und Gabriele Pagels (v. l.)
 

Quelle: Andre Kempner

Leipzig.  Die nächsten Abende sind für sie ausgebucht: Fünf Leser bilden auch dieses Jahr die LVZ-Lachmesse-Jury, die ein Stimmrecht zur Ermittlung des nächsten Preisträgers hat. Von Sonntag bis 22. Oktober bestimmt das internationale Humor- und Satire-Festival den Leipziger Kulturkalender. Wir stellen die Juroren vor.

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Pascal Vrticka lebt und denkt global. Der Sohn tschechischer Eltern wuchs in Luzern auf und studierte in Zürich und Genf. Von Kalifornien nach Leipzig zog er 2014 berufsbedingt: Der 38-Jährige arbeitet als Neurowissenschaftler am Max-Planck-Institut. Passenderweise untersucht und erforscht er unter anderem das Thema Humor: Welche sozialen Traktionen geschehen im Gehirn, wenn Witze erzählt werden, wie wird der Humor entschlüsselt, welche Unterschiede gibt es dabei - zum Beispiel zwischen Frau und Mann? „Die Theorie besagt: Männer nutzen Humor, um Frauen zu gefallen. Die wiederum können sich anhand des Humor-Levels ein Bild machen, ob er zu ihnen passt oder nicht.“ berichtet der mit einer Südkoreanerin verheiratete Vater zweier Jungs (6 und 8). Er selbst liebt vor allem den schwarzen, ironiereichen Humor der Briten und das Lustige im Ernsten. Er mag das Reisen, und in der relativ spärlichen Freizeit fährt er gern mit dem Rad.

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Kabarett liebt Herbert Grunau, geborener Erfurter, schon seit Jahrzehnten. 1973 fing der Hochschullehrer beim Amateurkabarett Die Pauker an und war 15 Jahre lang Spieler, Texter und Leiter der Gruppe, die sich in der DDR einen guten Ruf erarbeitete. Der pensionierte, aber immer noch gelegentlich lehrende Dozent für Medienwissenschaft bevorzugt das geistvolle Sprachspiel und mag vor allem die intellektuelle Schärfe von Satirikern wie Matthias Deutschmann, Volker Pispers und Georg Schramm. „Gegen gut gemachte, schräge Comedy habe ich aber auch nichts einzuwenden“, betont der 66-Jährige, der gern liest und schreibt, Volleyball spielt und der Kopf der Pegauer Whiskeyfreunde ist, die in regelmäßigen Abständen bei einem Schluck über die hochprozentige Spezialität philosophieren. Vor drei Jahren heiratete er die Frau, mit der er 33 Jahre lang verlobt war; Grunau ist Vater dreier Kinder zwischen 23 und 35.

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Gabriele Pagels ist eine rheinische Frohnatur. Die in Köln aufgewachsene Frau hat den Karneval tief inhaliert. Wenn sie mal etwas nervt, rückt die Musik von den Bläck Fööss und anderen Kölsche Jungs ihre Welt wieder gerade. Die gelernte Reisekauffrau ist eine wahre Nomadin, die viel reist und gern umzieht. „Ich wechsle alle paar Jahre den Ort, wenn mich ein neuer besonders anzieht“, erklärt sie. Seit 2007 wohnt sie in Leipzig, zu den Stationen davor gehören Paris, Frankfurt, Hamburg, Berlin und Brandenburg. Im Grafischen Viertel beherbergt die kontaktfreudige Frau regelmäßig Gäste. Ihnen bietet sie unter dem Schlagwort „Highly Individual Place“ ein Rundum-Wohlfühl-Paket an. Außerdem verwirklicht sie für Kunden außergewöhnliche Reise-Träume und arbeitet für die Stiftung „Kinderblick“. Zur Bühne hat sie sich selbst früh hingezogen gefühlt und schon als Schülerin öffentlich getanzt, gesprochen und gescherzt. Die ledige, kinderlose 60-Jährige ist beim Festival an der richtigen Adresse – „ich liebe das Lachen!“

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Zu den beständig Sesshaften gehört dagegen Sylvia Welsch: Die 55-Jährige wuchs im Leipziger Stadtteil Schleußig auf und wohnt noch immer dort mit ihrem Mann, den sie im Wendejahr 1989 heiratete. Welsch ist bei einer Bank beschäftigt und hat eine 34-jährige Tochter, die es beruflich und privat ins Schwabenland zog. Ihre Nähe zum Kabarett funktioniert vor allem über Regionalhelden wie beispielsweise Uwe Steimle oder Katrin Weber, „und natürlich mag ich auch viele Kabarett-Größen, die im Fernsehen präsent sind“. Einer ihrer Lieblinge ist Hape Kerkeling: „Wenn ich mir im Netz dessen „Hurz“-Nummer ansehe, schmeiße ich mich jedes Mal weg!“ Faszinierend findet sie die Sorte Satire, über die man erst schallend lacht, obwohl der thematische Hintergrund verdammt ernst ist - die hohe Kunst also. Zu ihren Freizeitaktivitäten gehören Radfahren, Wandern, Internetrecherche und spannende Aufgaben lösen.

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Zunächst studierte Lukas Schletter Japanologie, bis er umsattelte: Bald wird der geborene Leipziger das Studium von Mathematik und Kunst auf Lehramt abschließen – eine ungewöhnliche Kombi zwischen Logik und Sinnlichkeit. Die ist auch in seinen Lieblingsbeschäftigungen zu finden: Der 28-Jährige zeichnet gern und liebt Gesellschaftsspiele, in denen strategisches Denken gefragt ist: Die jüngste Ausgabe von „Werwolf“ beispielsweise oder „Escape Rooms“ - aus einem abgeschlossenen Raum entkommt man nur, indem man Rätsel knackt. Das Musische könnte er von seinem Vater geerbt haben: Frank Schletter betreibt das Theater Pack und ist Fotograf wie auch Grafiker. Der wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Pädagogik der Uni Leipzig jobbte fast neun Jahre lang als Abenddienst im Schauspielhaus (in dem wiederum seine Mutter Jana beschäftigt ist). Viele dort gastierende Kabarettisten hat der noch unverheiratete und kinderlose Lukas Schletter erlebt und ist neugierig auf das Genre geworden – vorzugsweise auf die bösen Seiten der Satire.

Gastspiele zum Auftakt am Sonntag: 11 Uhr Tom Pauls, Peter Ufer & Gäste: Zehn Jahre „Sächsisches Wort des Jahres“ (Haus Leipzig); 15 Uhr Alfred Mittermeier (Pfeffermühle); 15 Uhr Pter Ufer & Florian Mayer (Central-Kabarett); 18 Uhr Frauen an der Steuer (Palmengarten); 19 Uhr Knacki Deuser (Funzel); 20 Uhr Schwarze Grütze (Pfeffermühle) und Ingo Oschmann (Central-Kabarett); www.lachmesse.de, Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen und unter www.ticketgalerie.de.

Von Mark Daniel

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Lachmesse 2017
27. Europäisches Humor- und Satirefestival

15. bis 22. Oktober 2017

verschiedene Veranstaltungsorte in Leipzig

Karten an allen bekannten Vorverkaufsstellen und unter www.ticketgalerie.de

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