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Die LVZ berichtet „Halbmarathon ist ein ambitioniertes Ziel“
Thema Specials Lauf geht's! - In sechs Monaten zum Halbmarathon Die LVZ berichtet
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23:22 11.04.2018
Wolfgang Grandjean Quelle: Foto: Lauf geht's!
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Leipzig

Er hatte zuviel Kilogramm und fühlte sich unwohl – dann schnürte Wolfgang Grandjean zum ersten Mal seine Laufschuhe. Und es ging ihm besser. So entstand die Idee für „Lauf geht’s!“ – das Erfolgsprojekt, das Anfänger und Wiedereinsteiger zum Halbmarathon führt.

Herr Grandjean, wie kamen Sie auf die Idee zu Lauf-geht’s?

Sagen wir mal: Es war die Hemdengröße. ,Comfort fit’ ist die höflichste Art der Textilindustrie, mir zu sagen, ich bin zu dick. Ich habe in der Jugend Leistungssport gemacht, aber die letzten 20 Jahre geschludert. Die Pfunde gingen rauf, ebenso der Blutdruck. Das viele Sitzen im Büro und im Auto führte zum Bandscheibenvorfall. Es musste was geschehen!

Warum gerade Laufen?

Es ist so einfach. Man braucht nur Schuhe und raus aus der Tür. Man muss keine festen Trainingszeiten einhalten. Ich dachte, dass kann doch nicht so schwer sein.

War es dann aber doch?

Ich habe so ziemlich alles falsch gemacht. Viel zu schnell losgelaufen. Kein Muskelaufbautraining. Volle Kraft in die Verletzung. Die Wade zerrt, die Achillesferse schmerzt. Außerdem fiel es mir schwer, mich bei Wind und (schlechtem) Wetter zu motivieren.

Und so kam die Idee zu Lauf-geht’s?

Ich habe mich im Freundeskreis umgeschaut und stellte fest, dass geht doch nicht nur mir so. Wenn wir also ein Programm entwickeln, dass uns Anfänger und Wiedereinsteiger motiviert, dran zu bleiben und gleichzeitig „bei der Hand“ nimmt, dann müsste es klappen. Man braucht ein ambitioniertes Ziel. Das ist der Halbmarathon. Man begrenzt es zeitlich: Zur Erfüllung benötigen wir nur sechs Monate. Und wir haben mit Dr. Wolfgang Feil einen wissenschaftlichen Leiter gefunden, der nicht nur an den Sport denkt, sondern auch die gesunde Ernährung im Blick hat.

Sie haben bei der ersten Teilnahme am Programm vor drei Jahren über 10 Kilo abgenommen. Haben Sie Ihre Ernährung komplett umgestellt?

Komplett nein. Dazu koche und esse ich viel zu gern. Aber es reicht schon, wenn man sich an die wesentlichen Regeln hält: Kohlenhydrate reduzieren, also keine Pastaorgien mehr. Mehr Salat, mehr Gemüse, mehr Gewürze. Viel Eiweiß. Bis zu sechs Eier am Tag, gesunde Fette, auch Butter. Aber so wenig Weizen und Roggen wie möglich. Das schmeckt prima. Und ab und zu darf man dann auch genussvoll sündigen. Da kenn ich nichts!

Laufen Sie eigentlich gerne?

Ich muss zugeben, dass ich mich jahrelang über Läufer lustig gemacht habe. Diese Hungerhaken, die jedem ihre Laufgeschichte aufdrängen und bei Parties über nichts anderes mehr reden. ,Wenn Gott wollte, dass wir laufen, warum hat er dann das Auto erfunden?’, war mein Wahlspruch. Mittlerweile habe ich es lieben gelernt. Morgens bei Sonnenaufgang durch den Wald zu laufen, die frische Luft zu spüren, wie automatisch zu laufen und im Kopf den Tag durchzuspielen. Das macht mich ruhiger und ausgeglichener.

Von André Böhmer

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