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Die LVZ berichtet LVZ-Aktion „Lauf geht’s!“ spricht alle Läufer an – besonders Einsteiger
Thema Specials Lauf geht's! - In sechs Monaten zum Halbmarathon Die LVZ berichtet LVZ-Aktion „Lauf geht’s!“ spricht alle Läufer an – besonders Einsteiger
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23:18 11.04.2018
Testen schon die Trainingsstrecke zwischen Sachsenbrücke und Scheibenholz für „Lauf geht’s!“ in Leipzig: Constantin Sauff (r.), Kommunikationschef von MediClin Bad Düben, und LVZ-Vizechefredakteur André Böhmer. Quelle: Foto: André Kempner
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Leipzig

„Lauf geht’s!“ – runter von der Couch und rein in die Laufschuhe. Im Rahmen dieser Aktion laufen Leipziger(innen) beim Halbmarathon am 14. Oktober rund um das Völkerschlachtdenkmal mit. Egal ob Neueinsteiger, Wiedereinsteiger oder aktiver Läufer – die LVZ macht Leipzig Beine und spricht alle an.

Als medizinischer Partner unterstützt das MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben das Projekt. Wir sprachen mit Dr. Enzo Hamann, der Sportmediziner und Orthopäde begleitet die Aktion. Der Mediclin-Oberarzt operiert vier Tage in der Woche in Bad Düben und ist auf Knie-, Hüft-, Schulter- und Sprunggelenke spezialisiert. Immer freitags führt er im Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) am Brühl Sprechstunden durch.

Herr Dr. Hamann, treiben Sie als Sportarzt auch selber Sport?

Aber selbstverständlich, ich war als Kind und Jugendlicher als Turner aktiv. Jetzt laufe ich gern und brauche das auch als körperlichen Ausgleich zu meinem Beruf.

Wie oft trainieren Sie denn?

Im Idealfall dreimal pro Woche und dann immer so zwischen sechs bis acht Kilometer, also in einem Zeitfenster von 30 bis 45 Minuten. Das schaffe ich aber ehrlicherweise nicht immer

Und wo sind Ihre Lieblingsstrecken?

Da ich im Leipziger Waldstraßenviertel zu Hause bin, ist das natürlich das Rosental und alle Strecken, die von da aus weiterverlaufen.

Lauf geht's!

Weitere Informationen zur LVZ-Aktion finden Sie hier.

Wie schätzen Sie als Orthopäde und Sportarzt die Aktion „Lauf geht’s!“ ein?

Das ist ein gutes Projekt. Alles, was Menschen zu mehr Bewegung führt, ist sinnvoll. Ich behandle oft Patienten in meiner Praxis, denen ich empfehle, Sport zu treiben. Viele Beschwerden würden doch schon abklingen, wenn der Bewegungsapparat gestärkt wird. Wer rastet, der rostet. Das klingt zwar altbekannt, trifft aber immer wieder zu.

Setzen Ihre Patienten die Ratschläge um?

Manche, aber viele Patienten schaffen es allein nicht, sich aufzuraffen. Deshalb können organisierte Laufgruppen etwas bringen. Es ist immer noch besser, überhaupt sportlich was zu machen als gar nichts.

Das MediClin Waldkrankenhaus Bad Düben ist mit dabei. Was ist für eine Klinik daran so spannend?

Unsere Klinik hat überregional immer noch einen großartigen Ruf, weil in Bad Düben zu DDR-Zeiten durch Dr. Jungmichel Spitzensportler aus der ganzen Welt operiert wurden. An diese Zeit wollen wir wieder anknüpfen und uns als Klinik stärker im sportmedizinischen Bereich etablieren.

Kommen denn wegen der großen Bekanntheit aus DDR-Zeiten, als Olympiasieger und Weltmeister behandelt wurden, heute noch extra Patienten nach Bad Düben?

Aber sicher, gerade viele ältere Patienten können sich daran noch erinnern und entscheiden sich deshalb ganz bewusst für uns. Aber es sind nicht nur Ältere, auch Jüngere wissen um diesen Hintergrund.

Zum Projekt „Lauf geht’s!“: Kann es funktionieren, dass Einsteiger nach sechs Monaten einen Halbmarathon absolvieren?

Auf jeden Fall, das ist generell möglich. Es ist sicher abhängig vom Alter und natürlich auch von der Konstitution. Wer sich aber an grundsätzliche Regeln hält, der muss sich nicht fürchten und kann das schaffen.

 Was sind grundsätzliche Regeln?

Man sollte sich genau einschätzen und am Anfang nicht zu viel wollen. Und dann langsam steigern – da ist ein Halbmarathon durchaus machbar. Wenn ich mir das Konzept von „Lauf geht’s!“ so anschaue, bin ich davon überzeugt, dass das klappen kann.

Und wo lauern quasi die orthopädischen Fallen für Anfänger?

Wer schon Beschwerden an Hüfte oder den Knien hat, kann erst mal mit Walken beginnen. Das senkt die Stoßbelastung und ist gerade am Anfang zu empfehlen.

Sollte prinzipiell vor dem Trainingsstart noch ein Arzt konsultiert werden?

Prinzipiell sicher nicht, aber wer schon gegen Beschwerden kämpft oder unter ihnen leidet, der sollte sich vorher untersuchen lassen. Da können auch Röntgenbilder helfen, um zu erkennen, ob da irgendwas verdächtig ist.

Welche typischen Sportverletzungen können auftreten?

Beim Laufen geht es um eine gleichmäßige Belastung, die dann auch gleichmäßig gesteigert wird. Typische Überlastungssyndrome an Ferse und Achillessehne können auftreten, aber sonst ist nicht so viel zu erwarten. Stürze können natürlich passieren oder Muskelverletzungen durch zu schnellen Antritt. Das ist aber eher selten und dem kann mit ordentlicher Erwärmung vorgebeugt werden.

Und wenn es dann doch einen Teilnehmer von „Lauf geht’s!“ erwischt, dann behandeln Sie schnell und unbürokratisch ...

Wir vergeben an Teilnehmer Sofort-Termine, das ist per Link auf der Website auch so eingerichtet. Die medizinische Diagnostik entscheidet dann über die weitere Teilnahme. Nur wenn es nötig ist, müssen wir eine rote Linie ziehen und dann den Start erst für 2019 empfehlen. Aber davon gehe ich nicht aus. Das Projekt ist sehr durchdacht. Das geht bei den Trainingsstrecken auf weichem Boden los und endet bei der Möglichkeit, sich beim Kauf des Laufschuhs professionell beraten zu lassen.

Von André Böhmer

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