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Blog 07.05.2018: Es geht bergauf und das ist nicht schön
Thema Specials Lauf geht's! - In sechs Monaten zum Halbmarathon Blog
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15:15 16.05.2018
In weiter Ferne grüßt das Völkerschlachtdenkmal. Das Monument ist Start und Ziel beim Halbmarathon Leipzig. Quelle: Anne Sturm
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Der Sonntag war frei, die Sonne lachte und ich hatte eine grandiose Idee: Bevor ich mich wie alle anderen Südvorstädter auf dem Weg zum Cospudener See drängle, fahr ich doch mal die Halbmarathon-Strecke ab…

Ruckzuck war ich am Völkerschlachtdenkmal; wir kennen uns ja vom letzten Training am 1. Mai. Auf der Prager Straße weiter stadtauswärts wurde ich das erste Mal stutzig und musste einmal mehr in die Pedale treten als die Straße vermuten ließ. So ein ganz klein bisschen Steigung war nicht zu leugnen. Das ging ja schon gut los.

Liebertwolkwitz war schnell erreicht und vor den Toren der Stadt leuchtete der Raps in schönstem gelb. Die Brücke über den Autobahnzubringer war mit dem Fahrrad ein Klacks. Zur Fuß wird das aber ne andere Hausnummer: Anstiege und Laufen ist für mich alles andere als eine erfolgreiche Kombination.


 

Weiter ging es über das südliche Schlachtfeld (Der Name wird im Oktober hoffentlich nicht Programm...), vorbei am Russisch-Preußischen Denkmal, welches vor nunmehr 30 Jahren im Zuge des Gedenkens der Jahrfeier zur 175-jährigen Völkerschlacht eingeweiht wurde. Eine hübsche Allee und Rückenwind. So könnte es eigentlich weitergehen.

„Nach etwa 8 Kilometern wird der kleine Ort Güldengossa durchlaufen, welcher zur Gemeinde Grosspösna gehört“, hieß es in der Streckenbeschreibung. So lang können sich acht Kilometer ziehen, sagte mein Kopf. Das Schloss machte zwar seinem Namen alle Ehre und hielt die Tore verschlossen. Doch der Strömthaler See war nicht mehr weit  und damit begann das schönste Stück der Strecke.

Zwischen Strömthaler und Markkleeberger See  wartete die neu geschaffene Schleuse. Hier war die Hälfte des Halbmarathons geschafft. Aber das Allerschlimmste wartete noch. Oder wie es Mandy Petzold aus der Cappuccino-Gruppe auf Instagram weniger dramatisch formulierte: Der Berg am Kanupark ist nicht ohne.

Als der geschafft war, ging es weiter nach Wachau. Und weil wir am 14. Oktober wahrscheinlich keine Zeit haben werden, einen Blick auf die wunderschöne Kirchenruine zu werfen, gibt es hier die Gelegenheit:

Leider habe ich mich dann nicht gleich auf die Wettkampfstrecke zurückgefunden und einen – wie ich später beim Blick auf die Karte feststellte – Extra-Schlenker gemacht. Das passiert uns im Oktober hoffentlich nicht.

Und ich habe wieder was gelernt: Lößnig-Dölitz wird hinter den Neubaublocks richtig grün. Der Silbersee hatte zwar Niedrigwasser, war aber dennoch idyllisch anzusehen.

Ich bin dann wieder falsch abgebogen und die nicht enden wollende Connewitzer Straße zurückgefahren, weil ich meinte mich zu erinnern, dass die Strecke hier langführt. Und war deprimiert: Denn auch hier ging es wieder leicht bergauf. Aber Entwarnung: 2018 geht es durchs Grüne zurück auf die Prager Straße und dann sind es noch 1,2 Kilometer bis ins Ziel!

Zurück am Völkerschlachtdenkmal war ich angemessen beunruhigt und kann mir auch heute beim besten Willen nicht vorstellen, die Strecke irgendwann mal zu Fuß zu absolvieren. Marathon-Profi Jens Körner machte mir auf Instagram Mut: „Du hast ein Ziel vor Augen und das wird Dich beflügeln.“

Und Heike aus dem Dr. Feil-Team fand meine Bedenken völlig normal. „Wenn man erstmal auf der Strecke ist, geht es wie von allein.“ Wichtig sei nur, dass jetzt (die Grundausdauer) ordentlich trainiert wird. Also Pulsuhr um, auf den richtigen Trainingspuls achten und auf den eigenen Körper hören. Denn der soll mich ja am Ende ins Ziel bringen.

PS: Ich bin nicht die einzige, die vom rechten Weg abgekommen ist. Rita schrieb mir gerade: "Ich musste ein wenig schmunzeln, als ich gerade Deinen Beitrag las. 2013 war ich auf der 10-Kilometer-Strecke gemeldet. Am 3. Oktober unternahm ich den Versuch, sie abzulaufen. Das Wetter war klasse und ich hatte Zeit. Leider habe ich mich in den Wäldern um Dölitz-Lößnig so dermaßen verfranst, dass ich bei 15 Kilometer rausgekommen bin. Zum Glück ist die Strecke im Wettkampf gut beschildert und es gibt engagierte Streckenposten. Da geht nichts schief!"

Wer schreibt hier?

Anne Sturm, Jahrgang 1973, wohnt in Leipzig und ist hier schon viel rumgelaufen: durch den Auenwald, um die Rennbahn, zum Wildpark, quer durchs Rosental – allerdings noch nie mehr als 10 Kilometer am Stück. Mit „Lauf geht’s!“ will auch die Projektleiterin der LVZ im Oktober beim Leipziger Halbmarathon an den Start gehen. Sie erreichen die Autorin unter a.sturm@lvz.de. Außerdem berichtet sie via Twitter und bei Instagram über die Aktion "Lauf geht's!".

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